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Martina Wätzold präsentiert die Überflieger der Ausleihe: zwei Brettspiele, die 2017 erschienen sind.

Stadtbücherei

Brettspiele sind in der Bib der Hit

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Ein Paradies für Bücherwürmer: Romane, Kinderbücher und weiterer Stoff für Bibliomane gingen am Wochenende erstmals zusammen mit Kaffee und Kuchen über den Tisch. Nach wie vor erfreut sich die Stadtbücherei eines hohen Zuspruchs. Besonders beliebt sind derzeit auch Brettspiele.

„Wir wollten mal was anderes machen“, sagte Büchereileiterin Martina Wätzold. Deshalb gab es in der Stadtbücherei am vergangenen Samstagvormittag ein Kaffee- und Kuchenbuffet. Zum Bücher-Flohmarkt wohlgemerkt, denn die Bücher beziehungsweise die Medien, die dort zu haben sind, waren Grund Nummer eins für die Besucher vorbeizuschauen, der Kaffee und der Kuchen mag dagegen ein zusätzlicher Reiz gewesen sein.

Neben den Hauptamtlichen waren die Ehrenamtlichen am Flohmarkt-, Kaffee- und Kuchentag praktisch in der Überzahl im Einsatz. Kennzeichen: Grüne Poloshirts mit der Aufschrift „Freunde der Stadtbücherei“. Die greifen der Bibliothek unter die Arme, denn nach den haushaltsbedingten Einschränkungen der Öffnungszeiten, musste die erst wieder Fahrt aufnehmen. 20 neue Spiele hatte der Förderkreis der Bücherei zuletzt gestiftet und damit einen aktuellen Trend getroffen.

„Spiele sind zurzeit der absolute Renner“, erklärte Wätzold. Mit Spielen meint sie aber keine Computerspiele, Nintendo und Co., sondern Brett- und Kartenspiel bis zum Quiz. „Das hier ist für Erwachsene“, sagt Wätzold vor dem Erwachsenen-Regal und packt eine Schachtel aus. „Nenne drei Säugetiere“, liest sie einen Karte vor und dreht dabei eine Sanduhr um. In fünf Sekunden müssen die Fragen beantwortet sein, und es sind noch andere dabei als die nach Hund, Katze und Elefant. Die Kinder haben ihre Regale gleich am Eingang. „Icecool“ ist einer der Hits und gleichzeitig das „Kinderspiel des Jahres 2017“.

Diesen Titel nur knapp verfehlt, hat „Captain Silver“, ein Schatz-such-Spiel, das zu den beliebtesten Kinderspielen des vergangenen Jahres zählt. „Es wird wieder viel gespielt, Eltern mit ihren Kindern und die Kleinen miteinander“, erklärt die Büchereileiterin und kann dies durch die Ausleihzahlen belegen: 236 Spiele sind im Bestand, 1021 Mal wurden sie ausgeliehen, das heißt, rechnerisch ist jedes Spiel rund vier Mal mitgenommen worden. Am meisten aber werden, da wird die Bücherei ihrem Auftrag gerecht, die Printmedien ausgeliehen: 45 337 Ausleihen schlagen im vergangenen Jahr zu Buche, wegen der Einschränkungen allerdings sei ein Vergleich zum Jahr davor aber nicht aussagekräftig. Der Trend ist jedoch eindeutig: Es wird nach wie vor gerne und viel gelesen. Kinder und Jugendliche sind die besten Kunden der Bücherei. 15 275 Mal wurden Kinder- und Jugendbücher ausgeliehen. Dann kommen die Romane mit 8850 Ausleihen und die Sachbücher, die 3950 Mal über den Tresen gingen.

Bei den „Non-Book-Medien“ haben nach den DVDs ebenfalls die Kinder- und Jugend-CDs die Nase vorn: 2777 Mal wurden solche ausgeliehen und die Hörbücher liegen mit 1125 Ausleihen auch noch sehr gut im Rennen. Zeitschriften waren 1712 Mal gefragt und dann kommen auch schon die Aufsteiger des Jahres, die Brettspiele mit 1021 Ausleihen. Die Konsolspiele rangieren mit 256 Ausleihen weit hinten. Allerdings spielen sie im Bestand auch eine untergeordnete Rolle. Mit 45 Exemplaren ist ihr Bestand konstant gering.

Auch was die Bestandzahlen angeht, sind die Kinder- und Jugendbücher mit 5740 Stück an der Spitze, gefolgt von Romanen und Sachbüchern mit jeweils rund 4000 Büchern. Die Ausleihen verteilen sich auf 620 Leseausweise, womit rechnerisch auf einen Ausweis rund 70 Ausleihen kommen.

Neuanmeldungen gab es trotz verminderter Öffnungszeiten viele: Die ausgestellten Familienausweisen sind im vergangenen Jahr um 68 auf 507, die Jugendausweise um 48 auf 113 gestiegen.

Nicht nur diese Zahlen belegen, den Stellenwert der Stadtbücherei beim Bürger, sondern auch der Andrang beim Flohmarkt-Samstag. Zeitweise waren die Bücherkisten mit den auszumusternden Büchern dicht umlagert, auch der Kuchen war gefragt. Diesen hatten die „Freunde der Stadtbücherei“ gebacken. Der Erlös kommt erneut der Einrichtung zugute. 18 Mitglieder zählt der Förderkreis. Die Hauptamtlichen setzen sich ebenfalls ehrenamtlich für die Bücherei ein. Drei Mitarbeiter teilen sich 1,2 Stellen, am Samstag kam für sie eine Gratisstunde dazu.

Von einer Schließung aus Haushaltsgründen höre man zurzeit nichts, aber ein Umzug sei noch im Gespräch. Für die nächsten drei Jahre ändere sich jedoch vermutlich nichts, denn so lange laufe der bestehende Mietvertrag, sagt Martina Wätzold.

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