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Mitte September starten die ersten Triebfahrzeuge mit Brennstoffzellen-Antrieb in Niedersachsen. Im Taunus sollen die Züge ab 2022 rollen.

Verkehr

Bahn frei für Wasserstoffzüge - Weltpremiere ist für 16. September geplant

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Die Triebfahrzeuge mit Brennstoffzellentechnik, die ab Dezember 2022 auf den Schienen im Taunus im Einsatz sein sollen, haben jetzt die Zulassung vom Eisenbahn-Bundesamt für den Passagierverkehr auf deutschen Schienen erhalten. Noch in diesem Monat starten die weltweit ersten Züge mit dem zukunftsweisenden Antrieb.

Von Dezember 2022 an sollen im Taunus auch die weltweit ersten Züge mit Brennstoffzellenantrieb im Einsatz sein. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) will dafür 26 emissionsfreie Fahrzeuge vom Typ „Coradia iLint“ für den Einsatz auf vier Regionalzuglinien im Taunus anschaffen.

Im Hochtaunuskreis werden die Triebfahrzeuge zwischen Usingen, Grävenwiesbach und Brandoberndorf, im Direktzugverkehr zwischen Brandoberndorf, Usingen, Bad Homburg und Frankfurt sowie zwischen Frankfurt, Höchst und Königstein verkehren. In Niedersachsen ist man bereits ein Schritt weiter.

Für den 16. September ist die Weltpremiere des „Coradia iLint“ geplant: Dann startet die Jungfernfahrt des ersten Zuges mit Brennstoffzellentechnologie. Die ersten beiden Prototypen sind dann im Fahrplanbetrieb zwischen Buxtehude und Bremerhaven unterwegs.

Jüngst nahm das Vorzeigeprojekt für alternative Antriebstechnik auf Schienen die letzte Hürde. Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat nach eingehenden Tests, Probefahrten und Untersuchungen die Zulassung für den Fahrgastbetrieb auf dem deutschen Schienennetz erteilt.

„Das ist ein starkes Zeichen für die Mobilität der Zukunft“, kommentierte Enak Ferlemann (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr, das Ereignis.

Wasserstoff sei eine effiziente Alternative zum Dieselantrieb. Besondere Chancen für diese Züge sieht Ferlemann auf Nebenstrecken, auf denen Oberleitungen entweder unwirtschaftlich oder gar nicht vorhanden seien. Das Land Niedersachsen will dann bis 2022 insgesamt 14 Brennstoffzellen-Züge auf drei nicht elektrifizierten Bahnstrecken auf die Schiene schicken.

Zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude sollen keine Diesel-Loks mehr rollen, sondern nur noch Züge mit Brennstoffzellen-Antrieb. Ursprünglich sollte der Testbetrieb in Niedersachsen bereits Ende 2017 beginnen, dann im Frühjahr 2018.

Mitte September wird der Hersteller Alstom den „Coradia iLint“ nun auch auf der „innotrans“ in Berlin, der weltgrößten Fachmesse für Verkehrstechnik, vorstellen. Doch gibt es durchaus auch Rückschläge. Andernorts gehen einstige Interessenten inzwischen auf Abstand zu Brennstoffzelle.

„Ausschreibungen für den Zugbetrieb auf Dieselstrecken in Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein sind nun technologieoffen gestaltet worden“, schreibt etwa das Eisenbahnmagazin in seiner jüngsten Ausgabe. „2014 hatten beide Bundesländer noch angekündigt hatten, den ,Coradia iLint‘ auf jeden Fall anzuschaffen.“

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