Treisberger Bürgerinitiative

Die Arbeit ist getan!

  • schließen

Die Plakate sind abgehängt, die Banner eingerollt. Seit Donnerstagabend hat die Treisberger Bürgerinitiative symbolisch den Kampf gegen den geplanten Windpark auf dem Pferdskopf beendet.

Gut gelaunt arbeiteten sie in der brütenden Hitze, ausgestattet mit Akku-Schraubern und anderen Werkzeugen. Die Sonne strahlte vom Himmel, kein Lüftchen regte sich, als sie die Plakate und Banner entfernten, mit denen sie gegen den geplanten Bau von Windenergieanlagen am Pferdskopf gekämpft hatten.

Jetzt hat die ursprünglich von zehn Bürgern gegründete Initiative ihr Ziel erreicht. Sie hatte von Anfang an betont, dass es sich nicht lohnt, den Pferdskopf im höchstgelegenen Luftkurort des Naturparks Hochtaunus für ungewisse Erträge an Windenergie aufs Spiel zu setzen. Seit dem 10. Oktober 2012 hat sich die BI dafür eingesetzt, dass der von vielen Ausflüglern besuchter 630 Meter hohe Berg mit seinen 280 Hektar geschlossenem Erholungswald frei bleibt von Windenergieanlagen. Verschont bleibe nun ein Biotop-Verbundsystem mit einer Vielzahl geschützter Tiere und Pflanzen, ungestört der einmalige Rundblick, heißt es jetzt.

Schön waren sie nicht, die Plakate und Tafeln an Häusern und Gärten, und nach über drei Jahren kommen sie jetzt weg. Das freute auch einen Bürger, der gerade vorbeikam. „Sie haben ihren Zweck erfüllt, es ist jetzt erledigt“, meinte dazu Wolfgang Ettig, der einen Platz im Heimatmuseum suchen will und von einem historischen Ereignis sprach. „Ein riesiges Ärger-Potenzial ist jetzt aus unseren Köpfen, wir wollen keine Schaukämpfe“, sagte Helmut Rottenbacher. Warum Betreiber Abo-Wind am 7. Juni im Vorgriff auf noch nicht beschlossene Vorrangflächen die Reißleine gezogen hat, ist ihm nicht klar. Auch dass die Planer zu Beginn ein öffentliches Verfahren strikt abgelehnt und später beantragt haben, sei nicht schlüssig. Rottenbacher vermutet, dass Abo-Wind die Kosten zu hoch geworden seien.

Eine Rolle habe sicher gespielt, dass die Bip nicht nur öffentlich gegen das Vorhaben Wind gemacht, sondern auch gute Gründe gesucht, gefunden und erfolgreich vorgebracht habe, um den Bau zu verhindern. Vor allem im Natur- und Umweltschutz haben die Treisberger viele neue Erkenntnisse gewonnen.

„Wie viele Quellen mit ihren Muscheln und anderen Lebewesen, wie viele Eulen, Milane und Schwarzstörche und seltene Insekten wir hier haben, das wussten wir vorher nicht“, meinte Gerhard Hodel. Dass sogar der Alpenstrudelwurm, ein Relikt aus der letzten Eiszeit, in dem Gebiet nachgewiesen wurde, hat es ihm besonders angetan. Die Treisberger dürfen nun weiter ungestört das Leben in ihrem idyllischen Dorf genießen und die Gastronomen Ausflügler ohne Rotoren willkommen heißen. „Alle Besucher sollen sich in Zukunft wieder ohne Vorbehalte dem geliebten Pferdskopf nähern und sich auf Ruhe, Erholung und gute Luft freuen können“, so wie Robert Bermbach vom Café Sachs. Um mit dem ganzen Dorf den Erfolg zu feiern, wolle Jürgen Habig eine Wildsau schießen und grillen, kündigte Tobias Herde an.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare