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Atriumhaus: Der Bürger soll entscheiden

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Der Bau eines Atriumhauses in der Mitte ist bislang nur ein Vorschlag. Trotzdem ist die Aufregung bei zwei Parteien groß.

Nicht jedem gefallen die Pläne von Architekt Rainfried Rudolf und Immobilienmaklerin Siegrun Kauf. Die beiden vertreten eine Baugemeinschaft, die das der Stadt gehörende Grundstück zwischen Feldbergcenter und Bürgerhaus kaufen und dieses mit einem dreigeschossigen überdachten Atriumhaus bebauen möchte. Das hat sowohl die Christdemokraten als auch die Bürgerliste irritiert.

Die b-now spricht zwar von einem „interessanten Bebauungsvorschlag“, es könne aber keine Rede davon sein, dass es sich hierbei bereits um eine „akzeptable Lösung“ handele oder dass das Projekt auf – wie Rudolf erklärt hatte – „weitgehende Euphorie“ gestoßen sei, erklärt Fraktionsvorsitzender Bernd Töpperwien. „Die Vorstellung des Projektes wurde von den Teilnehmern zwar mit Interesse aufgenommen, doch es wurde auch kritisch hinterfragt, ob eine derartige Bebauung für Neu-Anspach überhaupt geeignet ist“, so Töpperwien. Zudem hätten bislang weder die Verwaltung noch das Stadtparlament irgendeine Entscheidung über eine Bebauung getroffen.

Töpperwien verweist darauf, dass über die Mitte in den Workshop-Gruppen zum Masterplan gesprochen werden soll. „Insofern ist der Vorstoß einer Bebauungsplanung ein Affront und ein klassisches Eigentor, wenn man als Projektierer sein Eigeninteresse den Interessen der Allgemeinheit voranstellt“, sagt der Politiker. „Ohne Bürgerbeteiligung wird es keine Entscheidung für oder gegen eine Bebauung jedweder Art an dieser Stelle geben.“

Erstaunen über die Pläne und den Gang an die Öffentlichkeit auch bei der CDU: „Da plant ein Architekt ein riesiges Projekt auf einem Gelände, das der Stadt gehört, und tut so, als könnte es morgen mit dem Bau losgehen“, erklärt Reinhard Gemander, Fraktionsvorsitzender. Die Christdemokraten fragen sich, ob Bürgermeister Thomas Pauli (SPD) und „sein Stadtplaner“ Bernhard Büttner (b-now) schon Signale ausgesandt haben, dass dieses Projekt Wirklichkeit werden könnte. „Sollen damit die Initiativen unserer Bürger, die sich in dem Stadtentwicklungsprojekt engagieren, beeinflusst werden?“

Von Euphorie kann also auch in der CDU-Fraktion keine Rede sein, eher von „strikter Ablehnung“. Auch wenn die Passivbauweise einen gewissen Charme habe, so handele es sich bei dem Gebäude um einen Klotz, stellt Gemander fest. „Mit diesem Vorhaben verschwinden nicht nur die Grünflächen, sondern auch der überwiegende Teil der Parkplätze am Bürgerhaus.“ Mit dem Bau einer Tiefgarage sei dies nicht zu kompensieren, zumal die Akzeptanz, Tiefgaragen zu nutzen, aus unterschiedlichen Gründen nicht sehr hoch sei.

Die CDU spricht zudem von einer „massiven Überbauung, die schon einmal vor wenigen Jahren, insbesondere von der Bevölkerung, abgelehnt wurde“. Sie wünscht sich stattdessen eine „Plaza orientierte Abrundung des Marktplatzes“. Und auch für die CDU ist die Bebauung ein „klassischer Fall für das Stadtentwicklungsprojekt“, bei dem die Bürger Vorgaben machen sollten.

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