Acht-Millionen-Projekt in der Bahnhofstraße

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Seitdem die Tankstelle in der Bahnhofstraße geschlossen hat, liegt das Gelände weitgehend brach. Jetzt gibt es Pläne, und diese dürften alle Menschen, die in Neu-Anspach eine Wohnung suchen, freuen.

Am 31. August 2015 hatte unsere Zeitung gemeldet: „In der Bahnhofstraße gibt es ab sofort kein Benzin mehr.“ Seinerzeit hatte das Mineralöl-Unternehmen Shell im Gewerbegebiet neu gebaut und die Tankstelle deshalb geschlossen. Um das Gelände in der Bahnhofstraße 71 bis 73 neu entwickeln zu können, hatte die Stadtverordnetenversammlung daraufhin die Aufstellung eines Bebauungsplanes und eine Veränderungssperre für das Grundstück beschlossen.

Jetzt aber liegen Pläne vor, wie das 2700 Quadratmeter große Grundstück bebaut werden könnte, und damit befasst sich am morgigen Donnerstag (20 Uhr, Bürgerhaus) der Bauausschuss. Dieser soll über die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens entscheiden.

Laut Vorlage aus der Verwaltung hat sich der Magistrat in den zurückliegenden Monaten mit zahlreichen Konzepten zur Bebauung der Fläche beschäftigt. Planentwürfe zur Errichtung von Doppelhäusern seien städtebaulich verworfen worden. „Wir wollten keine massive Reihenhaus-Bebauung“, erklärt Bürgermeister Thomas Pauli (SPD). Vorschläge, dort Geschosswohnungsbauten zu erstellen, seien präferiert worden. Allerdings habe dann keiner der Bauträger das Grundstück erworben.

Das hat sich nun geändert: Das Gelände wurde am 7. Juli verkauft. Der Käufer möchte laut Verwaltung in einem ersten Bauabschnitt zwei Mehrfamilienhäuser sowie in einem zweiten Bauabschnitt ein Wohn- und Geschäftshaus errichten. Die drei Gebäude, deren Dächer begrünt werden, sollen drei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss erhalten. Insgesamt könnten 46 Wohnungen entstehen, heißt es weiter. Gedacht sei an eine Mischung von Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen, wobei die eine Hälfte als Eigentumswohnungen verkauft, die andere als Mietwohnungen zum Preis von etwa 10 Euro pro Quadratmeter zur Verfügung gestellt werden soll. Außerdem sehen die Pläne eine Tiefgarage vor. 45 Prozent des Grundstücks sollen begrünt werden.

Nach Informationen von Pauli hat der Magistrat seine Zustimmung zu dem Projekt bereits gegeben. Und auch der Rathauschef ist überzeugt. „Das ist ein sehr gelungener Entwurf“, findet er. Auch wenn es sich angesichts einer Firsthöhe von 11,20 Meter um ziemlich große Bauten handelt, findet Pauli: „Es ist aufgelockert.“ Zumal sich in direkter Nachbarschaft der Penny-Markt und die noch höheren Gebäude Wiesenau 1 bis 9 (elf beziehungsweise zwölf Meter) sowie Bahnhofstraße 71 (12,50 Meter) und 80 (12,50 Meter) befinden. Der Bürgermeister meint: „Das ist eine Stelle, wo das gut geht.“ In der Vorlage heißt es dazu: Bei dem neuen Projekt wird „für den Fußgänger insbesondere zur Bahnhofstraße hin eine Gebäudehöhe von 8,50 Meter Höhe (ohne Staffelgeschoss) wahrnehmbar sein“. Der Bau füge sich städtebaulich gut ein.

„Wir haben derzeit ein paar schöne Projekte“, findet Pauli und berichtet in diesem Zusammenhang, dass für die geplante Wohnanlage in der Raiffeisenstraße/Pestalozziweg, in der 45 Wohnungen entstehen sollen, bald der Bauantrag gestellt werden soll. Startschuss könnte dann im Frühjahr sein. Noch im Herbst könnten (endlich) auch die Arbeiten in der Bahnhofstraße 30 beginnen: Hier möchte eine Hofheimer Gesellschaft zwei dreigeschossige Gebäude mit jeweils 15 Eigentumswohnungen errichten und wartet nur noch auf die Genehmigung des Bauantrags.

Eine Frage zur Bahnhofstraße 71 bis 71 stellt sich noch: Was passiert mit den auf dem Gelände befindlichen Gebäuden? Bauherr Tariq Mahmood berichtet auf Anfrage, dass beide abgerissen werden sollen. Zunächst das hintere Anwesen, weil dort zuerst die beiden Mehrfamilienhäuser entstehen, dann – ein paar Monate später – das direkt an der Bahnhofstraße befindliche Geschäftshaus. In dem dort geplanten Neubau will Mahmood Gewerbe unterbringen. Einen Kiosk und eine Bäckerei, wie er ankündigt. Der 47-jährige Usinger beziffert sein Projekt auf acht Millionen Euro und will es mit einem „namhaften Bauträger“ durchziehen. Einen Zeitplan gibt es auch: „Ende 2018 soll der erste Bauabschnitt fertig sein, Mitte 2019 der zweite.“

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