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Nicht alle Anwohner sind vom Ausblick auf das neue Haus ?Kinopassage? begeistert, da er ein Kontrast zu den bestehenden Häusern bietet.

Bebauungsplan

Anwohner fürchten dichtere Bebauung in Usingen

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Die Einwendungen einiger Anwohner der Adolf-Möller-Straße zum neuen Bebauungsplan hat der Bauausschuss zur Kenntnis genommen. Grünes Licht für die Veränderungen gab es dennoch.

Langsam läuft ein Mann die Adolf-Möller-Straße entlang, in der Hand eine kleine Stofftasche. Usinger ist er, und die Häuser, an denen er vorbei geht, „die stehen bestimmt schon seit den 50er Jahren“, weiß er, auch wenn er selbst dort nicht wohnt. Im Stil sind sie sich alle einigermaßen ähnlich, Häuser mit Satteldach, manche Fassade vielleicht ein wenig renovierungsbedürftig. Allesamt atmen sie die Luft eines Kleinstadtgebietes mit großen Gärten, in denen Platz für Kinder zum Spielen und das Gemüsebeet ist. Doch das könnte sich nun für immer verändern.

Das ist zumindest unter anderem die Sorge einiger Anwohner in der Adolf-Möller-Straße, wie die Einwendungen zum Bebauungsplan deutlich zeigen. Vor allem von jenen, die nahe der Abzweigung zur Schillerstraße wohnen und deren Blick beim Heraustreten aus den Häusern unweigerlich auf den Neubau im Schlagweg am Ende ihrer Straße fällt, das unter dem Stichwort „Kinopassage“ jüngst errichtet wurde. Der gefällt nicht jedem.

Nun soll sich auch ein Teil der Adolf-Möller-Straße Ecke Schillerstraße verändern, zumindest wenn die Stadtverordnetenversammlung der Empfehlung des Bauausschuss zustimmt. Um die innerstädtische Nachverdichtung zu ermöglichen, hat die Stadt die Aufstellung eines Bebauungsplans im vergangenen Jahr gefasst, der nun, nachdem sich die Bürger und Behörden dazu geäußert hatten, abgewogen und als Satzung beschlossen werden soll.

Mit dem B-Plan sollen die Grundstücksgrenzen und Flächen besser ausgenutzt werden. Die Befürchtung einiger Anwohner der Straße geht dahin, dass das Grundstück mit der Hausnummer 1a einen ähnlichen Bau wie die Kinopassage erhält. Zum B-Plan gehört auch die Festsetzung dessen, was und wie viel sie mindestens auf ihrem Grundstück anpflanzen dürfen. Den Grünen ging diese Festsetzung von „heimischen Gehölzen“ allerdings noch nicht weit genug. Um dem Insektensterben Rechnung zu tragen, wollen sie auch besonders insektenfreundliche Pflanzen in die Festsetzung mitaufgenommen haben.

Für eine solche weiterführende Spezifikation „fehlt es an der rechtlichen Grundlage“, entgegneten Bauamtsleiterin Silvia Koch und Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) dem Wunsch von Grünen-Sprecherin Ellen Enslin. Gleiches gilt aus Sicht des Bauamtes für die Einwendungen des BUND, Rollrasen zu verbieten. In diesem Punkt könnte den Eigentümern und Bauherren keine Vorschriften gemacht werden. Überzeugt war Enslin von diesen Ausführungen nicht und will sich nun erst noch einmal informieren, ob in den Festsetzungen nicht doch mehr Details möglich sind, weshalb sie sich bei der Abstimmung enthielt, während die übrigen Fraktionen für die Abwägungen und den Satzungsbeschluss stimmten. Einstimmig empfahl der Bauausschuss darüber hinaus auch den B-Plan nebst Satzungsbeschluss für den ehemaligen Parkplatz Tengelmann in Schleichenbach I, wo weitere Häuser entstehen sollen.

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