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Der Innenstadtverkehr wird sicherlich auch einer der zentralen Themen bei der SPD sein.

SPD greift Stadtentwicklungskonzept vor

Bürger aus der Reserve locken

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Die Stadt Usingen ist im Förderprogramm städtebaulicher Denkmalschutz und muss somit ein integriertes Stadtentwicklungskonzept vorlegen. Bürger sollen an der Zukunftsgestaltung der Stadt beteiligt werden. Die SPD hingegen ist derzeit etwas schneller und geht eigene Wege.

Mit „Komm aus den Puschen, Usingen braucht dich“, ist der Flyer überschrieben, den die SPD dieser Tage in ganz Usingen verteilt hat. Puschen, ein typisch norddeutsches Wort, wie die Ortsvereinschefin Birgit Hahn und stellvertretende Fraktionschefin einräumt. Und in der Tat sei die Zeit für die Bürger da, die Filzpantoffeln zur Seite zu stellen und sich selbst einzubringen. Dass die Einladung der SPD zu einem Bürgertreff am Dienstag, 6. März, 19.30 Uhr, nun erfolgt, wo es doch im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes, das für das Förderprogramm städtebaulicher Denkmalschutz aufgelegt werden muss, geschieht, „das ist Zufall“, betont SPD-Fraktionschef Bernhard Müller im Gespräch.

Schon im Sommer 2017 sei die Idee der Bürgerbeteiligung geboren worden, die stark an die Agenda 2020 erinnert. „Anders als bei der Agenda gibt es aber einen zeitlich definierten Rahmen, in dem die Ideen gesammelt und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden“, sagte Hahn. Vier große Themenblöcke hat sich die SPD dabei zunächst als mögliche Diskussionspunkte gesetzt. Diese stammen aus einer der letzten Aktionen der SPD zum Thema Usinger Entwicklung. „Das waren Anregungen von Bürgern, was sich in Usingen verbessern soll“, erklärte Birgit Hahn.

Mobilität und Verkehr bilden eine der vier Säulen. Die SPD könne sich mehr Fahrradwege und breitere Gehwege vorstellen und hat dabei längst nicht nur die Kernstadt, „sondern die Gesamtstadt Usingen im Blick“, wie Bernhard Müller betont. Eine bessere Busverbindung, die alle Stadtteile quasi in einer Art Dauerschleife anfährt, könnte für diejenigen bessere Bedingungen schaffen, die kein Auto fahren, und andere dazu bewegen, selbiges öfter mal stehen zu lassen.

„Das große Ziel ist es, die Busse im Stundentakt fahren zu lassen, doch für den Anfang wären wir auch schon mit einem zwei Stundentakt zufrieden“, sagte Hahn. Sollte das die Leute in den Bus bekommen, könnte der nächste Schritt, ein kürzerer Takt, angestrebt werden. Die Nord-Ost-Umgehung bleibt eine Kernforderung, um die Innenstadt zu entlasten.

Ebenfalls zu den zentralen Themen gehört die Innenstadtentwicklung. Dazu zählt für die SPD nicht nur der Einzelhandel und dessen strukturelle Verbesserung, sondern auch der Wohnraum als großer Schwerpunkt. Hinsichtlich des Einzelhandels sei es notwendig, immer wieder Gespräche mit den Ladeninhabern zu führen, um Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen. Also doch ein Outlet für Usingen?

„Das wird wohl eher ein Traum bleiben, denn dafür braucht es Geld und Investoren“, vermutet Hahn. Vorstellbar sei hingegen, attraktive Ladenflächen durch Zusammenschlüsse zu errichten, „aber dafür braucht es Überzeugungsarbeit, die seitens der Verwaltung geleistet werden muss.“

Wenn’s um Wohnraum geht, erinnert die SPD gerne an ihre Bedingung, dass auch auf dem Areal des alten Krankenhauses und der ehemaligen Konrad-Lorenz-Schule bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden soll. Ein geringer Anteil im Verhältnis zum weitaus höheren Bedarf, ist die SPD überzeugt. Deshalb werde die Stadt nachverdichtet werden müssen. An der Weilburger Straße könnte sie zudem noch wachsen, auch in der Sparte „bezahlbarer Wohnraum“.

„Auf Bundesebene gibt es eine Faustformel, wonach nicht mehr als 30 Prozent des Nettoeinkommens fürs Wohnen ausgegeben werden sollen. Die Realität hier zeigt, dass es schon fast mehr als 50 Prozent sind“, so Hahn. Die Politik habe eine soziale Verantwortung, der sie nachkommen müsse. Ein Wachstum der Stadt sieht die SPD auch in einer Art Schleichenbach III sowie Arrondierungen in einzelnen Bereichen, womit dem Siedlungsdruck begegnet werden könne.

Eine vierte Säule sind die Angebote für Kinder und Jugendliche sowie deren Versorgung. Sei das Angebot in der Kernstadt noch gut, sehe es in den Stadtteilen nicht so rosig aus. „Für alle Bereiche hoffen wir aber auf Anregungen von den Bürgern“, sagte Hahn. Diese sollen eigene Vorstellungen einbringen, aus deren Quintessenz politische Anträge und Beschlüsse resultieren. Aus dem ersten Treffen sollen einzelne Gruppen entstehen, die die SPD begleitet und bei Bedarf „auch Expertenwissen beisteuert“, sagte Hahn. Die Bürger hätten nun das Wort, um sich aktiv einzubringen.

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