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Die Einsatzkräfte der Usinger Wehr deckten den Gasaustritt mit einem Hydroschild, eine Art Wasserteppich, ab.

Behinderungen in der Innenstadt

Bagger beschädigt Gasleitung

Aufregung in Usingen. Bei Bauarbeiten wurde eine Gasleitung beschädigt. Die Reparaturarbeiten gestalteten sich schwierig.

„Bitte rasch alle Fenster schließen und die Rollläden herunterlassen“, die Aufforderung an das Personal des Altenpflegeheims Usingens Senioren Adresse war freundlich, aber überaus bestimmt. Die Mitarbeiter hatten aber ohnehin schon seit einiger Zeit die Lage im Kreuzungsbereich Bahnhofsstraße / An der Riedwiese / Blücherstraße vor dem Pflegeheim wahrgenommen und bereits reagiert. Der Gasgeruch, der seit Minuten in der Luft lag, hatte längst darauf hingewiesen, dass eine Leitung ein Leck hat.

Was war geschehen? Bauarbeiter hatten auf der Bahnhofsstraße mit einem Bagger die Fahrbahn aufgerissen. Doch dann ereignete sich das Fiasko. Nach Informationen dieser Zeitung war keinerlei Markierung für eine Gasleitung im Erdreich zu sehen. Sogar die übliche Sand-Schutzschicht auf den Rohren fehlte gänzlich. So kam es, dass der Baggerfahrer mit der Schaufel ein Loch in das Gasrohr schlug. Selten dürfte der Mann so schnell vom Bagger gesprungen sein, wie ein diesem Moment, als ihm dämmerte, was da gerade geschehen war, denn schon ein Funke hätte das Gas entzünden können.

Die Mitarbeiter des Bauunternehmens erkannten die Notlage und reagierten richtig. Sie sperrten die Bahnhofstraße in dem Abschnitt ab, dirigierten Autofahrer um, schickten Passanten fort und setzen umgehend einen Notruf ab. Nur wenige Minuten später schrillten die Martinshörner der Einsatzfahrzeuge durch die Innenstadt. An der Einsatzstelle waren auch die Feuerwehrleute sichtlich angespannt, denn der intensive Geruch ließ auf eine große Menge austretendes Gas schließen. Mitglieder der Feuerwehr, aber auch Polizisten und Stadtpolizisten, die mit mehreren Einsatzfahrzeugen angerückt waren, übernahmen die Absperrung.

„Sie können da jetzt nicht rein“, wiesen zwei Feuerwehrleute eine alte Frau hin, die mit ihrem Einkaufswägelchen vom Einkauf am Riedborn kam. „Aber ich wohne doch gleich hier in der Blücherstraße“, entgegnete diese. „Das ist viel zu gefährlich. Sie bleiben hier“, stellten die Einsatzkräfte unmissverständlich klar.

An der Unfallstelle hatten Feuerwehrleute Atemschutzgeräte angelegt, um die Situation in Augenschein nehmen zu können. Und die erwies sich offenbar als nicht ungefährlich. Da die Baggerschaufel noch auf der Gasleitung lag, konnte der Gasversorger zunächst nicht an die Schadensstelle herankommen. Um eine möglich Explosionsgefahr zu minimieren, setzte die Feuerwehr ein sogenanntes Hydroschild ein. Mit diesem wurde ein feiner Wassernebel erzeugt, der das ausströmende Gas niederschlug.

Durch die gezielte Absenkung des Gasdrucks konnte schließlich die Menge des ausströmenden Gases reduziert werden. Schließlich war die Gaskonzentration so gering, dass die Baggerschaufel angehoben werden konnte. Nachdem dies gegen 13.38 Uhr geschehen war, machten sich zwei Arbeiter daran, den Schaden zu beheben.

Alleine von den Feuerwehren aus Usingen, Wernborn, Merzhausen und Oberursel waren rund 35 Einsatzkräfte im Einsatz. Hinzu kamen weitere Kräfte des Rettungsdienstes, die ebenfalls in Bereitstellung blieben. Aufgrund der großräumigen Absperrung kam es im Busverkehr zu großen Behinderungen. Davon betroffen waren vor allem Schulbusse, die Umwege fahren mussten, um den Usinger Bahnhof zu erreichen.

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