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Landrat Ulrich Krebs und Minister Alexander Lorz unterzeichneten den Pakt für den Nachmittag.

Pakt für den Nachmittag unterzeichnet

Betreuung wird ausgebaut

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Die Grundschule an der Wiesenau bekommt ein maßgeschneidertes Hemd, das mitwächst. In feierlichem Rahmen wurde ein Pakt von Land und Landkreis unterzeichnet, der ein Bildungsangebot von 7.30 bis 17 Uhr gewährleistet.

Kultusminister Professor Dr. R. Alexander Lorz und Landrat Ulrich Krebs (beide CDU) unterzeichneten gestern in der Grundschule an der Wiesenau die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land Hessen und dem Hochtaunuskreis für das Programm zum Ausbau der Ganztagsangebote an hessischen Grundschulen.

„Ich freue mich, heute hier in Neu-Anspach den Startschuss für ein zuverlässiges und hochwertiges Ganztagsangebot im Hochtaunuskreis geben zu können“, sagte der Minister. Mit sechs Pilot-Schulträgern war das Projekt begonnen worden, nun kamen zehn weitere dazu, davon drei im Hochtaunuskreis. Dies sind die Neu-Anspacher Wiesenau-, die Arnoldshainer Jürgen-Schumann-, sowie die Landgraf-Ludwig-Schule aus Bad Homburg.

Insgesamt sind es 65 Grundschulen, für die die Zusammenarbeit von Land und Schulträgern vereinbart wurde. „Unser Ziel ist ein flächendeckendes, bedarfsgerechtes integriertes Bildungs- und Betreuungsangebot bis zum Ende der Legislaturperiode umzusetzen“, versicherte Lorz in der Wiesenau-Grundschule einem honorigen Publikum aus Bildungspolitikern des Kreises, Vertretern des Schulamtes und der Schulen sowie den Klassensprechern der Wiesenau-Klassen.

Während der Minister „Frontalunterricht“ für alle hielt, ging Landrat Ulrich Krebs zunächst auf die Kinder zu und machte interaktiven Unterricht: „Was ist denn ein Pakt?“, wollte er wissen, bekam reichlich Erklärungen, zu denen er Ergänzungsfragen stellte. Mit der Feststellung: „Es ist eine Vereinbarung“, traf eine Schülerin schließlich ins Schwarze.

Um Vereinbarung geht es nämlich im doppelten Sinne. Der vereinbarte Pakt zielt im Kern auf die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ab:

„Ich bin froh, dass von unseren 39 Grundschulen im Landkreis alle drei Schulen, die sich um die Aufnahme in den ,Pakt für den Nachmittag‘ beworben hatten, berücksichtigt worden sind“, so Krebs und weiter: „Unser Bestreben ist es, auch an weiteren Grundschulen passende Bildungs- und Betreuungsangebote zu schaffen, damit auch dort Eltern die Chance bekommen, Beruf und Familie unter attraktiven Rahmenbedingungen miteinander zu vereinbaren.“ Das Land stellt im kommenden Schuljahr 180 zusätzliche Lehrerstellen zu Verfügung. Auch der Hochtaunuskreis als Schulträger leistet seinen Beitrag und die Träger bewährter Bildungsangebote, wie die Musikschule Hochtaunus, die Feuerwehren, der Rotary-Club Bad Homburg sowie die Kirchen werden einbezogen. Sichergestellt wird damit ein Betreuungsangebot von 7.30 bis 17 Uhr.

Das kommt an der Grundschule an der Wiesenau gerade recht, denn wie die Schulleiterin Stefanie Mende bildhaft formulierte, war die Betreuung bislang wie „ein Hemd, aus dem man herauswächst.“ Irgendwann spanne es, die Knöpfe drohten abzuplatzen. Ihre Schüler waren „Zeugen der Beurkundung“. Die beiden Schülerinnen, Hannah Weidemann und Sara Cojocar, verliehen diesem Moment mit Klavierstücken aus „Die fabelhafte Welt der Amélie“ und einer „Kleine Toccata“ einen feierlichen Rahmen.

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