Sinkende Mitgliederzahl

SG Blau-Weiß Oberlauken droht das Ende

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Steht die SG Blau-Weiß Oberlauken vor dem Aus? Von blühendem Vereinsleben kann man schon seit geraumer Zeit nicht mehr sprechen. Immer offener wird über die Auflösung gesprochen.

Der SV Blau-Weiß Oberlauken hat gerade noch 74 Mitglieder. Die wenigen, die zur Hauptversammlung kommen, passen ins Stübchen im Dorfgemeinschaftshaus – Platzangst kommt hier garantiert nicht auf.

Rainer Herr, langjähriger Blau-Weiß-Präsident, redete beim Heckenfest am Pfingstwochenende, auf die Situation des Klubs angesprochen, nicht um den heißen Brei herum: „Ja, die Auflösung ist bei uns ein Thema.“ Bei der jüngsten Hauptversammlung sei es wieder diskutiert worden. „Natürlich wollen das nicht alle, aber es steht etwa halbe-halbe“, gibt Herr zu bedenken, dass sich durchaus auch eine Mehrheit für das Ende des vereins aussprechen könnte. Das Problem bei Blau-Weiß: Man heißt immer noch „Sportverein“, ist im Grunde aber schon lange keiner mehr: „Das einzig Sportliche an uns ist noch die Yoga-Gruppe.“ Gekickt wird schon lange nicht mehr, wobei es Punktspiele ohnehin nie gegeben hat. Meistens sind die Oberlaukener Fußballer bei Schoppenturnieren aufgelaufen, doch auch das ist vorbei. Vereinsleben, so Herr, finde zwar noch statt, beim jährlichen Vereinsausflug und beim Pizzafest. Das musste wegen Personalmangels aber auch schon mal abgesagt werden.

Wenn dann aber das Dorf wieder nach Pizza duftet und sich die Tische unter den vielen Kuchen biegen, mag natürlich niemand ans Aufhören denken. „Es ginge ein Stück Oberlauken kaputt“, sagte Rainer Herr einmal. Ihm liegt der Verein besonders am Herzen, zählt er doch zu den Gründungsmitgliedern des 40 Jahre alten Klubs. Leicht werde man sich die Entscheidung also nicht machen. Immer nur wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren sei aber auch keine Lösung.

Bis zur Hauptversammlung 2019 werden sicher noch Gespräche geführt. Ob es dabei auch um eine Fusion mit der SG Niederlauken gehen wird? Herr hält das durchaus für eine Option, die müsse aber wohlüberlegt sein.

Sorgen um die Zukunft der immerhin schon 71 Jahre alten SG Niederlauken treiben auch deren Vorsitzenden Günther Wehr um. Gerade erst hat er mit einem Minimum an Personal das Heckenfest vor dem Untergang bewahrt, wieder einmal, denn totgesagt worden war es schon häufiger.

Auch Wehr sieht den Namen der SGN nur noch halbwegs vom Begriff Sportverein gedeckt: „Früher gab es hier vier Fußballmannschaften, heute haben wir nur noch einen einzigen Fußballer. Wehr glaubt zwar, den Verein durch eine Tennisabteilung zukunftsfest machen zu können, fand dafür bei der jüngsten Hauptversammlung aber keine Mehrheit.

Über die Auflösung wird bei der SGN noch nicht gesprochen, immer mehr Mitglieder fragen sich dennoch, ob der Verein wirklich noch eine Zukunft hat, zumal jetzt auch die langjährigen Betreuer der Fußballabteilung aussteigen wollen.

„Wie Blau-Weiß eigentlich nur noch das Pizzafest hat, haben wir in Niederlauken bald nur noch das Heckenfest“, sagt Wehr. Einer Fusion der beiden Vereine, um sie einerseits zu erhalten, andererseits aber auch die Mühen der Festorganisation zu verteilen, würde er sich nicht grundsätzlich verweigern. „Das Interesse der Oberlaukener am Heckenfest ist groß, auch jetzt waren wieder viele da“, sagt Wehr. Das Heckenfest zwischen Nieder- und Oberlauken wandern zu lassen kann er sich jedoch nicht vorstellen. Wehr hat bereits mit Rainer Herr über die Gemengelage gesprochen. Ein Angebot, die Yoga-Gruppe zu übernehmen, gebe es bereits.

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