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Katrin Stracke, Tanja Kaspar, Ernst Baum, Harald Stenger, Hartmut Uhr, Nicole Knerr und Oscar Müller (von links) stellten sich vor.

Senioren-Erzählcafé in Obernhain

Beim Erzählcafé soll keiner zu kurz kommen

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Das Erzählcafé ist keine Partei-Veranstaltung, deshalb gebietet es die Demokratie, dass nicht nur eine Partei sich vorstellt. Am Ende war es in Obernhain auch ganz bunt.

Die Einladung zum Senioren-Erzählcafé durch deren Organisator, Vereinsringvorsitzenden und Ortsvorsteher Ernst Baum (CDU), sah eindeutig nach Wahlwerbung der Union aus, aber am Ende kamen doch alle Parteien zu Wort. Wohl auch deshalb, weil Tanja Kaspar von der FDP einen gemeinsamen Wahlstand von FDP, Grünen und SPD vor dem Veranstaltungsort organisiert hatte.

Unter dem Motto: „Obernhain ist bunt“, wollte sie den Senioren zeigen, dass nicht nur die CDU Kandidaten für den Ortsbeirat hat. Auf den Tischen lagen dann nicht nur Wahlwerbung der Union, sondern auch rote Kugelschreiber, gelbe Küchenschwämme und grüne Wahlprogramme, und die Senioren waren froh, die Vielfalt der Bewerber kennen zu lernen. Auch, wenn sie kurz zusammengefasst Partei übergreifend ein Ziel haben: Sich für den Ortsteil einzusetzen, Unterschiede gab’s je nach Alter und Interessen.

So freuten sich Mitorganisator Günter Schönherr und seine Ehefrau Marie-Luise, dass sich mit Frauke Harder und Katrin Stracke zwei junge Frauen aus dem Wohngebiet Feldbergblick (für die CDU) zur Wahl stellen. Katrin Stracke, die vor fünf Jahren von Köln nach Obernhain gezogen ist, sieht sich „lokal orientiert“, denn ihre Kinder in den Vereinen aktiv, und sie lobte das Apfeldorf: „Wehrheim ist wie ein Geheimtipp, hier gibt es alles, was man braucht.“

Dass Neubürger „gefühlt“ nicht so oft bei Dorfveranstaltungen zu sehen sind, könne daran liegen, dass junge Familien andere Themen hätten als ältere. Tanja Kaspar tritt für die FPD an und hatte deren Vorsitzenden Harald Stenger mitgebracht, der für die Gemeindevertretung antritt. Sie ist ebenfalls Neubürgerin und bewohnt mit ihrer Familie ein altes Haus im Ortskern. Sie ist aber bekannt wie ein bunter Hund, weil sie sich seit fünf Jahren für Kinder im Ortsteil einsetzt, mit ihnen turnt und spielt.

Ursula Berger, die regelmäßig zum Erzählcafé kommt, lobte: „Tanja ist eine, die sich bei vielen Festivitäten sehen lässt.“ Politiker, die sie in den Ortsbeirat wählen solle, möchte sie auch im Dorfgeschehen sehen. So einer ist auch der seitherige Ortsvorsteher Ernst Baum (CDU), das hat er in den vergangenen Jahren bewiesen. „Mir ist das Wohl der Obernhainer eine Herzensangelegenheit“, sagte er dazu. Für die CDU stehen zudem Daniel Kühne und Norbert Krämer zur Wahl, und Oscar Müller stellte sich als Unions-Vertreter der Kreis-Senioren-Union vor.

Nicole Knerr, die für die Grünen seit 15 Jahren Ortsbeiratsmitglied ist, wünscht sich mehr Bürgerbeteiligung an den öffentlichen Sitzungen, um die Bedeutung des Gremiums aufwerten. Der Ortsbeirat dürfe nicht, wie es andernorts diskutiert, abgeschafft werden.

Hartmut Uhr, der neben Michael Dekert für die SPD antritt, wohnt seit 1989 im Ortsteil. In der Politik ist er neu. Er möchte die Bürger auf die Probleme der Flüchtlinge hinweisen, aber noch wichtiger ist ihm, dass viele zur Wahl gehen. „Nehmen Sie auch Ihre Nachbarn mit“, forderte er auf.

Ihre Nachbarn können die Senioren auch zum nächsten Erzählcafé am Dienstag 5. April, ins Gasthaus Zum Engel mitnehmen, wo es um 15 Uhr beginnt.

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