Kirche und Pfarrgemeindehaus liegen mitten im alten Ortskern und verdeutlichen damit die Verbindung zu den Menschen. Die werden derzeit auf eine harte Probe gestellt.
+
Kirche und Pfarrgemeindehaus liegen mitten im alten Ortskern und verdeutlichen damit die Verbindung zu den Menschen. Die werden derzeit auf eine harte Probe gestellt.

Usinger Kirchenvorstandswahlen sind gut vorbereitet

16 Kandidaten stellen sich für Laurentius-Gemeinde

  • vonMonika Schwarz-Cromm
    schließen

Gemeinde hofft, dass soziales Leben bald wieder möglich wird

Nicht nur in der Kommunalpolitik wurde neu gewählt, auch bei der evangelischen Kirchengemeinde steht die Kirchenvorstandswahl am 13. Juni an. Pfarrer Dr. Hans-Jörg Wahl berichtet, dass dabei zwölf Plätze vergeben werden. Es haben sich aber 16 Gemeindemitglieder zur Wahl gestellt.

Aus dem bestehenden Kirchenvorstand kandidieren Dr. Mirjam Andres (58 Jahre), Erika Buske (77), Karen Decang (53), Kai Peter Ebel (54), Manfred Klink (57), Dr. Valentin Palau (81), Claudia Paulus (54) Gretel Perner (72), Matthias Pieren (55), Michael Roßbach (70), Prof. Dr. Hanns-Jürgen Weigel (77) erneut. Ursula Henning gehörte ebenfalls dem Kirchenvorstand an. Die langjährige Vorsitzende ist aber im Sommer in ihre alte Heimat Würzburg umgezogen. "Den Vorsitz führt seitdem dankes-werter Weise Michael Roßbach", berichtete der Pfarrer.

Dass sich zusätzlich Robert Bermbach (73), Christine Bornemann (42), Hans-Georg Boemke (63), Daniela Dittl (41) und Franz Schumann (56) für den Kirchenvorstand bewerben, freut Hans-Jörg Wahl sehr. Zeige es doch die enge Verbundenheit und Zugehörigkeit der Gemeindemitglieder zu ihrer Kirchengemeinde.

Briefwahl für alle

Die Wähler haben also im Juni die Qual der Wahl. Das allerdings per allgemeine Briefwahl. "Alle wahlberechtigten Gemeindemitglieder bekommen die Wahlunterlagen automatisch nach Hause zugeschickt", versicherte der Pfarrer. Die Arbeit im Kirchenvorstand beschreibt Hans-Jörg Wahl als ein harmonisches Miteinander. "Bei uns gibt es keine Konflikte", betonte er und ist froh, solch ein gut funktionierendes Gremium an seiner Seite zu haben. So verwundert es auch nicht, dass es keinerlei Probleme aufgrund der anstehenden Wahl bei der Suche nach Kirchenvorstandsmitglieder gab. Dafür beschäftigt den Pfarrer das Problem durch Corona umso mehr.

Angebote auch in der Krise

"Corona hat uns alle erwischt", sagte Pfarrer Dr. Hans-Jörg Wahl. Die Landeskirche habe Wert darauf gelegt, ein verantwortungsbewusstes Hygienekonzept zu erarbeiten. Usingen könne dabei mit der großen Laurentius-Kirche wuchern. Ein großer Vorteil, um die Gläubigen weit auseinander zu platzieren. Dennoch: Es dürfe nicht gesungen werden. Alle müssten Masken tragen, verschärft sogar medizinische Masken. Dabei sei ihm kein Fall bekannt, dass die Kirche ein Hotspot für Corona-Viren gewesen sei, erklärte er. Lediglich in den freikirchlichen Vereinigungen sei es zu Ansteckungen gekommen, nicht aber in den Kirchen.

Wahl hofft auf Änderungen im Kirchenalltag. Die evangelische Kirchengemeinde sei zwar konservativ vorsichtig und setze alle Vorgaben in der Pandemie um. Es gelte aber dennoch auch in der Krise, Angebote zu machen. "Unser Schwerpunkt liegt nun mal in der Kirchenmusik", erinnert Hans-Jörg Wahl und denkt dabei an die 65 Kinder, die in verschiedenen Chören singen und das jetzt nicht dürfen. "Wir haben dazu einen guten Kirchenchor und einen Seniorenchor", sagt er. Seit Herbst gebe es die neue Kantorin, die eine sehr gute Kirchenmusikern sei. Durch den totalen Stopp in diesem Bereich müsse doch wieder von Grund auf aufgebaut werden. "Und das möglichst bald."

Wahl sehnt den alten Zustand herbei. "Wir leiden alle sehr", gibt er zu. Musik, Musizieren und Singen sei ein Ausdruck der Lebensfreude und daher wichtig für das Leben. "In Sachen Gefühlswelt fehlt es momentan hinten und vorne", beschreibt er nicht nur den eigenen seelischen Zustand, sondern auch den aller anderen Gemeindemitglieder.

Mit den musikalischen Andachten versucht er wenigstens beim Zuhören den Hauch von Normalität zu erzeugen. "Die Orgelvesper wird aber zögerlich besucht, weil die Menschen derzeit sehr vorsichtig sind", erklärt er. Vor allem die Älteren halten sich eher zurück. Ansonsten geht die evangelische Kirchengemeinde mit der Zeit und bietet den Konfirmanden digitalen Unterricht an. Mit einem Kindergottesdienst einmal im Monat soll auch den Jüngeren Trost gegeben werden. "Ich glaube, gerade die Jüngeren leiden am meisten", sagt Wahl. Der Kirchenmann hofft sehr darauf, dass mit der Wahl des Kirchenvorstands im Juni nicht nur verwaltungstechnisch für die Usinger Kirchengemeinde eine neue Zeit anbricht. MONIKA SCHWARZ-CROMM

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare