Sperrungen wie hier an der Einfahrt zum Schmitten-Arnoldshainer Ortsteil Hegewiese wegen der noch immer nicht gebannten Gefahr von Schneebruch gibt es derzeit rund um den Feldberg. Verkehrswachthelfer Adolf Stenger berichtet allerdings von zumeist sehr einsichtigen Autofahrern.
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Sperrungen wie hier an der Einfahrt zum Schmitten-Arnoldshainer Ortsteil Hegewiese wegen der noch immer nicht gebannten Gefahr von Schneebruch gibt es derzeit rund um den Feldberg. Verkehrswachthelfer Adolf Stenger berichtet allerdings von zumeist sehr einsichtigen Autofahrern.

Im Taunus-Wald ist's weiterhin gefährlich

Baumbruch-Gefahr durch Eis und Schnee bedeutet für die Waldarbeiter Dauereinsatz

  • vonAlexander Schneider
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Viele Bäume sind durch Trockenheit und Borkenkäfer vorgeschädigt - Sperrungen im Feldberggebiet

Nach dem Schnee ist vor dem Schnee: Kaum hatte der Dauerregen der vergangenen Tage im Hochtaunus "feucht durchgewischt" und die zum Schluss gar nicht mehr so prächtige weiße Pracht in gurgelndes, kaum zu bändigendes Schmelzwasser verwandelt, kam am Samstag schon wieder neuer Schnee. Hoffnungen der Autofahrer, dass die wegen drohenden Schneebruchs gesperrten Landstraßen im hohen Taunus alsbald wieder für den Verkehr freigegeben werden, müssen wohl mit Blick auf die Wetterkarte im wahrsten Sinne weiter auf Eis gelegt werden.

Von den Ästen der die Straßen flankierenden Bäume abtauender Schnee ist ein trügerisches Zeichen vermeintlicher Sicherheit. Es ist nämlich wie nach Stürmen: Wenn sich kaum noch ein Lüftchen regt, heißt das nicht, dass die Gefahr vorbei ist. Thomas Götz, stellvertretender Leiter des Hessischen Forstamtes Weilrod, das auch für die Grävenwiesbacher und Wehrheimer Wälder zuständig ist, sagt: "Nein, keine Entwarnung, die Gefahr bleibt auch nach dem Tauwetter weiter bestehen. Kronen und Äste sind im Zweifel durch die Schneelast angebrochen und können später herabfallen. Da reicht oft ein einziger Windstoß."

Besucher sind meistens vernünftig

Schneebruch nach Nassschnee-Phasen ist nichts Neues, allerdings scheint es in diesem Jahr besonders schlimm zu sein, so dass die Vermutung naheliegt, dass die Bruchanfälligkeit der Bäume mit der Vorschädigung durch den Borkenkäfer und die drei trockenen Sommer zusammenhängt. Götz bestätigt das: "Es kam zu einer Kombination von Rauhreif und danach Nassschnee. Zusätzlich gab es Tauphasen und dann wieder Frostperioden. Dadurch war die Belastung der Kronen und Äste besonders hoch. Abgestorbene Kronen und Äste halten natürlich auch sehr viel weniger Belastung stand. Je nachdem, ob der Baum im vergangenen Sommer oder erst im Herbst abgestorben ist, ist der Zustand der Holzzersetzung höher oder geringer."

Betroffen sind ab Höhenlagen von etwa 500 Metern über Null zwar auch Buchen, bei denen sich erste Auswirkungen der durch Pilzsporen in der Luft verursachten Komplexerkrankung zeigen. Im Wesentlichen naturgemäß aber die Fichten, da deren auch im Winter benadelten Äste dem Schnee mehr Halt als die kahlen Buchenäste bieten, ein "Vorteil im Nachteil". Götz: "In unserem Forstamtsbereich haben wir ja leider nur noch wenige größere Fichtenbestände in den betroffenen Hochlagen. Somit können wir eine Nachkontrolle schneller vornehmen und Wegesperrungen weitgehend vermeiden." Gut sei, dass sich die Waldbesucher, die nach coronabedingt ausgefallenem Winterurlaub den Taunus und insbesondere die Hochlagen rund um den Feldberg stürmen, sobald es irgendwo schneit, sehr vernünftig verhielten.

Feuchter Boden sorgt für neues Phänomen

Vorrangige Aufgabe der Forstämter und aller sonstigen Waldbesitzer ist es, der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen. Im Wesentlichen bedeutet dies, Bäume und deren Äste, die umzustürzen, beziehungsweise abzubrechen drohen, zu entfernen, damit nichts auf Straßen und Wege fallen kann. Entlang der Straßen und der Bebauungen sei man auf einem guten Weg, erklärt Götz.

Durch die aktuelle Situation mit Schnee- und Eisbruch und Sturm müssten aber viele Bereiche wieder nachkontrolliert werden. Erschwerend hinzu komme die durch die starken Regenfälle - eigentlich ein Segen für das Grundwasser - verursachte Auffeuchtung der Waldböden; "Ein neues Phänomen ist, dass der Boden durch die Niederschläge aufweicht und gerade auch Laubbäume aufgrund der Trockenheit der vergangenen Jahre geschädigte Wurzelsysteme haben. In Verbindung mit Schnee, Wind und Sturm verlieren diese Bäume dann den Halt. Dies ist jetzt gerade in den Hanglagen zu beobachten", verdeutlicht Götz, dass die Gefahr noch nicht gebannt ist. Alexander Schneider

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