So entstehen Freundschaften: Sylvia Bauer (links) und Ehemann Frank von der Walkmühle brachten ihrer Nachbarin Heike Peschko eine ordentliche Finanzspritze zur Sanierung der vom Tornado beschädigten Hessenmühle im Usatal.
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So entstehen Freundschaften: Sylvia Bauer (links) und Ehemann Frank von der Walkmühle brachten ihrer Nachbarin Heike Peschko eine ordentliche Finanzspritze zur Sanierung der vom Tornado beschädigten Hessenmühle im Usatal.

Große Solidaritätswelle nach Tornado

Betreiber der Walkmühle sammeln Spenden für stark beschädigte Hessenmühle

  • vonDorit Lohrmann
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Innerhalb weniger Sekunden hatte ein Tornado Ende Mai verheerende Schäden in Teilen des Usinger Land angerichtet. Er zerstörte ganze Teile der Hessenmühle. Sylvia und Frank Bauer von der benachbarten Walkmühle haben unter ihren Gästen spontan Spenden gesammelt und sie gestern überreicht.

„Das hätte uns genauso treffen können“, sagte Frank Bauer, als er auf dem Hof der Hessenmühle stand und das Ausmaß des Schadens betrachtete. Bauer wohnt mit seiner Ehefrau Sylvia in der gerade mal einen Kilometer entfernten Walkmühle, in der das Paar ein Hotelbetrieb und ein Restaurant führt – für einen Tornado wie der, der in der vergangenen Woche das Anwesen der Familie Heike und Harald Peschko heimsuchte, kaum weiter als ein Katzensprung. Die Bauers wissen außerdem, wie viel Mühe, Zeit und Geld in der Sanierung einer alten Mühle steckt, haben sie doch selbst einmal in eine solche investiert.

Gestern machte sich Sylvia Bauer mit ihrem Mann auf, die Frau von nebenan zu besuchen. „Ich wusste gar nicht, wer da eigentlich wohnt“, räumte sie ein. Entsprechend groß war ihr Erstaunen, als sie in der Hessenmühlenbesitzerin eine gute Bekannte wieder erkannte: Die aus Oberursel stammenden Peschkos waren schon mehrmals zu Gast in der Walkmühle gewesen, lange bevor sie vor fünf Jahren das alte Gebäudeensemble an der Usa gekauft hatten.

Nun ergab es sich beinahe von selbst, dass sich die benachbarten Altmühlenbesitzer über ihre jeweiligen Heimstätten austauschten, wobei natürlich der bereits investierte Aufwand der Peschkos in die Hessenmühle sowie die nun erneut bevor stehenden Gewerke im Vordergrund standen.

In einer bis tief in die Nacht reichenden Aktion hatte die Familie am Samstag die Dächer ausgebessert, um ihre Gebäude vor dem angekündigten Starkregen zu schützen. Nun steht ihr noch eine Reihe weiterer Maßnahmen ins Haus. „Wir fangen praktisch wieder von vorne an“, bestätigte Heike Peschko.

Doch die Familie ist nicht allein. Andreas Kötter vom Tannenhof war einfach aufgetaucht und legte Hand an, wo immer nötig. „Er kommt jeden Tag zum Helfen und will dafür noch nicht einmal etwas von uns annehmen.“

Aber auch Sylvia und Frank Bauer waren nicht mit leeren Händen gekommen: Sie überreichten ihrer gerührten Nachbarin eine Einladung für die ganze Familie zu einem Essen. Und 1250 Euro, die Frank Bauer spontan unter den Gästen der Walkmühle gesammelt hatte. Dass Heike Peschko die neue Freundschaft zu ihren Nachbarn ganz besonders nahe ging, war in ihrem Gesicht zu lesen, als Sylvia Bauer sie ganz spontan in die Arme schloss.

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