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Jubel in der Gaststätte ?Linde?: Die Stimmung bei der Bürgerliste b-now mit ihrem Spitzenkandidaten Bernd Töpperwien (links) war bestens.

Die Bürgerliste ist der große Wahlsieger

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Dass die Bürgerliste b-now in die Neu-Anspacher Stadtverordnetenversammlung einziehen wird, war klar. Die Windkraftgegner haben die Wahl aber gewonnen – und das haushoch.

Das ist ein Ergebnis, mit dem niemand, aber auch wirklich niemand in Neu-Anspach gerechnet hat. Die Bürgerliste ist mit 30,8 Prozent der Stimmen (zwölf Sitze) der große Wahlsieger der Kommunalwahl, die CDU, die 28 Prozent erreicht (zehn Sitze) der große Verlierer – zumindest, was den vorläufigen Trend angeht. Hatten die Christdemokraten doch vor fünf Jahren noch 43,7 Prozent der Stimmen bekommen.

Kein Wunder also, dass im Bürgerhaus gestern Abend Schockstarre herrschte, als der erste Wahlbezirk, das evangelische Gemeindehaus in der Usastraße, ausgezählt war. 42,1 Prozent für die b-now, nur 25,7 Prozent für die CDU – abgeschlagen der Rest der Parteien. „Da ist der Wind am stärksten“, meinte ein Christdemokrat. Und Spitzenkandidat Holger Bellino erklärte zu dem Zeitpunkt noch: „Das wird wohl nicht so bleiben.“

Damit lag der Stadtverordnetenvorsteher zwar richtig, denn mehr als 40 Prozent erhielt die b-now nur im Gemeindehaus, wo viele der Menschen wählen gehen, die in einem der Gebiete leben, die von der Windkraft – sollte sie denn jemals kommen – betroffen wären. Bei mehr als 30 Prozent lag sie aber fast überall.

Und so erschien schließlich Ergebnis um Ergebnis auf der Großbildleinwand im Bürgerhaus, und die Stimmung unter den altgedienten Kommunalpolitikern wurde immer gedrückter. Fassungslos waren die meisten, und Jutta Bruns (Grüne) meinte stellvertretend für die meisten: „Es ist schlimm, wenn nur noch der Populismus regiert.“ Und auch Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU), immer wieder Zielscheibe der Bürgerliste, war geschockt: „Manchmal ist es beschämend, wie einfach Politik ist. Man muss sich nur beschweren.“

Holger Bellino setzt jetzt darauf, dass die CDU noch zwei Sitze mehr bekommt, wenn auch die Wahlzettel ausgezählt sind, auf denen die Bürger kumuliert und panaschiert haben. Und: „Wir warten jetzt einfach mal, was die b-now macht.“

Die will auf die anderen Fraktionen zugehen und mit ihnen zusammenarbeiten, wie Christian Holm (Listenplatz 2) ankündigte. „Das Parteibuch ist nicht relevant, wir wollen gute Ideen hören und Neu-Anspach voranbringen.“ Die Aktivitäten der b-now hätten sich gelohnt. Holm: „Wir freuen uns auf jeden Fall unglaublich.“

Keine Frage, auf die Polit-Neulinge wartet viel Arbeit: „Jetzt beginnt der Ernst des Lebens, meckern alleine reicht nicht mehr“, meinte dazu CDU-Fraktionschef Uwe Kraft.

Eine sehr gute Stimmung herrschte aber nicht nur bei der b-now, sondern auch bei dem zweiten Neuling, den Linken. Sie schafften auf Anhieb 5,4 Prozent und zwei Sitze. „Ganz hervorragend“, meinte Landtagsabgeordneter Hermann Schaus. Seite 20

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