Mit der Spende von vielen interessanten Büchern über Napoleon Bonaparte entstand bei Gudrun Daume die Idee zu einer Sonderausstellung über den französischen Kaiser und die Nassauischen Truppen.
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Mit der Spende von vielen interessanten Büchern über Napoleon Bonaparte entstand bei Gudrun Daume die Idee zu einer Sonderausstellung über den französischen Kaiser und die Nassauischen Truppen.

Usingens Museum zeigt Sonderausstellung über Napoleon

Bücher-Schenkung ergänzt umfangreiche Exponate zum Kaiser

  • VonMonika Schwarz-Cromm
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Selbst der Förster hat seine handgemachten Zinnfiguren beigesteuert

Usingen. Dass Napoleon Bonaparte lediglich 1,68 Meter groß war, tat seinem Image als großem französischem General, revolutionärem Diktator und selbst ernannten Kaiser der Franzosen keinen Abbruch. Als Kaiser Napoleon I. bewies er sich als militärisches Talent. Sein Siegeszug dauerte bis zur Schlacht bei Waterloo, bei der er vernichtend geschlagen wurde. Er starb mit nur 52 Jahren 1821 im Exil auf der englischen Insel St. Helena im Südatlantik.

Diesem Kaiser widmen Heribert und Gudrun Daume im Heimatmuseum am Schlossplatz 1 am Sonntag die Sonderausstellung "Napoleon I und die Nassauischen Truppen". Das Stadtmuseum ist dafür unter den geltenden Corona-Regeln an den Sonntagen 5. Dezember, 12. Dezember und 2. Januar, jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet, danach bis Ende März nach telefonischer Vereinbarung unter (0 60 81) 20 22.

Grund der Ausstellung: "Wir haben eine Schenkung von rund 65 Büchern und Schriften zu Napoleon erhalten", teilte Gudrun Daume dazu mit. Und zwar hatte Guntram Müller-Schellenberg die komplette Napoleon-Sammlung seiner Taunussteiner Buchhandlung an das Ehepaar Daume übertragen. Beide nahmen das großzügige Geschenk mit großem Dank entgegen.

Sofort suchte Gudrun Daume alles heraus, was der Fundus zum Thema Napoleon hergab. Und schon stand eine Sonderausstellung. Denn bereits 2015 lud das an Geschichte interessiere Ehepaar Daume zu 200 Jahre Waterloo ins Heimatmuseum ein.

Das große Kampfbild, das die grausame Schlacht bei Waterloo nachbildet, kommt also erneut zu Ehren. "Die Nassauer Truppen sind auf diesem Bild wohl eher im Wald zu finden, also nicht zu sehen", erklärte Gudrun Daume schmunzelnd. Um alle Exponate gut sichtbar zu verteilen, haben die Bauhofmitarbeiter mitgeholfen, berichtete sie von den Vorbereitungen zur Sonderausstellung, die von der Dauerausstellung der Usinger Geschichte umrahmt wird. Der Besucher erfährt also nicht nur den Zusammenhang von Napoleon und den Usingern, die in den Nassauer Truppe gedient haben. Er kann sich auch über die Geschichte Usingens informieren. Mehr noch: Wer sich eines der Bücher über Napoleon ausleihen möchte, dem ermöglicht Gudrun Daume dies gerne.

255 Soldaten

Da passt auch das Zinnsoldaten-Bild von Förster Karl-Matthias Groß besonders gut dazu. Zeigt es doch 255 von ihm handgemachte nassauische Soldaten. Auch die Fahne des Bataillons Usingen aus dem Jahr 1813 ist ausgestellt. Der Zahn der Zeit nagt bereits kräftig an ihr, was aber bei dem, was diese Fahne alles erzählen könnte, kein Wunder ist. Übrigens gibt es auch die Original-Fahnenstange zur Landsturmfahne, sogar mit einem deutlich erkennbaren Streifschuss. Gudrun Daume hat auch die Lebensgeschichte Napoleons ausdrucken lassen.

Zudem passt das Leben des in Usingen geborenen August Hergenhahn in die Ausstellung. Er lebte von 1804 bis 1874 und wurde 1848 Abgeordneter für Wiesbaden in der Frankfurter Nationalversammlung. In den Vitrinen sind zur Sonderausstellung die typische Kopfbedeckung Napoleons, aber auch ein Tschako, die Kopfbedeckung der Infanterie des Herzogtums Nassau mit der passenden Bommel, deponiert. Auch ein Brandeisen ist zu bestaunen. Mit dem wurden die Schenkel der Nassauischen Pferde gekennzeichnet. "Die Kanonenkugeln haben wir in Usingen gefunden", betonte Gudrun Daume. Ein Perkussionsgewehr, ein Rückenpanzer mit Eindruck von einer Perkussionskugel aber auch einige Münzen aus damaliger Zeit gehören ebenfalls zu den Exponaten.

Gudrun Daume hat sogar eine Liste mit den Namen der Usinger angelegt, die bei Waterloo gekämpft haben. Es lohnt sich allemal, diese Ausstellung zu besuchen damit die alte Zeit in Gedanken Zeit aufleben zu lassen.

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