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Thomas Willroth (FWG) vertritt derzeit den Bürgermeister in allen Angelegenheiten, die die Kindergärten betreffen. In Brombach hat er sich mit der Personalsituation befasst.

Erzieherinnen gesucht

Zur Not bleibt die Kita zu

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In der Gemeinde Schmitten sollen im nächsten Kindergartenjahr zwei neue U3-Gruppen im Gebäude der katholischen Kirche in Niederreifenberg eröffnet werden. Dafür Erzieher zu finden könnte ein Problem werden. Schon jetzt ist die Personalsituation in zwei Einrichtungen angespannt.

Nach dem einstimmigen Beschluss der Gemeindevertretung kann die Verwaltung den Ausbau der Kinderbetreuung in die Wege leiten. Weil die katholische Kirche in Niederreifenberg Standort für zwei neue U3-Gruppen sein soll, muss die Kirche als Träger Fördermittel für die Sanierung beantragen und das Personal stellen. Auf dem Papier liest sich das ganz gut. Doch qualifizierte Erzieher sind derzeit Mangelware auf dem Arbeitsmarkt.

Nach Mitteilung vom Gemeindevorstand ist die Personalsituation in zwei Einrichtungen angespannt. Im katholischen Kindergarten Eden in Schmitten seien ab Januar wahrscheinlich 2,5 Stellen unbesetzt, so Hauptamtsleiter Heinz-Otto Freiling. In Brombach wurden gerade erst die Öffnungszeiten verlängert und dafür eine neue Stelle geschaffen. Nach einer Langzeiterkrankung befindet sich aber eine Erzieherin in Brombach gerade in der Wiedereingliederung, eine zweite ist schwanger.

Das mit vorhandenen Mitarbeitern abzufedern ist laut Freiling kaum möglich. Beigeordneter Thomas Willroth (FWG), der derzeit als Sozialdezernent den Bürgermeister vertritt, machte sich selbst ein Bild. „Unsere Teilzeitkräfte sind in der Regel selbst Mütter und springen ein, wo sie können“, berichtete Brombachs Kindergartenleiterin Margit Schmidt. „Aber das hat seine Grenzen und kann kein Dauerzustand sein“, stellt sie fest. Wenn früher mehrere Erzieher krank gewesen seien, sei es möglich gewesen einen Notbetrieb anzubieten, weil einige Eltern ihre Kinder zu Hause behalten haben. „Heute sind fast überall beide Elternteile berufstätig.“

Wenn grundsätzlich Mitarbeiter fehlen, könne es schnell zu einer Notsituation kommen, meint Freiling. Aus Gründen des Haftungsrechts muss jedoch mindestens eine Fachkraft pro Gruppe anwesend sein.

Und was passiert, wenn das nicht der Fall ist? „Wenn der Betreuungsschlüssel nicht sichergestellt ist, wird uns nichts anderes übrig bleiben als eine partielle Schließung vorzunehmen“, so der Hauptamtsleiter. Das war in Arnoldshain schon einmal der Fall.

Ein Personalaustausch zwischen den beiden gemeindlichen Einrichtungen in Arnoldshain und Brombach ist möglich, aber reine Theorie. „Freie Spitzen haben wir nicht“, so Freiling. Laut Rahmenvertrag wäre auch ein Austausch mit den katholischen Kindergärten denkbar. Dort ist die Situation aber nicht anders.

Manuela Bernhard, die sich als Nachfolgerin von Eva Touissant seitens der Kirchengemeinde St. Franziskus und Klara Usinger Land um die Belange der kirchlichen Kindergärten kümmert, ist zuversichtlich. Eine gewisse Entspannung sei trotz Langzeitkranken bereits gelungen. „Die Herausforderung ist, auch künftig kompetente und motivierte Mitarbeiterinnen zu akquirieren“, sagt sie. Im Klartext heißt das: Schmitten braucht Erzieher für seine Kindergärten.

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