Auf Abstand und ohne Eltern: Die akademische Feier an der CWS war 2020 zwar feierlich, aber insgesamt laut Schulleiter etwas unbefriedigend. Das soll sich in diesem Jahr ändern, wo auch wieder die Eltern in die Mensa eingeladen sind.
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Auf Abstand und ohne Eltern: Die akademische Feier an der CWS war 2020 zwar feierlich, aber insgesamt laut Schulleiter etwas unbefriedigend. Das soll sich in diesem Jahr ändern, wo auch wieder die Eltern in die Mensa eingeladen sind.

Im Usinger Land steht der Abschied aus den Schulen an

Abschlussfeiern leiden noch am Corona-Modus

  • Nina Fachinger
    VonNina Fachinger
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ARS beschränkt Besuch auf einen Elternteil - Mutter findet das unglücklich - Schulz: Noch alles offen

Ab Freitag, 25. Juni, bedürfen Veranstaltungen in Innenräumen bis zu einer Teilnehmerzahl von 250 keiner Genehmigung mehr. Im Außenbereich dürfen bis zu 500 Teilnehmer zusammenkommen (Geimpfte und Genesene zählen nicht mit). Soweit die Neuigkeiten der Landesregierung vom Dienstag.

An den Schulen stehen die Abschlussfeiern für Haupt-, Real- und Gymnasialschüler vor der Tür; und die Planungen dafür haben nicht erst jetzt begonnen. Stand gestern plant die Adolf-Reichwein-Schule (ARS) in Neu-Anspach, sich bei der Abschlussfeier in der Mensa auf 100 Personen zu beschränken, es wird also in Gruppen gefeiert. "Noch ist aber alles offen", so Schulleiter Dirk Schulz. Die Schule warte auf neue Vorgaben aus Wiesbaden und vom Kreis-Gesundheitsamt für Kontaktbeschränkungen und Mindestabständen. Damit rechne er Ende dieser, Anfang kommender Woche.

Privater Abi-Ball

110 bis 120 Haupt- und Realschüler sowie 72 Abiturienten beenden ihre Schullaufbahn. Eine Feier mit rund 350 Leuten - wenn Haupt- und Realschüler plus Anhang zusammenkämen - in der Aula sei jedoch selbst bei niedriger Inzidenz nicht vorstellbar, sagt Schulz.

Claudia Veltes 15-jährige Tochter Johanna beendet die Realschule. Nach Auskunft der Mutter hat die Schülerin bereits ihre Einladung für die Feier am 8. Juli in der ARS-Aula erhalten, gefeiert wird an diesem Tag in zwei Gruppen. "Auf der Einladung ist es so formuliert, dass sie sich zwischen beiden Eltern entscheiden muss", sagt Velte. Und das wolle ihre Tochter nicht, vielmehr sollen bei diesem feierlichen Tag beide Eltern die Tochter unterstützen dürfen. "Ich finde diese Entscheidung der Schule sehr unglücklich, und es ist wirklich schade, dass man den Kindern so eine Entscheidung auflastet", sagt Velte. Und sie fragt sich: "Ich bin bis zum Tag der Feier vollständig geimpft, zähle ich dann überhaupt noch als Begleitperson?"

Claudia Velte hofft sehr darauf, dass die Schule ihre Modalitäten für die Abschlussfeiern noch einmal anpasst, auch wenn die Anmeldefrist für die Feier am 8. Juli laut Einladung am morgigen Freitag ende.

"Ich stelle mich auch mit einem Schirm hin", sagt sie zu der Möglichkeit, so eine Feier auch im Freien zu veranstalten - das plant jedoch keine der angefragten Schulen in Usingen und Neu-Anspach. "Wir haben eine tolle Aula mit toller Bühne und Technik", so ARS-Schulleiter Schulz, draußen wäre die Verabschiedung nicht so feierlich möglich und logistisch schwer umzusetzen, sagt er.

Auch die Christian-Wirth-Schule (CWS) in Usingen hat sich bei ihrer Planung an der 100er-Grenze orientiert. Morgen werden die 68 Abiturienten feierlich in der CWS-Mensa entlassen. Es gibt drei Veranstaltungen, sagt Schulleiter Hans-Konrad Sohn, an der jeweils drei Mal 23 Schüler plus zwei Begleiter teilnehmen. Pro Abschiedsfeier rechne er mit rund 70 Personen. "Es ist nicht so toll, dass nicht der ganze Jahrgang zusammenkommt. Aber das ist nicht so gravierend, weil dann alle am Samstag noch eine Art Abi-Ball im privaten Rahmen und im Freien und nur für sich feiern."

Sohn hält es aus zweierlei Gründen für wichtig, dass wieder Normalität einkehren kann: "Es ist erstens das Erlebnis als Jahrgang und zweitens das Erlebnis von Eltern und Schülern: 13 Jahre Schule gehen zu Ende, das Ziel wurde erreicht, und es ist schön für beide, dass alle da sind", sagt Sohn.

Sowohl an CWS als auch an der ARS sowie an der Saalburgschule in Usingen wurden die Schüler der Abschlussklassen im vergangenen Jahr ohne Eltern feierlich verabschiedet. Damals gab es noch keine Corona-Schnelltests für alle. Sohn erinnert sich daran, dass zwar später noch die Tutorenkurse plus Eltern zusammenkamen, aber "das war ein bisschen unbefriedigend".

Ordentlicher Abschied ohne Party

An der Saalburgschule sei die Verabschiedung der Abiturienten auch 2020 eine ordentliche gewesen, sagt Heike Weber, Leiterin der Saalburgschule, rückblickend. "Es war nur traurig, dass es nicht im Rahmen wie 2019 stattfinden konnte", so Weber. Doch die Schüler hätten vollstes Verständnis dafür gehabt.

Die Abizeugnisse werden heute bei einer kleinen Feier im Foyer der Berufsschule übergeben. Die rund 28 Schüler dürfen zwei Angehörige oder Freunde mitbringen, mit Lehrern sind es dann maximal 100 Personen. Es werde feierlich, aber auch diesmal sei keine große Feier geplant. "Ich habe den Schülern 2020 versprochen, dass ich sie noch mal privat zu einer Feier einlade, wenn alles vorbei ist - darauf werde ich heute häufig angesprochen."

Nina Fachinger

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