Ortsverband Schmitten

Beim BUND gibt’s viel zu tun

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Der BUND Ortsverband Schmitten will mit Projekten die Mitglieder erreichen und neue dazu gewinnen. Zu tun gibt es genug, und die Agenda der Naturschützer ist lang.

Die Schmittener Ortsgruppe des BUND hat sich zwar bereits 2013 gegründet, sie ist bisher mit ihren Aktionen aber wenig in der Öffentlichkeit aufgetreten. Das soll sich ändern, sagte Hermann Schlanke, Vorsitzender der Gruppe. „Wir wollen keine kleine Gruppe von Aktivisten sein“, erklärte er den Anwesenden – nur eine Handvoll von insgesamt etwa 120 Mitglieder. Die „Schläfer“ will der Vorstand nun durch Projekte wecken. Denn zu tun gibt es genug.

Derzeit ist das Thema Amphibienwanderung aktuell. Kröten, Frösche und Molche machen sich auf den Weg zu ihren Laichplätzen und werden beim Überqueren der Straßen überfahren. Um das zu verhindern, hat das Amphibienteam Hochtaunus zwischen Niederreifenberg und Schmitten Zäune als Schutzmaßnahmen aufgestellt. Ein Team, das morgens und abends Kröten und Co. über die Straße hilft, ist im Einsatz. Anna Gladis, neu gewählte Schriftführerin der Ortsgruppe, gehört dazu. Um die Krötenwanderung Richtung Bärenfichtenweiher etwas zu entzerren, wurde die Idee aufgegriffen, den trocken gefallenen Glöckchenweiher an der Burgruine Hattstein zu reaktivieren. Ob dieser von den Amphibien auch angenommen würde, lautete eine Frage. Revierförster Axel Dreetz ist davon überzeugt: „Neue Lebensräume werden auch besiedelt.“

Wer einmal sehen will, was bei einer Krötenwanderung so los ist, kann an den Nachtwanderungen mit Anna Gladis teilnehmen. Sie finden am Dienstag, 5. April, in Merzhausen am Meerpfuhl und am Samstag, 9. April, am Bärenfichtenweiher statt. Die genaue Uhrzeit wird noch bekannt gegeben.

„In unserer Landschaft entstehen an jeder Ecke neue Straßen. Da wird es eng für Lebewesen, die auf ihren Lebensraum angewiesen sind“, gab Anna Gladis weiter zu bedenken. Und viele Tiere könnten nicht einfach in andere Gebiete abwandern. Durch Eingriffe in die Natur seien sie bedroht. Ein Beispiel dafür sei die Haselmaus, die ein Kronendach und zusammenhängende Waldstücke benötige. Sollte nun durch den Bau einer Windkraftanlage eine Schneise in den Wald geschlagen werden, sei mit dem Verschwinden zu rechnen.

Trotzdem ist der Ortsverband nicht ganz sicher, ob er gegen die Windkraft sein soll, denn diese sei an sich keine schlechte Sache, erklärte der Vorsitzende. „Aber wir finden, dass Treisberg nicht der geeignete Standort ist“, drückte es Hermann Schlanke vorsichtig aus.

Auf der Agenda des BUND steht unter anderem auch der Druck, der durch neue Besiedelung auf die FFH-Schutzgebiete ausgeübt wird. Möglicherweise werden die Siedlungsgrenzen erweitert und Fauna-Flora-Habitat-Gebiete damit verkleinert, befürchten die Umwelt- und Naturschützer.

Auch die zunehmende Verkehrsbelastung ist ein Thema, das die Naturschützer stark interessiert. Es gebe gute Beispiele aus anderen Ländern, wie mit Motorradlärm umgegangen werde, stellten sie fest. Und auch das Chaos rund um den Feldberg, gerade wenn im Winter der erste Schnee fällt, ist ihnen ein Dorn im Auge. „Alle Waldwege sind an den Wochenenden zugeparkt“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende Michael Degen. Und es werde immer schlimmer.

Ein weiteres Projekt, für das der BUND-Ortsverband noch Unterstützer sucht, ist das Ansiedeln von alten Obstsorten. Die Mitglieder sind bereits dabei, Wiesenbesitzer anzusprechen, damit diese Obstbäume, die vom Aussterben bedroht sind, anpflanzen. Anna Gladis ist übrigens bereits mit gutem Beispiel vorangegangen. Sie hat die „Weiße Goethe-Birne“ gepflanzt. Davon gibt es in Frankfurt nur noch zwei Stück. Und jetzt steht ein Bäumchen in Oberreifenberg. Informationen gibt es auch unter , Ortsverband Schmitten.

Mit dem Rücktritt von Gerhard Mander habe der BUND einen engagierten lebendigen Teil des Vereins verloren, erinnerte Hermann Schlanke, bevor die Wahl des neuen Vorstandes anstand. Bei dieser wurde Hermann Schlanke als Vorsitzender bestätigt. Martin Degen ist stellvertretender Vorsitzender, Henriette van Helden ist Schatzmeisterin, Anna Gladis ist Schriftführerin und Gabriele Kurze sowie Andreas Kratz sind Beisitzer.

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