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Mona Homm vom Insdorf-Concept-Store erläutert der IHK-Reisegruppe aus Frankfurt die Strategie des Unternehmens. Sarah Baumann (Wirtschaftsförderung Stadt), IHK-Präsident Ulrich Caspar, Bürgermeister Steffen Wernard, Gewerbevereins-Vize Snjezana Maros und Bürgermeister Steffen Wernard (von links) fragen genau nach.
Mona Homm vom Insdorf-Concept-Store erläutert der IHK-Reisegruppe aus Frankfurt die Strategie des Unternehmens. Sarah Baumann (Wirtschaftsförderung Stadt), IHK-Präsident Ulrich Caspar, Bürgermeister Steffen Wernard, Gewerbevereins-Vize Snjezana Maros und Bürgermeister Steffen Wernard (von links) fragen genau nach. © bur

Aktion "Heimat shoppen" startet. Handel wichtig für eine lebenswerte Stadt.

Usinger Land -Während der Einzelhandel im vergangenen Jahr in Usingen die Aktion "Heimat shoppen" als Erfolg bezeichnet hatte, war der Kundenstrom durch die Werbemaßnahme in Neu-Anspach nicht deutlich höher gewesen. Was aber wohl auch daran lag, dass der Usinger Gewerbeverein mit Hilfe der Stadt zeitgleich ein Gewinnspiel anbot.

Wie dem auch sei: Beide Städte sind auch in diesem Jahr wieder dabei - und begrüßten gestern eine Delegation der IHK Frankfurt. Deren Kampagne beginnt nun am Freitag, 9. September, und nennt sich erneut "Heimat shoppen". Mit dieser bundesweiten Initiative will die IHK die Aufmerksamkeit auf lokale Unternehmen in den Einkaufsstraßen lenken, seien es Einzelhändler, Gastronomen oder Dienstleister.

Geschäftsidee neu denken

In Usingen besuchten IHK-Präsident Ulrich Caspar, Matthias Gräßle, IHK Frankfurt Hauptgeschäftsführer, Sven Sänger, Vize des Geschäftsfelds Standortpolitik sowie Sprecherin Patricia Borna Mona Homm in ihrem Concept-Store, zusammen mit Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) und Wirtschaftsförderin Sarah Baumann. Homm hat zwei Monate vor Ausbruch der Pandemie den Laden eröffnet - und musste ihre ganze Geschäftsidee somit "neu denken". Vor allem tauchte sie sehr rasch, wie fast der gesamte Einzelhandel, in die digitale Welt ein. Auch Gewerbevereins-Vize Snjezana Maros unterstrich, dass der Handel das Internet sehr schnell als zweites Standbein ausgebaut habe. Homm selbst, die nicht nur Bekleidung verkauft, sondern auch Accessoires, bietet als gelernte Schneiderin gleich einen weiteren Geschäftsbereich an. "Wir bieten Mode von der Stange, individuell geändert", so umschrieb sie das Angebot. Zudem entwirft und fertigt sie Brautkleidung.

"Gerade die vergangenen zwei Jahre waren sehr belastend für die lokalen Händler. Wir müssen nun attraktive Rahmenbedingungen für Händler und Gastronomen schaffen, dazu gehören das Ausweisen von Flächen für Gewerbe sowie für Wohnraum für Fachkräfte. Ganz wichtig ist, eine gute Kommunikationsinfrastruktur zwischen Kommunen, Wirtschaftsförderung und Unternehmern herzustellen. Beispielsweise müssen Geschäfte für Liefer-, Kunden-, und Mitarbeiterverkehre gut erreichbar und ausreichende Pkw-Parkmöglichkeiten vorhanden sein, damit Frankfurt-Rhein-Main attraktiv bleibt", so Caspar. In Usingen fällt der Startschuss für die Aktion übrigens auf das Kerbewochenende. Und durch den verkaufsoffenen Sonntag hat der Handel so eine doppelte Chance, Kunden in die Stadt zu locken.

In Neu-Anspach schaute die IHK-Delegation in der Genussdiele, auch Unverpackt-Laden genannt, vorbei. Hier trafen sie auf die ehemalige Inhaberin Christina Pfütze, die für Christina Gosejacob eingesprungen war. Mit dabei waren auch Gewerbevereinschef Heinz Weidner, Wirtschaftsförderer Oliver Lorenz und Fabian Schmidt vom Wirtschaftsbeirat der Stadt.

Schnelle Entscheidungen

Empfangen mit Getränken und Snacks begrüßte Weidner die IHK-Besucher, dankte für die Aktion, wies aber auch darauf hin, dass viele gute Ideen und Aktionen durch langwierige Entscheidungsprozesse verzögert wurden - für Neu-Anspach nannte er das Projekt Neue Mitte.

Der Laden in der ehemaligen Eisdiele in der Konrad-Adenauer-Straße hat eine ganz neue Idee in die Stadt getragen. Alle Waren - Körner, Mehl, Nüsse, Nudeln und Reis, aber auch Putzmittel - werden in entweder mitgebrachte oder im Laden geliehene Behälter abgefüllt - Verpackungsmüll gibt's also keinen. Zudem gibt es die Kaffee-Ecke und eine integrierte Eisdiele, denn "wir wollten den Verlust der ehemaligen Eisdiele kompensieren", so Pfütze. Die allerdings auch darauf verwies, dass es noch schwierig sei, die Geschäftsidee zum Erfolg zu machen. "Natürlich haben wir Stammkunden, aber noch immer besteht bei Kunden Unsicherheit, was das Unverpackt-Konzept betrifft. Es könnten mehr Kunden sein", stellte sie schmunzelnd fest. Ihre Produkte stammen alle aus dem nahen Umkreis - Mehl wird selbst gemahlen - und alles in Bioqualität, selbst die Putzmittel.

Die Idee des "Heimat Shoppens" stammt von der IHK, die auch entsprechende Papiertüten bereitstellt - mit Leben füllen müssen die Aktion die Händler, die Gewerbevereine und die Städte selbst. "Der stationäre Einzelhandel ist das Herz unserer Innenstädte und ein zentraler Bestandteil der Wirtschaft, ohne ihn geht die Aufenthaltsqualität verloren. Heimat Shoppen fordert uns auf, in unserer Stadt und Nachbarschaft mal wieder bummeln zu gehen", wirbt Dr. Alexander Theiss als IHK-Geschäftsführer darum, dass der Einkauf im Ort stattfinden solle. Von Andreas Burger

In der Genussdiele Neu-Anspach, auch Unverpackt-Laden genannt, erklärt die ehemalige Inhaberin Christina Pfütze (rechts) den IHK-Vertretern das Konzept. Mit dabei: Wirtschaftsförderer Oliver Lorenz, Gewerbevereinschef Heinz Weidner, Sven Sänger (IHK), Fabian Schmidt (Wirtschaftsbeirat), Ulrich Caspar, IHK-Präsident, und Matthias Gräßle, IHK-Frankfurt-Hauptgeschäftsführer (von links).
In der Genussdiele Neu-Anspach, auch Unverpackt-Laden genannt, erklärt die ehemalige Inhaberin Christina Pfütze (rechts) den IHK-Vertretern das Konzept. Mit dabei: Wirtschaftsförderer Oliver Lorenz, Gewerbevereinschef Heinz Weidner, Sven Sänger (IHK), Fabian Schmidt (Wirtschaftsbeirat), Ulrich Caspar, IHK-Präsident, und Matthias Gräßle, IHK-Frankfurt-Hauptgeschäftsführer (von links). © bur

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