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Besonderes Programm im Hessenpark

Zu Besuch im Posthaus

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Für die Ferien hat der Hessenpark ein ganz besonderes Programm auf die Beine gestellt. So lädt noch bis Samstag die Töpferwoche dazu ein, in dem Freilichtmuseum ein paar spannende Stunden zu verbringen. Anschließend folgen unter anderem die Tage der Schauspielführungen, alte Kinderspiele und ein Seminar für kleine Fachwerk-Baumeister. Es gibt für Familien mit Kindern aber auch abseits der Wege und der offiziellen Veranstaltungen einiges zu entdecken.

Eine besonders schöne Anlaufstelle im Hessenpark ist das Haus aus Ahlbach (Baugruppe Mittelhessen), in dem eine historische Poststube untergebracht ist. So perfekt, wie dort alles „hineinpasst“ und wie es eingerichtet ist, kann man kaum glauben, dass es sich bei dem Gebäude früher um ein ganz normales Wohnhaus gehandelt hat.

Das Posthaus, in dem sich sowohl eine Telefonvermittlung als auch eine Poststube befinden, ist heute als Ausstellung einzigartig – auch wenn diese Kombination noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Selbstverständlichkeit in Deutschland war. Und das Beste daran: Die Technik funktioniert noch: 20 Anschlüsse der 1922 hergestellten Vermittlungsanlage, die den Namen „Die alte Dame“ trägt und einst im ganzen Reichsgebiet verbreitet waren, sind betriebsbereit, fünf an Telefone angeschlossen.

Wenn das Posthaus von ehemaligen Mitarbeitern der Post besetzt ist, und das ist an jedem ersten und dritten Sonntag sowie an jedem zweiten und vierten Samstag im Monat der Fall, können die Besucher die Anlage selbst ausprobieren. Wenn es nicht gerade zu heiß ist, und die „alte Dame“ Kapriolen macht.

„Für Kinder ist das eine sehr schöne Anlaufstelle“, erzählt Museumspädagoge Torsten Halsey. Für sie sei es ein großer Spaß, miteinander zu telefonieren. Und sie seien dann immer ziemlich verwundert, wie Telefonieren und Vermitteln vor fast 100 Jahren vonstatten gegangen ist. „Wenn sie die Apparate mit den Wählscheiben sehen, versuchen sie, darauf zu drücken.“

Wenn das getan ist, gibt es noch den aus dem Jahr 1915 stammenden Postschalter, an dem die Menschen einst nicht nur Briefe aufgegeben, sondern auch ihren Lohn abgeholt haben. Einblicke in den aufwendig ausgestatteten Schalterbereich sind nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht, und wer möchte, kann dort Postkarten und Briefmarken kaufen und Grüße aus dem Hessenpark verschicken – mit einem Sonderstempel versehen.

Interessant ist übrigens auch der erste Stock im Haus aus Ahlbach. Dort gibt es einen interessanten Einblick in die Geschichte der Telefonie. Zu sehen sind auch hier Telefon-Modelle, mit denen Mädchen und Jungen von heute noch keine Bekanntschaft gemacht haben dürften, aber auch Fernschreiber und die ersten Fax-Geräte. Und: „Kinder können auch hier selbst Nachrichten schreiben und miteinander kommunizieren“, sagt Halsey.

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