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Das Trio Cantastique: Esther Maria Groh, Tatjana Moor-Freber und Harald Teutenberg (von links).

Zu Besuch beim Hauskonzert

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Im Brunhildensteg finden regelmäßig private Hauskonzerte statt, zu denen Freunde und Interessierte eingeladen werden. Dabei stellt das Trio Cantastique jeweils ein anderes Programm auf die Beine. Diesmal drehte sich alles um Schwestern und um die Liebe.

Seit knapp einem Dreivierteljahr räumt Familie Groh regelmäßig ihre Möbel zur Seite, um in ihren Wohnzimmer private Hauskonzerte zu veranstalten.

Jetzt fand das vierte Konzert statt, und darauf ist das Trio Cantastique sehr stolz. „Das hätten wir nicht gedacht, dass die Konzerte nach neun Monaten schon so beliebt sind“, zeigte sich Hausherr Ralf Groh verblüfft und erfreut. Seine Frau Esther Maria Groh (Sopran) ist Teil des Trios, ebenso wie Tatjana Moor-Freber (Mezzo-Sopran) und Harald Teutenberg (Klavier). Die Drei proben wöchentlich mindestens einmal, um immer wieder ein neues Programm präsentieren zu können. Diesmal stand die Veranstaltung unter dem Motto „Wir Schwestern zwei, wir schönen“, ein Vers aus Johannes Brahms Werk „Die Schwestern“.

Um Schwestern ging es aber erst im zweiten Teil des musikalischen Abends. Zunächst widmete sich das Trio der kulturgeschichtlichen Epoche, in der Brahms lebte – der Romantik. Und in der drehte sich fast alles um die Liebe, in ihren höchsten Höhen und den dunkelsten Tiefen, berichtete Ralf Groh einführend. Eine solche Liebesgeschichte, angefangen von den Schmetterlingen bis hin zum traurigen Abschied, hat das Trio, schöpfend aus dem reichen Repertoire alter Meister, in seinem neuen Programm nachempfunden.

So ging es los mit der „Ersten Begegnung“, komponiert von Robert Schumann, und der darauf folgenden Sehnsucht, die von den beiden Sopranistinnen in „Ich wollt meine Lieb’ ergösse sich“ nach Felix Mendelssohn Bartholdy besungen wurde. Schon war das Trio auf der fröhlichen Höhe mit „Boten der Liebe“ von Brahms, als sich bereits die Schatten der Liebe in „Wie kann ich froh und lustig sein“ (Mendelssohn Bartholdy) in melancholischer Stimmung breit machte.

Den Sängerinnen gelang es hervorragend, die anspruchsvollen Klassiker zu präsentieren, was vom Publikum mit entsprechendem Applaus gewürdigt wurde. Dass die Künstler auch Humor haben, zeigte sich an der Interpretation der „Rhapsodie g-Moll op. 79 No. 2“ von Brahms. Die Bezeichnungen des Komponisten „Molto passionato, ma non troppo allegro“ könne heißen: Sehr leidenschaftlich, aber nicht so schnell. „Man könnte es auch übersetzen: sehr leidenschaftlich, aber bitte nicht so fröhlich“, stellte Pianist Teutenberg lächelnd fest, bevor er dem Werk – leidenschaftlich und nicht zu schnell – wunderbar Ausdruck verlieh.

Aber auch die beiden Sängerinnen spielten mit ihren Melodien und Texten. Gerade beim Titel gebenden Stück verliehen sie ihrem hervorragenden Gesang durch schauspielerische Einlagen zusätzliches Gewicht. Ebenso im abschließenden Duett aus der Oper Cosi fan tutte (W. A. Mozart), das Esther Maria Groh und Tatjana Moor-Freber auf Italienisch sangen.

Alle Titel waren allerdings anmoderiert und die Texte im Liedheft auf Deutsch nachzulesen.

Der Eintritt zum Hauskonzert war wie immer kostenfrei. Spenden der Gäste kommen sozialen Vereinen wie der Palabek H.O.P.E School zugute.

Am Samstag, 20. Juni, 19.30 Uhr, findet das nächste Konzert statt. Dann zum ersten Mal mit den jungen Profis „Duo in RE“. Mehr Infos und Anmeldung unter .

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