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Beim UTHC stehen alle Zeichen auf Erfolg

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Von: Andreas Burger

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Bei bester Laune feierten die Mitglieder und Freunde des Tennisclubs den Saisonabschluss, obwohl der Spielbetrieb dank der winterfesten Plätze und der Halle weitergehen kann.
Bei bester Laune feierten die Mitglieder und Freunde des Tennisclubs den Saisonabschluss, obwohl der Spielbetrieb dank der winterfesten Plätze und der Halle weitergehen kann. © tz

2022 war bei den Tennisspielern vor allem von Bauarbeiten geprägt. Ein neues Talent macht Verein Hoffnung

Usingen -Erfolg, so sagt man, hat viele Väter - im Gegensatz zu Fehlschlägen. Ersteres trifft auf jeden Fall auf den Usinger Tennisverein zu, an dessen Spitze Dirk Rabis die Zügel in der Hand hat. Was er so nicht hören will, denn „wir sind ein großer Verein, in dem jeder zum Erfolg beiträgt“. Schaut man sich die Besetzung im Vorstand an, wird klar, dass er nicht ganz unrecht hat. Denn dort sind auf jedem Posten die Fachleute am Werk - vom Finanzberater über Steuerfachmänner, der Marketingprofi Rabis und viele andere Berufssparten, die alle ihr Wissen einbringen. Dass es so ist, wie es ist, dürfte aber zu einem guten Teil mit dem PR-Berater Rabis zu tun haben.

Zum einen liegt es an seiner offenen Art, mit der er selbst in Konfliktsituationen Ruhe in die Szene bringen kann. Zum anderen ist er „Überzeugungstäter“ - er könnte wahrscheinlich ohne Probleme den Vatikan überzeugen, in der Sixtinischen Kapelle eine Kita einzurichten. Sprich: Ob Know-how, helfende Hände oder Geld - er organisiert alles. Eine Art Usinger Antwort auf den Soldaten Schwejk.

Planung für fünf Jahre

Schaut man sich das abgelaufene Jahr an, das am Wochenende mit einer Saisonabschlussfeier endete, steht der Verein als einer der wenigen Vereine mit einer tadellosen Bilanz da. Das beginnt bei den Mitgliedern, deren Zahl stetig steigt und bald die Grenze erreicht, was die Tennisplatz-Fläche angeht.

Aber auch hier spuken beim Vorstand noch nicht spruchreife Ideen durch den Kopf. Eine Art Fünfjahresplan soll mit dem gesamten Vorstand entstehen.

Sportlich muss sich der Verein schon gar nicht verstecken. Auch nach dem Abgang von Vorzeigespielerin Mara Guth in den deutschen Kader wird schon das nächste Talent sichtbar: Julian Valenthon holte sich den Sieg beim 45. nationalen Deutschen Jüngsten-Turnier. Hier begann auch die Karriere von Boris Becker oder Angelique Kerber. Da mutet es schon fast bescheiden an, dass die Usinger Tennisspieler in diesem Jahr erstmals nach neun Jahren den Pokal der Tennis-Triple-Trophy in die Buchfinkenstadt holten - ein Turnier zwischen Neu-Anspach, Obernhain und Usingen.

HTV bucht Hallen-Zeiten

Und das Interesse an guten Nachwuchsspielern könnte noch weiter steigen. Denn der UTHC ging mit dem Hessischen Tennis-Verband eine Kooperation ein. Der HTV hatte nämlich von der perfekten Sanierung der Tennishalle Wind bekommen und nachgefragt, ob denn auch seitens des HTV Turniere dort ausgetragen werden können. Der Vertrag steht, samstags sind dort nun einige Stunden gebucht.

Sanierung ist ein gutes Stichwort, denn 2022 gab’s beim UTHC viele Neuerungen, was die „Hardware“ betrifft. Nicht nur die rundum erneuerte Tennishalle ist zu erwähnen, die mal eben 80 000 Euro kostete. Für alle Usinger - Wanderer, Ausflügler oder Radler - steht nun ein Gastrokonzept, das vor allem in den Sommermonaten attraktiv ist. Das Lava als Restaurant in der Halle braucht keinen Schub mehr, dort geht ohne Reservierung kaum noch was. Aber der platzeigene Gastrobereich hat eine neue Ausrichtung. Dort schaffte der UTHC einen Pizzaofen an.

