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Bürgermeister Marcus Kinkel (links) mit seinem Siegerhuhn. Es stammt aus der Zucht von Horst Praxl.

Kleintierzüchter

Die beste Henne gehört dem Bürgermeister

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Bei den Kleintierzüchtern weht seit einiger Zeit ein frischer Wind, und der war auf der Ausstellung am Wochenende deutlich zu spüren.

Es war auf den ersten Blick zu erkennen: Hier hat sich etwas verändert. Die Kleintierzüchter sind auf neuem Kurs, und das zeigte sich zunächst am hübschen Erscheinungsbild der Ausstellung: grüne Tücher, Tannenzweige und bunte Blumen, wohin man sah. Und natürlich die Tiere. Um die ging es ja hauptsächlich während der Kleintierschau am Wochenende. Kaninchen, Hühner, Tauben, Erpel, allesamt schon bewertet, bis die ersten Besucher kamen. Und in diesem Jahr hatte auch Bürgermeister Marcus Kinkel, passives Mitglied der Kleintierzüchter, eine „Beste Henne“. Eine rebhuhnfarbig gebänderte Zwerg-Wyandotte aus dem Bestand von Zuchtwart Horst Praxl. Vor sechs Monaten hatte er sich das Hühnchen ausgesucht und damals schon scherzhaft gemeint: „Das wird ein Sieger.“ Der Schiedsrichter war bei der Bewertung seiner Meinung.

Sieger zu züchten bedeutet allerdings eine Menge Arbeit und Fingerspitzengefühl im Umgang mit den Tieren. Kein Wunder also, dass Horst Praxl, der seit 50 Jahren Tiere züchtet, nicht nur den besten Hahn in der Ausstellung hatte, sondern auch die besten Tauben. Ebenso erfolgreich war Erwin Becker, der auf die beste Häsin stolz sein konnte, und Holger Müller mit dem besten Rammler. Vereinsmeister wurden Erwin Becker (Kaninchen), Horst Praxl (Tauben), Ronald Müller (Hühner) und Nicole Hegetö (Enten). Und der Verein hat schon erfolgreiche Jungzüchter. Luis Erhard bekam für seinen Maleien-Hahn einen Pokal und die kleine Mia Mattke (4) für ihr Rhön-Kaninchen. Insgesamt 131 Tiere gab es zu sehen, 74 Kaninchen und 57 gefiederte Tiere von 15 Ausstellern. Wobei nicht alle Aussteller ihre Tiere bewerten ließen. Anja Wirth-Böhm, Pressebeauftragte des Vereins, beispielsweise. Sie sieht sich nicht als klassische Züchterin, sondern hält verschiedene Arten von Hühnern aus Liebhaberei und weil sie gerne mal ein gutes Ei isst. Ihre Hühner waren in einer der größeren Volieren untergebracht, ebenso wie Holger Müllers Steinhühner, die als Liebhaber-Hühner ebenfalls nicht bewertet wurden. Diese Liebhaber-Tiere zeigten auch, in welche neue Richtung sich der Verein öffnet. „Es hat sich viel entwickelt, in den letzten zwei Jahren“, sagte Horst Praxl. Doch es werde noch eine Weile dauern, bis sich das alte Team und die vielen neuen und großteils jüngeren Mitglieder zusammengerauft haben. „Es gibt noch Reibungen“, stellt der Zuchtwart fest. „Aber das ist es, was uns als Verein weiterbringt.“ Zu den neuen Mitgliedern zählen auch Matthias Hegetö, der zum Vorsitzenden gewählt wurde, und Daniel Mattke, der für den Internetauftritt zuständig ist. Beide freuten sich über viele Besucher, sogar zwei junge Frauen aus Wiesbaden waren gekommen, um zwei Erpel zu kaufen. Und auch die Tombola mit über 400 Preisen kam sehr gut an, und die kleinen Besucher konnten mit Anja Wirth-Böhm Laternen basteln. Der Bürgermeister war sehr zufrieden und freute nicht nur über seine beste Henne, sondern auch darüber, dass ein kleiner Verein so etwas auf die Beine stellt.

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