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Auch wenn sonst nicht viel beim Schützenverein 1422 derzeit los ist, das Königsschießen fand dennoch statt und einige Sieger gab es zu küren.

Usingens Schützen weichen unter freien Himmel aus

Beim Wettbewerb wird Rolf Eifert Schützenkönig

  • vonTatjana Seibt
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Wegen der Pandemie hat der Schützenverein sich entschieden, erstmals den großen Wettbewerb ins Freie zu verlegen. Den Teilnehmern hat's trotzdem Spaß gemacht, wie die große Teilnahme zeigte.

Usingen – Der Usinger Schützenverein 1422 hat einen neuen König. Rolf Eifert hat mit einem letzten Treffer am Sonntag den Vogel abgeschossen. Selbstverständlich keinen echten Vogel, sondern einen symbolischen.

25 Schützen waren gekommen, um an diesem deutlich entzerrten Königsschießen teilzunehmen, das neben einer ruhigen Hand und Treffsicherheit auch eine gute Portion Glück mit dem Kleinkaliber-Gewehr erforderte.

Im Schützenhaus selbst wäre es für eine solche Veranstaltung zu eng gewesen, so dass sich die Organisatoren entschieden, die gesamte Veranstaltung nach draußen zu verlegen, um die Abstände einhalten zu können. Dazu hatten die Schützen ein Zelt gestellt und Tischgruppen eingeteilt. Mit der Beteiligung am Königsschießen zeigte sich Präsident Jens Kröger sehr zufrieden, nicht zuletzt deshalb, da es ein zähes Ringen um die Königswürde war.

Bei den Ritterwürden zeigte sich der Vogel schnell flügellahm. Der erste Flügel fiel bei Helen Selling, den zweiten brachte Ralph Selling zur Strecke. Von da an gab es ein zähes Ringen, bis schließlich Eifert den alles entscheidenenen Schuss abgab.

Zwischen 13 und 88 Jahre alt waren die Teilnehmer, die an zwei Wochenenden auf Titeljagd gingen. Schießen, das ist beim Usinger Schützenverein durchaus ein Familiensport, wie sich nicht nur beim Königsschießen immer wieder zeigt. Bei den Großkaliber-Schützen holte sich Christian Faeser den Königstitel. An seiner Seite steht Marilia Lenz. Den Wanderpokal sicherte Jan Habich für ein Jahr, bevor er die Trophäe wieder zurück geben muss.

Bei den Luftdruckschützen rangen 20 Teilnehmer um die Königswürden. Den Königstitel beansprucht nun Kerstin Faeser, bei der Luftpistole ist Daniel Bolesta der König. Die Ehrenkette im Luftgewehrschießen hängte der Vorstand Jörg Worbs um, die Damenkette ging an Brigitte Selling und eine weitere Auszeichnung an Oliver Veith.

Schwarzes Pulver, Pflaster und Kugel stopften die Vorderladerschützen ein ums andere Mal, 20 an der Zahl. Gewonnen hat Patrick Veidt am Ende. Auch für den Nachwuchs gab es einen eigenen Wettbewerb. Den Königstitel holte Nils Faeser, erster Knappe wurde Ann-Cathrin Bahrmann und zweiter Knappe Jan Faeser.

Üblicherweise werden die neuen Oberhäupter der Familie zur Weihnachtsfeier ganz offiziell geehrt, doch das ist bekanntlich in diesem Jahr nicht möglich. Deshalb hat sich der Vorstand eine andere Möglichkeit ausgedacht. So soll es am 5. Dezember eine Nikolausfeier am Schützenhaus geben. Von 14 Uhr an werden dort die Schwedenfeuer entzündet und im Freien gestanden. Kesselgulasch soll von innen bis in den frühen Abend wärmen.

Die nächste Veranstaltung soll dann erst im neuen Jahr mit der Neujahrswanderung beginnen und es gibt Überlegungen, wie auch das Neujahrsschießen über die Bühne gehen kann. Darüber hinaus laufen die Planungen für die 600-Jahr-Feier, die der Verein eine Woche vor der Kerb in 2022 feiern will. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Kerb in 2021, die die UTSG ausrichtet, ohne Probleme laufen kann.

Für den Vorsitzenden, stand derzeitiger Planung, soll es die letzte Großveranstaltung sein. Denn in 2023 werde er 50 Jahre alt und beginne auch sich Gedanken um einen Nachfolger zu machen. Hinterlassen werde er einen sehr gut funktionierenden Verein mit einer Vielzahl engagierter Mitglieder. Tatjana Seibt

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