Von Brand zu Brand gefahren

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Die Schmittener Wehren sind bestens gerüstet. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung bekamen sie viel Lob. Aber der Schuh drückt auch.

Von auffallend vielen Waldbränden im Feldberggebiet berichtete Gemeindebrandinspektor Christoph Brendel im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Schmittener Gemeindefeuerwehren im Bürgerhaus in Brombach. Zu Wald- und Flächenbränden mussten die Kameraden 22 Mal ausrücken, zu Brandeinsätzen insgesamt 81 Mal und damit 21 Mal häufiger als im Vorjahr. „Leider ist im Sommer wieder jemand mit Streichhölzern durch den Wald gerannt“, sagte Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG) das, was offensichtlich viele nicht aussprechen wollten.

Bei den 154 Hilfeleistungen, rund doppelt soviel wie im Vorjahr, habe es einen deutlichen Anstieg der „dringenden Türöffnungen“ gegeben, so Brendel. Die 173 Aktiven seien 238 Mal alarmiert worden und hätten 1480 Stunden bei Einsätzen verbracht, ein Plus von 45,1 Prozent. Insgesamt haben die Mitglieder der Wehren 13 200 ehrenamtliche Stunden geleistet, das entspricht 1650 Arbeitstage mit je acht Stunden. 46 Kameraden haben Seminare und Lehrgänge besucht.

Trotz fünf Neuzugängen warnte Brendel vor einem Wegbruch an Freiwilligen. In die Zukunft weise die Umsetzung des Feuerwehrbedarfsplans mit Investitionen für die technische Unfallhilfe und der Anschaffung von 30 Brandschutzanzügen. Der neue Einsatzleitwagen wurde am Tag vor der Versammlung abgeholt. Die Ersatzbeschaffung für das 28 Jahre alte LF8 der Arnoldshainer Wehr sei auf den Weg gebracht. Organisatorisch haben sich zwei Arbeitsgruppen bewährt, die Schulungen, Übungen und Einsatzpläne sowie Leitfäden für die Wehren erarbeiten.

Wie wichtig die Jugendwehren für die Zukunftssicherung sind, machte Gemeindejugendwart Ralf Dieckmann deutlich. Nicht in allen Ortsteilen sei das Engagement der Kinder und Jugendlichen beim Weihnachtsbaumsammeln honoriert worden, stellte er fest. Die Begeisterung des Nachwuchses für die Wehr wurde dadurch aber nicht geschmälert, alle Bewerber für beide Stufen der Jugendflamme haben die Anforderungen geschafft. Berufsfeuerwehrtage, gemeinsame Übungen und Ausflüge stärken die Gemeinschaft. Obwohl die Jugendwehren gut aufgestellt seien und die Mitgliederzahl im Vorjahr um über 20 Prozent auf derzeit 76 gestiegen sei, dürfe man sich darauf nicht ausruhen. Der Jugendwart plädierte für den weiteren Aufbau von Minifeuerwehren nach dem Vorbild von Oberreifenberg, wo die Jugendwehr in diesem Jahr ihr 45-jähriges Bestehen feiert.

Kreisbrandinspektor Carsten Lauer kündigte verstärkte Arbeit in den Schulen an, um den Nachwuchs möglichst früh „abzuholen“. Besonders hob er hervor, dass in den Schmittener Wehren alle Führungspositionen besetzt sind. Auch vergaß er nicht den Einsatz bei der Einrichtung der Flüchtlingsnotunterkunft in Oberursel zu erwähnen.

Dass die Bürger sich auf einen funktionierenden Brandschutz verlassen können, zeigte nicht zuletzt die Ehrung von 16 langjährigen Aktiven: So erhielten Alexander Beuth, Martin Bingsohn und Stefan Ochs das Hessische Brandschutzehrenzeichen am Bande in Gold für 40 Jahre aktiven Dienst, und Simon Goik, Jürgen Gutacker, Karsten Löw, Alexandra Schieler und Steffen Sell diese Landesauszeichnung in Silber. Für 30 Jahre Feuerwehrdienst wurden Christoph Brendel, Andreas Knippler und Michael Spreng mit der Ehrenmedaillen des Nassauischen Feuerwehrverbandes in Gold ausgezeichnet und Maximilian Lange für 20 Jahre mit der in Silber. Eine Anerkennungsprämie von 1000 Euro gab’s für Raimond Beuth und Stefan Ochs für 40 Jahre Dienstzeit und 500 Euro für Gerhard Dorn und Volker Niebergall für 30 Jahre.

Die Florians-Medaille der Hessischen Jugendfeuerwehr nahmen die Jugendwarte Sebastian und Janeck Wießmann in Bronze entgegen und Maximilian Lange in Gold. Befördert wurden Marcel Führ, Kevin Bingsohn und Lars Katz zum Oberlöschmeister und Simon Goik zum Hauptlöschmeister.

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