Dauerparker

Anhänger sollen vom Parkplatz Pfarrheckenfeld verschwinden

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Henriette van Helden stört sich schon lange an den vielen Wohnwagen und Anhängern, die dauerhaft auf dem Parkplatz Pfarrheckenfeld stehen. Vom Naturpark Taunus, der für das Gelände verantwortlich ist, gibt es jetzt eine gute Nachricht.

Jedes Mal, wenn die Oberreifenbergerin Henriette van Helden zu Fuß oder mit dem Auto von ihrem Zuhause im Brunhildensteg in Richtung Parkplatz Pfarrheckenfeld unterwegs ist, und das geschieht manchmal mehrmals am Tag, ärgert sie sich. Das Gelände, eigentlich ein Parkplatz des Naturpark Taunus und gedacht für Wanderer und Ausflügler, die spätestens nach ein paar Stunden wieder wegfahren, steht ständig voll mit Wohnwagen, Campern, Pferdetransportern und Anhängern aller Art – manche sogar mit einer Werbeaufschrift versehen.

„Das sieht doch furchtbar hier aus“, schimpft die 75-Jährige, die seit 47 Jahren in Oberreifenberg lebt. „Ich finde das wirklich schlimm.“ Die ehemalige Gemeindevertreterin der Grünen und Vorsitzende des BUND Schmitten beobachtet ganz genau, wie lange die einzelnen Fahrzeuge dort stehen. Bei einem Anhänger, der beispielsweise für einen Umzug gemietet werden kann, seien es gewiss schon zwei Jahre, stellt sie fest. Andere, wie der Wohnwagen mit HG-Kennzeichen, erst ein paar Tage. Trotzdem: Bei dem Parkplatz handele es sich nicht um einen Dauer-Parkplatz, stellt sie fest.

Der Parkplatz sei überhaupt in all den Jahren nur selten ein angenehmer Anblick gewesen, findet die Naturfreundin, die sich auch lange bei den Umweltpaten engagiert hat. „Jetzt aber ist der Zustand kaum mehr zu ertragen. Es sieht hier doch völlig verwahrlost aus“, findet sie und zeigt auf die Altglas-Container, die zugegebenermaßen in einem desolaten Zustand sind. „So versifft sehen die sonst nirgends aus.“ Zudem berichtet sie, dass der Parkplatz auch als Hundetoilette genutzt wird.

Van Helden fragt sich zum einen, wie die Feldberggemeinde, die doch eigentlich Touristen und Ausflügler anlocken möchte, so für diese Zielgruppe interessant sein soll: „Hier möchte doch niemand Urlaub machen.“ Zum anderen denkt sie an die Menschen, die in den Straßen rund um den Parkplatz leben. „Das ist doch eigentlich ein Villengebiet hier.“

Seit Jahren gebe es keine Kontrollen und Gegenmaßnahmen, stellt sie fest und hat sich deshalb zum wiederholten Male mit der Gemeinde in Verbindung gesetzt. Doch die ist nicht zuständig und hat an den für das Gelände verantwortlichen Naturpark Taunus verwiesen, berichtet van Helden und kündigt für den Fall, dass sich an dem Zustand nichts ändert, eine Unterschriftensammlung an. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bürger mit dem Zustand dieses Platzes glücklich sind“, sagt sie.

„Die Fahrzeuge sind ein echtes Problem“, findet auch Naturpark-Geschäftsführer Uwe Hartmann. Dies sei vor allem der Fall, wenn nachts Winterdienst gemacht werden müsse. „Zu dieser Uhrzeit sollte dort eigentlich niemand stehen.“

Hartmann hat sich deshalb gleich persönlich um die Angelegenheit gekümmert und konnte gestern bereits Vollzug melden. Weil der Naturpark nicht Eigentümer, sondern nur Nutzer des Geländes ist und zudem keine Ordnungsgewalt hat, darf hier nur die Polizei eingreifen, erklärt der Geschäftsführer und berichtet weiter, dass die Beamten in Usingen versichert haben, nun mit den Eigentümern der Camper und Anhänger Kontakt aufzunehmen. „Die Fahrzeuge sollen dann zeitnah entfernt werden.“

Außerdem wird der Naturpark auf dem Parkplatz die Beschilderung optimieren darauf hinweisen, dass Dauerparken untersagt ist. „Hier handelt es sich schließlich um eine Erholungsanlage“, sagt Hartmann. Und damit das Dilemma nicht bald wieder von vorne beginnt, soll die Polizei den Platz nun im Auge behalten. „Das wird jetzt künftig regelmäßig überprüft.“

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