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Unterstützung bei der Integration

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Die neuen Schüler der Helmut-Schmidt-Schule kommen mehrheitlich aus der Ukraine und aus Afghanistan. Für sie haben die Rotarier Lernmaterialien mitgebracht. © Red

Usingen (msc). Derzeit besuchen 26 Schüler die Intensivklasse der Helmut-Schmidt-Schule (HSS) Usingen - ein Förderprogramm, das bereits seit 2016 besteht. Im Zuge des Rotary-Leitbilds »Jugend - Verantwortung - Zukunft« hat der Rotary Club Usingen nun spezielle Unterrichtsmaterialien für Lehrer und Schüler der Intensivklasse übergeben.

Schulleiterin Lorraine Schmidt erklärte am Freitag im Beisein von Rotary-Präsident Rudolf Jenisch und Rotary-Projektkoordinator Wolfgang Gemeinhardt, dass die Klasse je zur Hälfte aus ukrainischen und afghanischen Jugendlichen bestehe. Einige wenige Syrer und Iraker seien ebenso darunter.

Keine Hilfe vom Land Hessen

Die Leiterin der Intensivklasse, Anna Ciftci-Drago, hatte die Rotarier um Hilfe gebeten. Denn auf Landesebene gebe es keine Hilfe für die zu betreuenden Schüler. 26 seien für eine Klasse zu viel, weiß auch die Schulleiterin. Doch für eine zweite Klasse fehlen die Mitarbeiter. Wer mithelfen möchte, kann sich bei Lorraine Schmidt melden. Denn ein Ende der Neuanmeldungen sei nicht in Sicht.

Celine Cojocar leitet die neue Intensivklasse. Die Schüler sind derzeit zehn bis 16 Jahre alt. Mit Russisch und Englisch werden Sprachbarrieren ausgeräumt. Die Schüler besitzen unterschiedliche Schulerfahrungen und damit auch unterschiedliche Ausgangsbedingungen. »Es sind Analphabeten dabei, aber auch solche, die fit sind auf dem gymnasialen Bereich«, sagte Anna Ciftci-Drago. Für die Lehrkräfte stelle dies eine große Herausforderung dar. Die recht begrenzten finanziellen Mittel würden bestmöglich eingesetzt, erklärte sie. Die Schulleiterin machte aber klar, dass die Schulen mit der Umsetzung der Intensivbemühungen alleine gelassen würden. Sie wünscht sich die Unterstützung des Landes als notwendige Voraussetzung zur erfolgreichen Bewältigung dieser Mammutaufgabe.

Ein Zeichen der Wertschätzung

Gelobt wurde dagegen das schnelle Handeln der Rotarier, die innerhalb weniger Tage Arbeitsbücher, Trainingshefte, Wörterbücher in verschiedenen Sprachen sowie didaktisches Material und Lernspiele mitgebracht hatten. »Das ist eine großartige Unterstützung für uns.« Und natürlich auch ein wertschätzendes Willkommenssignal an die Klassen.

In der HSS wird jetzt trotz der schwierigen Ausgangslage versucht, ein konstruktives Lernklima zu schaffen, in dem die deutsche Sprache mündlich und schriftlich erworben werden kann. »Auch wenn viele ukrainische Schüler schnell wieder in ihr Heimatland zurückkehren wollen, so schadet es nicht, wenn sie Deutsch als Fremdsprache mitnehmen«, meint Anna Ciftci-Drago.

Die Eingliederung in die Regelklassen erfolge individuell und graduell, erklärte sie. »Unser Hauptziel ist es, die Schüler möglichst schnell zu befähigen, am Regelunterricht teilzunehmen und Anschluss an Gleichaltrige knüpfen zu können, um so die Basis für eine Integration zu schaffen.«

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