Deponie Brandholz

Biogasanlage am Start

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Nach nur 14 Monaten Bauzeit hat gestern die neue Biogas-Anlage auf der Deponie Brandholz ihren Betrieb aufgenommen. Ab April wird der gesamte Biomüll aus dem Hochtaunuskreis in der Anlage vergärt. Aus dem gewonnenen Gas wird Bio-Strom erzeugt.

Vom Waldrand oberhalb von Westerfeld hat man einen sehr guten Blick auf die ehemalige Deponie Brandholz. Seit Jahren wächst die Gebäudegruppe des von der Rhein-Main-Deponie GmbH (RMD) betriebenen Deponieparks.

Unterhalb der imposanten Photovoltaikanlage ist in den vergangenen Monaten ein bedeutender neuer Hallenkomplex hinzugekommen. Gestern wurde der Warmbetrieb in der für 13,6 Millionen Euro umgebauten und deutlich vergrößerten Biogasanlage aufgenommen.

„Die sogenannte Warminbetriebnahme wird rund drei Monate dauern. Im Laufe des Aprils können wir in den Vollbetrieb gehen“, teilte dazu RMD-Geschäftsführer Markus Töpfer anlässlich der Eröffnungsfeier mit. Nach Angaben der Stadt Bad Homburg will die Kurstadt – als letzte Kommune im Hochtaunuskreis – die Biotonne im April einführen (TZ berichtete).

Dann können im Vollbetrieb auf Brandholz jährlich bis zu 32 000 Tonnen Bio-Müll vergärt werden. Aus dem dabei entstehenden Gas (2,75 Millionen Kubikmeter pro Jahr) werden in einer ebenfalls neu gebauten Verstromungsanlage bei Vollauslastung 6,38 Millionen Kilowattstunden pro Jahr produziert. „Mit dem Strom können rund 1450 Vier-Personen-Haushalte versorgt werden“, erklärte Töpfer.

Die Bedenken, dass der Betrieb der Anlage im Umland zu riechen sein könnte, teilen die Verantwortlichen der RMD nicht. „Alle Hallen, in denen mit Bioabfall und Gär-Resten aus den Fermentern gearbeitet wird, sind geschlossen und an ein spezielles Abluftsystem angeschlossen“, erläuterte Töpfer. „Zudem sind an den Hallen Torluftschleieranlagen installiert, so dass bei geöffneten Toren kaum Gerüche entweichen.“

Für den Betrieb der Anlage sind neben dem Betriebsleiter Frank Heinisch – der bereits während der Bauphase als stellvertretender Projektleiter tätig war – noch zwei weitere Mitarbeiter beschäftigt. Die RMD hat sich damit in den vergangenen Jahren zu einem größeren Arbeitgeber entwickelt.

2003 beschäftigte RMD auf Brandholz lediglich sieben Mitarbeiter. Mit wachsenden Geschäftsfeldern sind es mittlerweile 25. Hinzu kommen die 15 Mitarbeiter der Oberurseler Werkstätten, die im Elektro-Zerlegebetrieb beschäftigt sind. Dem zunehmenden Anlieferungsverkehr sieht der Erste Kreisbeigeordnete und RMD-Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Kraft (CDU) gelassen entgegen.

„Ich freue mich, dass am Mittwoch auch der letzte Bauabschnitt der Heisterbach-Umgehung für den Verkehr freigegeben wurde“, sagte Kraft. „Die Müll-Lastwagen aus dem Vordertaunus können jetzt die Deponie direkt über die Saalburg und die Heisterbachstraße ansteuern. Westerfeld und Hausen werden nicht durch die Anlieferung belastet.“ Profitieren sollen auch die Landwirte.

Bauern, die zuvor für einen vertraglich festgelegten Preis den auf hiesigen Feldern angebauten Mais zum Betrieb der alten Agrogasanlage angeliefert hatten, konnten schadlos aus dem Vertrag aussteigen. „Die Landwirte werden von der neuen Anlage profitieren“, teilte Markus Töpfer mit. „Sie können demnächst die festen und flüssigen Gär-Reste als hochwertigen Dünger auf die heimischen Felder ausbringen. Wir haben bereits erste Gespräche mit den ehemaligen Vertragspartnern und dem Kreisbauernverband geführt.“

Die RMD geht von jährlich 16 000 Tonnen flüssigen Gär-Resten und 10 000 Tonnen festen Gär-Resten aus. Der Düngewert wird umso besser sein, je reiner die Gär-Reste sind (siehe unten stehenden Text).

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