Damit steht man nicht in Konkurrenz mit dem Lava, sondern ergänzt sich gegenseitig. Was bedeutet - in beiden Bereichen können die Speisen gegenseitig bestellt werden. „Die Ausstattung im Clubhaus ist professionell, die Pizza besonders lecker“, schwärmt Rabis. Nötig wurde die Neuerung, weil das ganze Personal derzeit im Lava benötigt wird und fürs Clubhaus ein weniger personalintensives Konzept her musste.

Dritte Terrasse fertiggestellt

Und weil inzwischen der UTHC im kulinarischen Bereich immer mehr Gäste hat, die kein Tennis spielen, aber die Atmosphäre genießen, ist in diesem Jahr die dritte Terrasse fertig geworden. Mit viel Eigenleistung der Mitglieder, angeleitet von Platzwart Joachim Heinsch. Der von Rabis besonders viel Lob erhält. „Seine Planungen funktionieren. Gerade bei der Tennishalle hat er mit dem Team zeitlich eine Punktlandung hingelegt, und das bei der Materialknappheit und schwierigen Handwerkersituation.“

Die dritte Terrasse ist bereits wegen der Nachfrage erweitert worden, 2023 kommt noch ein Regenschutz mit Pagodendach darüber. Und viele weitere „Kleinigkeiten“ hat der Verein abgearbeitet - Wege erneuert, Plätze saniert und aufgearbeitet, eine neue Heizung im Clubhaus installiert - und sich vor allem digital in die Zukunft geschossen. Das Buchungssystem ist schon länger digital durchgetaktet, aber nun können sich Gastspieler auch per Code an den Plätzen mit ihrem Handy einloggen und die Startgebühr gleich bezahlen - Zettelwirtschaft und Bargeld sind out. Auch umwelttechnisch will der UTHC künftig punkten.

Zisternen sind längst vorhanden, um die Nutzung von Frischwasser zu verhindern. Rabis denkt an eine Solaranlage auf dem Dach der Tennishalle, wobei hier die Statik geprüft werden muss - und das Gebäude ja nicht dem Verein gehört. An den Parkplätzen sollen bald E-Autos tanken können, die gesamte Beleuchtung ist auf LED umgestellt worden.

Mit weit über 400 Mitgliedern kommt der Verein an seine Grenzen, denn die Plätze und Spielzeiten sind ja nicht zu erweitern. Ist an eine Ausweitung gedacht? „Da denken wir in größeren Zeitrahmen. Wie gesagt erstellen wir gerade eine Art Fünfjahresplan, in dem nicht nur die sportliche Seite beleuchtet wird. Da geht es auch um Projekte im Bereich Umwelt und natürlich bauliche Veränderungen. Wenn wir etwas vergrößern wollen, geht das nur mit der Usinger Politik.“ Und noch sei keine reale Planung in der Schublade, sagte Rabis.

2023 sind wieder die Mitglieder bei der Versammlung gefragt. Da stehen auch Wahlen an - unter anderem des Vizechefs. Und man mag es kaum glauben: Was die Posten im Vorstand betrifft, hat der UTHC ein Luxusproblem, denn die Mitglieder bewerben sich. Wo andernorts die Wahl auf die fällt, die nicht bei drei den Saal verlassen haben, ist’s beim UTHC umgekehrt. Benjamin Richter will den bisherigen Vize Hendrik Hoffmann ablösen, der aus privaten Gründen den Job abgibt. Schon jetzt ist Richter kommissarisch tätig.

Dass der Verein den gestiegenen Energiepreisen Rechnung tragen musste, versteht sich. Die Hallentemperatur wurde um zwei Grad gesenkt, für individuell buchbare Einzelstunden steigen die Kosten um 15 Prozent. Nicht betroffen sind die langfristigen Aboverträge. „Nicht betroffen von den Sparmaßnahmen sind die Duschen, wir bieten weiter heißes Wasser. Aber: Wir bitten alle Mitglieder, sorgsam damit umzugehen“, so Rabis. VON ANDREAS BURGER

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