Neuer Chef im Ortsbeirat

Vom Bürgermeisterkandidaten zum Ortsvorsteher

  • vonCorina Appel
    schließen

Grävenwiesbach hat nicht nur einen neuen Ortsvorsteher, sondern auch einen Ortsbeirat, der sich überwiegend aus neuen Mitgliedern zusammensetzt. Nur um das Amt des Schriftführers hat sich aus dem siebenköpfigen Team niemand gerissen.

Endlich: Es gibt wieder einen Ortsvorsteher. Nachdem Daniela Sorg-Meghawry im vergangenen Jahr in die Gemeindeverwaltung wechselte und daher das Amt der Ortsvorsteherin nicht mehr ausüben konnte, hatte sich kein Nachfolger gefunden. Ihre Stellvertreterin Gudrun Schirrmann (SPD) leitete die letzten Sitzungen, stand allerdings bei der Wahl am Montagabend für kein Amt mehr zur Verfügung. Unter ihrer Leitung wurde Jan Letanoczki (FWG), ehemaliger Bürgermeisterkandidat, mit fünf Stimmen und zwei Enthaltungen zum neuen Ortsvorsteher gewählt.

Letanoczki ist neu im Ortsbeirat und schoss damit quasi in wenigen Minuten von Null auf Hundert. Sein Vertreter wurde Kai Pauly (CDU) mit sechs Stimmen bei eigener Enthaltung. Pauly geht nun in die zweite Legislaturperiode als Ortsbeiratsmitglied. Weitere Kandidaten für diese Posten gab es nicht.

Spannend wurde es bei der Frage nach einem Schriftführer. Zwar hatte Letanoczki sich für diesen Abend bereit erklärt das Protokoll zu schreiben, allerdings stand er nun als Schriftführer nicht mehr zur Debatte. Sonst wollte das Amt aus der Herrenriege allerdings auch niemand übernehmen. Und trotz mehrmaliger Versuche von Schirrmann, den sechs Männern das Amt schmackhaft zu machen, blieben sie standhaft beim Kopfschütteln. Damit hatte sich auch die Wahl des stellvertretenden Schriftführers erledigt.

Ob es rechtens ist, dass ein Ortsbeirat keinen Schriftführer hat, will Lothar Stöckmann (CDU) vom Gemeindevorstand abklären. Entweder muss dann noch nachgewählt werden, oder es erfolgt ein rotierendes Verfahren, bei dem jeder mal das Protokoll schreiben muss.

Außer den bereits genannten gehören dem Ortsbeirat an: Michael Pauly (CDU), Thomas Müller (Grüne), Jonas Lindner (FWG) und Peter Lauinger (UB). Damit hat sich das Gremium fast komplett erneuert, denn außer Schirrmann und Kai Pauly sind alle Mitglieder erstmals dabei. Daher stellten sie sich kurz vor und teilten mit, wo ihre Prioritäten liegen. Da wäre einmal das Bürgerhaus zu nennen und die Imageveränderung der Gemeinde. Beide Punkte wurden mehrfach genannt. Auch ein sicherer Schulweg liegt dem Ortsbeirat am Herzen.

Lothar Stöckmann gab einen kurzen Lagebericht zum Haushalt und zur Dorferneuerung. „Der Haushalt ist noch nicht genehmigt“, sagte der Christdemokrat. Er werde derzeit noch geprüft. Daher gebe es zurzeit eine vorläufige Haushaltsführung. Und für die Dorferneuerung gebe es erst Geld, wenn die entsprechenden Bescheide verschickt werden dürfen. Das wiederum hängt auch mit der Absegnung des Haushalts zusammen. „Deshalb sind uns zurzeit noch die Hände gebunden.“ Zumindest solange bis der Haushalt durch ist.

Stöckmann wies auf den Europatag hin, der am 21. Mai in Grävenwiesbach stattfindet, und der neue Ortsvorsteher schlug vor, sich dort als neuer Ortsbeirat ebenfalls zu zeigen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare