Eigentlich sind die Jahresausstellungen der Artelinos sind immer gut besucht.
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Eigentlich sind die Jahresausstellungen der Artelinos sind immer gut besucht.

Künstler aus dem Usinger Land brauchen wieder Publikum

Artelino-Gruppe hofft auf ein Jahr mit Ausstellungen

  • vonEvelyn Kreutz
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Corona hat vielen Künstlern ihre Lebensgrundlage genommen, denn ohne Veranstaltungen ist ein Verkauf der Werke kaum möglich.Auch in diesem Jahr sind wegen Corona keine Ausstellungen möglich. Für viele Künstler entfallen wichtige Absatzmöglichkeiten. Wenn auch Malkurse nicht stattfinden können, gerät bei manchen ein Teil ihrer Existenzgrundlage ins Wanken. Die Taunus Zeitung stellt verschiedene Künstler vor und beleuchtet, wie sie mit dieser veränderten Situation umgehen.

Usinger Land -Im vergangenen Herbst hätte die 40. Jahresausstellung der Künstlergruppe Artelino stattfinden sollen. Auch diese so wichtige Plattform für die Hobbymaler, wie sie anfangs hießen, ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Die jährliche Kulturfahrt fiel ebenfalls aus. Und auch die regelmäßigen Treffen im Lichthof der Artelino-Organisatoren Brigitta und Klaus Dieter Kahl in Finsternthal lagen nahezu auf Eis. Nur einmal sahen sich dort im Garten die Hobbykünstler mit viel Abstand zueinander zum inspirierenden Austausch. "Im Moment geht nichts", meint Brigitta Kahl.

Das Atelier ist aufgeräumt

Sie selbst hat im vergangenen Jahr ihre Kreativität in die Neugestaltung des Gartens gelegt und hofft, dass die künstlerische Schaffenskraft mit dem Frühling wiederkommt. "Das Atelier habe ich schon mal aufgeräumt, jetzt geht es wieder los mit den ersten Ideen und die sind trotz oder gerade wegen Corona lustig und bunt", sagt sie. In den vergangenen Jahren hat sie sich auf die Hinterglasmalerei spezialisiert, weil die Strahlkraft der Farben da besonders zum Vorschein kommt.

Und wie geht es den Artelino-Kollegen? "Manche haben keine Lust, andere waren sehr fleißig und haben für die Jahresausstellung, die erst im September abgesagt wurde, schon viel geschaffen." Aber insgesamt sei die Stimmung gut. Noch weiß niemand, wie es in diesem Jahr weitergeht. "Wir hoffen, dass unsere Ausstellung in diesem Jahr stattfinden kann", so die Kahls.

Ein Angebot unter freiem Himmel

Sie können sich vorstellen im Hochsommer praktisch aus dem Stehgreif eine Straßenausstellung zu organisieren und denken auch schon weiter: "Wenn die Bedingungen es zulassen, können wir ja trotzdem noch einmal im Spätherbst in den Christian-Wirth-Saal in Usingen einladen." Sie sind sich sicher: "100 Bilder in verschiedenen Techniken und dazu noch Skulpturen und Objekte bekommen wir immer zusammen."

Derzeit sind es 25 Mitglieder, überwiegend Frauen, aus dem ganzen Usinger Land. Zu den Gründungsmitgliedern zählen neben den Kahls noch Christa Gierth und Sigrid Pastore. Die Zusammensetzung der Gruppe verändert sich stetig. Mit den jährlichen Ausstellungen ist es den Artelinos längst gelungen, aus der Anonymität herauszutreten und sich einen Namen zu machen.

In der Christian-Wirth-Schule haben die Artelinos zuletzt ausgestellt. Die erste Schau der Hobbymaler war im Januar 1981 in der Neu-Anspacher Adolf-Reichwein-Schule. Der Impuls zur Gründung der Gruppe ging damals vom Kulturkreis Usinger Land aus. Dann wechselten die Artelinos ins Bürgerhaus Neu-Anspach, dann ins Autohaus Jäger in Neu-Anspach, später ins BMW-Autohaus Kohlhas in Usingen und zur Schäfer Automobile GmbH. Sehenswert ist auch der künstlerisch gestaltete Garten der Versuchung der Artelinos am Schloss in Neuweilnau, den Brigitta Kahl seit einigen Jahren betreut.

Seit 2005 hatte die Jahresausstellung immer ein Thema. "Seitdem ist das Niveau sichtbar gestiegen", ist Klaus Dieter Kahl überzeugt. Dennoch gibt es für dieses Jahr zum ersten Mal kein Thema. "Jeder soll einfach das Beste machen und sich nicht eingeengt fühlen." In der Vergangenheit hat schon allein die Bandbreite von gegenständlich bis abstrakt, von Kleinformaten bis zu überdimensionalen Arbeiten sowie die Vielfalt der Mal- und Zeichentechniken der Malkunst, und Materialien für Skulpturen und Objekte imponiert. "Es fällt bestimmt jedem etwas ein, wie er das, was ihn beschäftigt, ausdrücken kann", meint Klaus Dieter Kahl.

Dass das auch die Betrachter interessiert, haben die immer hohen Besucher- und auch Verkaufszahlen gezeigt. Die wenigsten Künstler seien im Internet vertreten, so Klaus Dieter Kahl. Er sagt: "Bei den Jahresausstellungen verkaufen viele Mitglieder die meisten Bilder." Das Publikum komme oft gezielt zum Kaufen, weil die Hobbykünstler sich in Sachen Professionalität nicht verstecken müssten, ihre Arbeiten noch erschwinglich sind und die Auswahl groß. Evelyn Kreutz

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