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Das "Pfädchen" wie die Usinger den Weg zwischen Neutorstraße und Neuem Marktplatz nennen, ist für Rollator und Kinderwagenschieber ungünstig angelegt und sollte verbessert werden, so Bürger im Ortsbeirat.

Usinger Planung für Westerfelder Weg ist nicht bei allen Anwohnern willkommen

Bürger befürchten mehr Verkehr vor der Haustür

  • vonTatjana Seibt
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Auch die Kreisel-Lösung an der Bahnhofstraße gefällt nicht allen Parteien

Wird der Westerfelder Weg zum verstärkten Einfallstor nach Usingen? Kein Zweifel, die Anwohner befürchten, dass es mit einer besseren Verkehrsanbindung vom Westerfelder Weg in die Bahnhofstraße so weit kommt. Das machte zumindest ein Anwohner besonders deutlich in der Bürgerfragestunde des Ortsbeirats.

Der hatte über die drei Varianten vom Planungsbüro IMB-Plan zu beraten, das mit einer Realisierungsstudie von der Stadt für die Bahnhofstraße und den Westerfelder Weg beauftragt wurde. Ziel ist es, das Linksabbiegen in die Bahnhofstraße aus dem Westerfelder Weg zu verbessern, ebenso das Einbiegen für Fahrzeuge jenseits der zwölf Meter in den Westerfelder Weg.

Untersucht worden war eine Aufweitung der Fahrbahn sowie eine Mini-Kreisel und ein richtiger Kreisel. In den Fachausschüssen hatte man sich bereits für die große, rund 500 000 Euro kostenintensive Kreisellösung mehrheitlich entschieden.

Der Vorteil der Stadt: Ein Großteil der Kosten wird über das Förderprogramm "städtebaulicher Denkmalschutz" bezuschusst.

Ortsvorsteher Joachim Brötz (FWG) bedauerte, dass die von seiner Partei vorgeschlagene Variante, nämlich das Rechtsabbiegen aus dem Westerfelder Weg durch das Entfernen des Rosenbeetes an der rechten Fahrbahnseite, in der Betrachtung keine Berücksichtigung gefunden hatte. Das Argument dagegen sei gewesen, dass man keinen Zebrastreifen über die gesamten Fahrbahnspuren legen könne.

Ein bisschen breiter tut's auch, fasste SPD-Fraktionschef und stellvertretender Ortsvorsteher Bernhard Müller die Haltung seiner Partei zusammen. "Ein Kreisel bringt keine echten Vorteile", sagte Müller bei der Bürgerfragestunde. Der Rückstau könne in beiden Straßen immer noch entstehen, denn die Fahrzeuge müssten beim Einfahren in den Kreisel warten. Das wiederum könnte in der Bahnhofstraße durchaus zu mehr Stau führen und würde auch die Anwohner im Westerfelder Weg nicht entlasten, die gerade die lange Stausituation als lästig empfinden.

Die sind aber offenbar da nicht ganz einer Meinung, wie auch ein Anwohner in der Bürgerfragestunde einräumte.

Da gebe es jene, die einen Kreisel befürworten und solche die fürchten, dass die Zufahrt nach Usingen rein so komfortabel wird, dass noch mehr Verkehr über diese Straße fließe. "Dann müsste mindestens der Status der Anliegerstraße aufgegeben werden", so seine Forderung.

Anliegerstraße umwandeln

Der Beirat nahm die Vorlage der Verwaltung im Ergebnis zur Kenntnis. Final entschiede werden soll der Kreisel, in der kommenden Stadtverordnetenversammlung.

Gleiches gilt für den Flächenankauf in der Hattsteiner Allee, wo die Stadt etwa zwölf öffentliche Parkplätze schaffen möchte und dazu Gelände vom Investor Horn kauft (Horn wird auch die Gelände am Alten Krankenhaus und der ehemaligen KLS entwickeln). Für den Ankauf und die Bebauungspläne gab's die Zustimmung vom Ortsbeirat.

Die Bebauungspläne von Lidl in der Bahnhofstraße will der Beirat vor dem finalen Beschluss noch einmal auf den Tisch haben. Denn auch da spielen die Planungen für den Kreisel Westerfelder Weg/Bahnhofstraße eine entscheidende Rolle.

Unzufrieden mit Umbau des Pfädchens

Ortsbeiratsmitglied Andreas Haase (CDU) erinnerte in dem Zusammenhang an den Änderungsantrag seiner Partei zu den Plänen. Der sieht vor, dass eine Brücke zwischen Lidl und Aldi geschlagen werden solle. In den Fachausschüssen war das bereits beschlossen worden.

Lediglich zur Kenntnis nach eingehender Diskussion nahm der Beirat den Umbau der Scheunengasse. Die soll zur Tempo 30 Zone mit alternierenden Parkplätzen umgebaut werden.

"Für uns ist da zu wenig Musik drin", begründete Müller die Ablehnung der SPD. Diese hätte gerne eine Fußgängerzone gehabt, während die Mehrheit aus CDU und FWG auch mit 30 zufrieden sind.

Das Thema E-Ladesäulen für die Kernstadt war in der Vergangenheit bereits diskutiert worden. Ziel sei es, die Ladesäulenkapazität zu erhöhen, allerdings will die Stadt nicht als Anbieter auftreten, sondern versucht Gewerbetreibende dafür zu gewinnen.

Unzufrieden zeigte sich darüber hinaus ein Bürger mit dem Umbau des Pfädchens. "Das war früher steil und hatte nur wenig Treppen", erklärte der bekennende Opa, der häufig mit dem Kinderwagen unterwegs sei. Die vielen Treppen machten einen Kinderwagen auf diesem Weg unmöglich. Seine Anregung: Zurück in die Schräglage des Weges mit weniger Treppen, "denn der Aufzug am Neuen Marktplatz ist ja ständig kaputt." Der Beirat nahm die Anregung auf, allerdings ohne eigene Empfehlung. Tatjana Seibt

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