Drei Millionen für Sporthalle

Betreuungszentrum in Usingen: Kreis bleibt bei den Kosten

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Einen Anteil von drei Millionen Euro an den Kosten für das neue Betreuungszentrum; das ist der Usinger Politik vor wenigen Monaten noch zu viel gewesen. Der Magistrat sollte eine neue Verwaltungsvereinbarung mit dem Kreis aushandeln. Die liegt nun vor. Aber die Kosten sind nicht gesunken.

Gestern hat sich der Magistrat mit der neuen Verwaltungsvereinbarung zwischen Kreis und Stadt beschäftigt. Darin geht es um Neubau und Kosten für ein Betreuungszentrum am Standort der alten Stadthalle in Usingen. In dieser Einrichtung sollen unter anderem die Kinder der Grundschule Astrid-Lindgren-Schule (ALS) nachmittags betreut werden. Rückblick: Im Dezember hatte die Politik den ersten Vorschlag abgelehnt, denn die Stadt sollte drei Millionen Euro zuschießen. FWG, Grüne, SPD und FDP waren damit nicht glücklich gewesen. Denn nach dem Motto: Wer bestellt, bezahlt, sollte der Kreis den Neubau bezahlen. Usingen habe mit dem Anbau an die CWS, der Finanzierung des Multifunktionsplatzes und der Sanierung der Stadtmauer genug getan. Die drei Millionen Euro wurden aus dem Vertrag gestrichen.

Viele Schreiben gingen in den vergangenen Monaten zwischen beiden Parteien hin und zurück, das Ergebnis: Eine neue Verwaltungsvereinbarung, die sich kaum von der ersten unterscheidet. Um das zu verstehen ist ein weiterer Rückblick nötig: Im März 2008 hatte der Kreis die alte Stadthalle übernommen und betrieb in ihr das Betreuungszentrum für die ALS. Für jede Betreuungsgruppe zahlt die Stadt Geld.

Nun sollte aber ein neues Betreuungszentrum, außerdem eine Zweifeld-Sporthalle (22 mal 45 Meter) sowie eine Mensa. Im Vertragsentwurf heißt es: „Die Zweifeld-Sporthalle und das Betreuungszentrum mit Mensa, werden voraussichtlich eine funktional nicht trennbare Einheit bilden und nutzen teilweise gemeinsame Baukonstruktionen und haustechnische Anlagen. Die Herstellungskosten für das gesamte Gebäude einschließlich seiner Erschließungskosten belaufen sich voraussichtlich auf insgesamt rund 9,4 Millionen Euro“.

Nun rechnet der Kreis Betreuungszentrum und Mensa heraus, bleiben rund sechs Millionen für die Sporthalle – die Hälfte soll Usingen zahlen, da auch Usinger Vereine die Halle nutzen möchten. Und, schwubs, schon stehen wieder die drei Millionen im Vertrag: „Die Herstellungskosten des für den Sport zur Verfügung stehenden Gebäudeteils betragen rund sechs Millionen Euro.“ Da die Zweifeld-Sporthalle auch außerhalb der Schulzeiten zur Verfügung stehe, „beteiligt sich die Stadt an den Herstellungskosten für den für Sport zur Verfügung stehenden Gebäudeteil mit einem Anteil in Höhe von 50 Prozent“, also rund drei Millionen.

Nun ist wieder Usingen am Zug. Die Ausschüsse haben den Vertrag in den kommenden Tagen auf dem Tisch, die Stadtverordnetenversammlung beschäftigt sich am Dienstag, 5. Juni damit. Bereits jetzt hat die Stadt noch einige Bitten, die berücksichtigt werden sollten. Etwa, dass der Winterdienst vom Kreis übernommen wird. Wird er. Ob aber Usinger Vereine vor 17 Uhr die Sporthalle nutzen können, ist eher fraglich. Landrat Ulrich Krebs (CDU) verwies darauf, dass „vorrangig die schulischen Sportangebote“ zu planen seien. Aber genau hier kollidieren Angebot und Nachfrage – denn die UTSG hatte bisher viele Mittags-Angebote in der alten Stadthalle.

Die Frage, ob die Stadt die Halle auch als Versammlungsstätte nutzen könnte, wird ebenfalls verneint. „Die Planungen sehen derzeit nicht vor, dass die Halle als Versammlungsstätte ausgebildet wird“, sagte Krebs.

Dafür möchte Krebs bei den Parkplätzen Hilfe der Stadt. Denn es sei absehbar, dass die notwendigen nicht alle auf dem Schulgelände eingerichtet werden können – und er möchte, dass die fehlenden Parkplätze entlang der Wilhelm-Martin-Dienstbach-Straße bereitgestellt werden. Damit muss der Kreis sie nicht selbst nachweisen.

Nun könnte aber das ganze Konstrukt Usingen noch teurer kommen. Es geht um das Stichwort „Raumbedarf“ für die Kinderbetreuung. Die Politik hatte im Dezember gefordert, diesen doch bitte auszurechnen und die Zahlen mit dem Kreis abzustimmen. Krebs wiederum fordert nun Zahlen, wie viele Kinder noch betreut werden müssten. Und betont: „Erlauben Sie den Hinweis, dass ein Mehrbedarf an Betreuungsplätzen, der über die vier geplanten Betreuungsgruppen hinausgeht, zu Lasten der Stadt geht.“ Pro neuer Betreuungsgruppe würden 700 000 Euro fällig werden.

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