tzu_tas_bluehwiese2_281020
+
Viel Diskussion gibt es um das Ansinnen des Ortsbeirats, in Eschbach Blühwiesen auszuweisen.

Debatte über eine neue Usinger Blühwiese

Bauhof warnt vor der zusätzlichen Arbeit und fehlenden Gerätschaften

  • vonTatjana Seibt
    schließen

Ortsbeirat Eschbach kann seinen Plan nicht so schnell wie gedacht umsetzen - Vereine um Hilfe gebeten

Mehr Biodiversität, mehr Insekten und mehr Nahrung für selbige, das war das erklärte Ziel der Stadt Usingen. Wie das gelingen kann, stellte Förster Karl-Matthias Groß bereits in der jüngeren Vergangenheit im Umweltausschuss vor. Geplant waren dafür Blühflächen, von denen die ersten in Eschbach entstehen sollen.

Sie sind mit einer speziellen Samenmischung versehen und werden nur noch ein bis zwei Mal im Jahr gemäht, damit die Blumen Zeit haben, sich zu samen und so ein natürlicher Kreislauf entsteht. Das war der Plan, den auch der Ortsbeirat Eschbach tatkräftig unterstützen wollte. Deshalb lud dieser am vergangenen Montagnachmittag neben der Presse auch Sybille Winkelhaus, Kreisvorsitzende des Naturschutzbundes, Dirk Schimmelfennig als Leiter des Bauhofs nebst Mitarbeiter Wadim Heinrich und Liane Krische vom Umweltamt zu einem Ortstermin ein.

Vorgesehen war, dass die künftigen Blühflächen festgezurrt werden sollten, auf denen die Nahrung für Insekten wachsen soll. Doch schnell offenbarte sich, dass der Bauhof von dieser Idee wohl nicht ganz so begeistert ist wie es die Politik im Umweltausschuss oder der Ortsbeirat war. "Wir haben weder die Zeit noch das Personal dafür", fasste Dirk Schimmelfennig die Situation aus seiner Sicht zusammen.

Denn ganz so einfach, sich um die Flächen nicht mehr zu kümmern, sei es mit den Blühflächen dann doch nicht. Diese müssten zunächst angelegt werden, dann müsse einmal im Jahr mit einem Balkenmäher gemäht werden, den der Bauhof aber nicht vorrätig hat, und außerdem "muss die Fläche gegossen werden", nannte Schimmelfennig weitere Argumente. In Zeiten von Wasserknappheit sei das ein Problem und außerdem ebenfalls wieder zeitaufwendig.

Da rieb sich nun auch der Ortsbeirat ein wenig verwundert die Augen, denn aus Sicht des Bauhofs sprachen offenbar mehr Argumente gegen eine Blühfläche als dafür. Dabei sollte diese doch weniger pflegeintensiv sein als andere Flächen. "Ja, gewässert werden muss die Fläche am Anfang", räumte auch Winkelhaus ein. Doch das sei nur der Fall, bis die Samen gut angewachsen seien. Dann sollten Vereine mit ins Boot. Die sind schon da, wie sich anhand von Michael Hövelmann als Vorsitzendem des TuS Eschbach zeigte. Auch sie sind bereit, mitzuhelfen und auch den Ortsbeirat zu unterstützen. Am Ende einigte man sich zumindest darauf, dass die Grünfläche am Bürgerhaus mit Blumenzwiebeln bestückt werden soll, Liane Krische Vorschläge für die Art der Zwiebeln macht und vielleicht auch welche an der Hecke am Bolzplatz gesetzt werden. Geld dafür soll der Ortsbeirat dann für den nächsten Haushalt beantragen. Tatjana Seibt

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare