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?Jane?s Alien? rüstet musikalisch auf: Michael Schmitka (v. l.), Dirk Grumann, Liane Göttlich und Matthias Göttlich basteln an ihrem Repertoire (Bassist Andreas Behns fehlt auf dem Foto).

Musik

Best-Ager-Band aus Wehrheim probt in einem Kellerraum Stücke von ihren Rock-Idolen

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„Jane’s Alien“ sind drei Musiker, ein Sänger und eine Sängerin. Dazu gehören Matthias und Liane Göttlich. Sie haben sich zusammen gefunden. Dann neu formiert. Und gerade sind sie dabei, ihr Repertoire auszubauen. Sie lieben den melodischen Rock. Und warten auf Auftritte.

Ein Kellerraum im Gewerbegebiet: dicke Mauern, kleine Fenster und schallschluckende Verkleidung. Hier treffen sich regelmäßig Musiker und „hauen“ in die Saiten oder auf die Pauke. Sie holen aus ihrer Stimme raus, was geht. Nicht, dass die Musik zum Fortlaufen wäre. Aber wie Wilhelm Busch einst sinnierte: „Musik wird störend oft empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden“. Beim Proben ist nun mal nicht jeder Anschlag publikumsreif. So soll nicht nach außen dringen, was noch nicht ausgereift ist.

Das Proben selbst ist für Musiker auch immer wieder eine Herausforderung. Ein Hobby und eine Leidenschaft. Es gilt, ein gemeinsames Ganzes zu schaffen. Etwas Neues. Auch wenn vor allem bekannte Songs aus der Rock- und Blues-Ära auf dem Spielplan stehen.

Ein Probenbesuch bei der Gruppe „Jane’s Alien“ ist ein

Blick in die Werkstatt

. Jeden Freitag wird hier herumgetüftelt. Besagter Probenraum ist klein. Das Schlagzeug nimmt den größten Platz ein. Daneben Verstärker, Monitore, Mikrofone, Mischpult. Wenn der Drummer durchtritt, geht jeder Schlag auf die Bassdrum durch Mark und Bein. Und die Bässe durch die Bauchdecke.

Am Schlagzeug sitzt Dirk Grumann. Die Gitarre spielt Michael Schmitka. Den Bass Andreas Behns. Sänger ist Matthias Göttlich. Aber es gibt auch noch eine „Zweitstimme“. Die gehört Liane Göttlich. Sie musste sich allerdings erst mit dem Repertoire der Bandkollegen anfreunden. Die Musiker kommen aus Wehrheim und Usingen. Vom Alter her müssen sie im Durchschnitt der Best-Ager-Generation zugerechnet werden. Musiktechnisch heißt dass, dass sie mit ABBA und der Neuen Deutschen Welle groß geworden sind.

Aber die vier plus eins lieben es schon ein bisschen härter. Aber nicht zu viel: Punk und Metal findet man auf ihrer Liste nicht. Denn: „Ich mag den melodischen Rock“, sagt Gitarrist Schmitka. Und das Handgemachte. Ohne Schnickschnack. Aber mit Schmackes, könnte man hinzufügen. Aber es geht auch richtig zur Sache. Beispielsweise mit Jimi Hendrix und The Who. Aber die härteren Sachen waren Sängerin Liane anfangs noch zu hart. Eigentlich ist ja auch Matthias Göttlich zu den Jungs gestoßen. Damals, als die gerade einen Sänger suchten. Und da sie auch gerne und oft singt, ist sie einfach mitgegangen.

„Am Anfang war es nicht meins“, sagt sie. Nicht dass sie inzwischen zum Hardrock „konvertiert“ wäre. Aber nach dem der Backgroundgesang zu einigen Stücken gut ankam, hat die Gruppe auch einige Stücke für die Sängerin ins Repertoire aufgenommen. Und die singt sie dann auch als Frontfrau. Beispielsweise von Alanis Morissette und The Pretenders. Aber die Schnittmenge wird immer größer. Denn schließlich ist „Middle of the Road“ von den Pretenders nicht gerade unrockig. Zu Songs wie „Pinball Wizzard“ und „See Me, Feel Me“ von The Who, „Long Train Running“ von den Doobie Brothers oder „Last Dance with Lady Jane“ von Tom Petty kamen jetzt auch melodische Songs wie „Lucky Man“ von Emerson, Lake & Palmer und einige Beatles-Songs.

„Day Tripper“ und „Come togehter“ beispielsweise und „Paperbackwriter“ standen am Probenabend auf dem Programm. Die Stimmen wurden auch gleich einzeln aufgenommen. Denn die Gruppe ist gerade dabei, ein Demo zu basteln. „Man braucht ja mal was zum Vorzeigen“, so Drummer Dirk. Und bei einer Kostprobe von „Paperback Writer“ zeigt sich auch die familiäre Harmonie der beiden Göttlichs. Der Gesang konnte sich wahrlich hören lassen. Gehört hat man „Jane’s Alien“ in dieser Formation auch schon auf der Bühne, so im Neu-Anspacher Musiklokal „Fat Jack’s“. „Das war super, es war ein gemischtes Publikum da, und wir haben eine gute Resonanz bekommen“, erinnert sich Göttlich.

Einen Tourneeplan haben die fünf zwar nicht, sie lassen die Dinge auf sich zukommen. Und wenn sich ein Auftritt ergibt, dann sind sie dabei.

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