Pfarrer Christoph Wildfang

Beim Gebet Hände gewärmt

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Einen ungewöhnlichen Ort für einen Gottesdienst hatte sich Pfarrer Christoph Wildfang ausgesucht. Im Wald und unter freiem Himmel, wo die Reste der Burg Hattstein gerade noch zu erkennen sind, feierten Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Arnoldshain gemeinsam das Pfingstfest.

An Pfingsten ist überall das große Wandern angesagt. Warum also nicht auch beim Kirchgang? Bei herrlichem Wanderwetter hätten sicher mehr Teilnehmer den Aufstieg zur Burgruine Hattstein gewagt. So schnürten nur 15 Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Arnoldshain und ein Gast aus Frankfurt die Wanderschuhe und folgten Pfarrer Christoph Wildfang vom Parkplatz gegenüber dem Bärenfichtenweiher zum Stammsitz der früheren Ritter. Der Posaunenchor hatte es etwas schwieriger, er transportierte mit Sackkarren auch noch die Instrument den Berg hinauf.

Kalt war es, doch bergauf wurde es den Wanderern warm. Die Überreste der alten Burg sind nur bei genauem Hinsehen zu erkennen. Und den Kindern erläuterte Wildfang, dass hier der Ritter Kuno von Hattstein gewohnt habe. Beim Geschichtsverein Hochtaunus hatte sich Wildfang vorher informiert und skizzierte kurz die frühere Anlage. „Von der Antoniuskapelle gibt es keine Spur mehr, aber auch hier wurde gebetet“, sagte der Pfarrer und berichtete weiter über den Heiligen Geist und Pfingsten.

Nur Johannes benutze in der Bibel den Begriff Paraklet, und der mache es leichter, die Sache mit dem Heiligen Geist im Sinne von Beistand zu verstehen, so Wildfang. Luther habe stattdessen die Übersetzung Tröster benutzt. Auch Menschen könnten Tröster sein, so wie Posaunenchor-Leiterin Christine Matthay, als sie ihm zugesichert habe, dass die Bläser trotz der Kälte den Freiluft-Gottesdienst begleiten würden. Das Lied mit dem Titel „Wie lieblich ist der Maien“ passt zwar nicht so ganz, aber schon allein davon zu singen, weckte Hoffnung. In seiner unnachahmlichen Art rief der Pfarrer zum Gebet auf und meinte spitzbübisch: „Das wärmt auch die Hände.“

Vivien und Celine schienen die niedrigen Temperaturen nichts auszumachen. Während des gesamten Gottesdienstes hielten sie abwechselnd das Holzkreuz, das der Pfarrer im Rucksack mitgebracht hatte. Das Kreuz stammt aus Santiago de Chile, war rot angestrichen, also in der Farbe der Liebe, wie der Pfarrer betonte, und passend zu Pfingsten mit einer Taube bemalt.

(evk)

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