Bauhof hat Sicherungsmaßnahmen eingeleitet

Bunker freigelegt

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Bei Baumfällarbeiten für die Sanierung der L 3025 am Ortsausgang von Schmitten in Richtung Niederreifenberg wurde der Eingang zu einem im Krieg als Luftschutzbunker genutzten ehemaligen Eiskeller freigelegt. Darüber freuen sich vielleicht die Fledermäuse. Die Gemeinde hat das Gelände gesichert.

Längst ist die Straße zwischen Schmitten und Niederreifenberg, die wegen Sanierungsarbeiten Ende vergangenen Jahres gesperrt war, wieder befahrbar. Dem aufmerksamen Autofahrer ist aber vielleicht aufgefallen, dass kurz hinter dem Ortsausgang von Schmitten immer noch ein Baustellenschild steht. Direkt an der Straße ist der Hang mit einem Drahtgeflecht abgesichert. Wahrscheinlich zum Schutz vor abrutschendem Erdreich, also nicht unbedingt ein Grund nachzufragen. Die Gittertür, die beim Vorbeifahren erkennbar ist, könnte auch schon länger dort existiert haben. Doch die ist neu, und dahinter verbirgt sich ein Stück Schmittener Geschichte.

„Weißt Du, dass der Eingang zum alten Luftschutzbunker freigelegt wurde?“, fragte Christina Löw, die Vorsitzende des Schmittener Feuerwehrvereins, eher beiläufig, und dann erzählte sie. Sie erinnerte sich, dass sie schon als Kind auf der oberhalb gelegenen Wiese nicht spielen durfte, weil dort der Bunker drunter ist und vielleicht noch etwas dort drin sein könnte. Ihr Bruder Thomas Grün ist aktives Mitglied im Geschichtsverein Hochtaunus und wusste mehr. In dem in den Fels gehauenen Gewölbe befand sich vor dem Krieg und vor der Erfindung von Kühlschränken und Kühlhäusern der Bier- und Eiskeller der ehemaligen Gaststätte Petri.

Dort, wo früher Eisblöcke gelagert und Bierfässer gekühlt wurden, suchte Ende des Zweiten Weltkrieges, während der Angriffe auf Schmitten, die Bevölkerung Schutz. Daran kann sich Adolf Müller noch erinnern, als ob es gestern gewesen wäre. Als Zwölfjähriger rannte er, wenn die Sirenen heulten, zum Bunker. „Mit 50 Leuten saßen wir dann rundum an der Wand an den Felsen gedrückt und haben gewartet, bis alles vorbei war.“ Danach seien dann die Verwundeten dorthin gebracht worden. Den Notausstieg und Lüftungsschacht, der im hinteren Bereich direkt nach oben führte, habe er noch vor Augen.

Der ist jetzt mit einem Flatterband abgesperrt. Der Ausstieg zur Wiese hin sei mit Eichenbalken gesichert gewesen, und die seien wohl verrottet, vermutete Grün. Denn bei den Fällarbeiten seien einige Stämme darauf gefallen und bis unten durchgebrochen. Revierförster Karl-Heinz Ginglas habe das Gelände sofort abgesperrt und sich mit dem Bauhof in Verbindung gesetzt.

Wie Bauhofleiter Harald Kaduk bestätigte, sind umfangreiche Sicherungsmaßnahmen eingeleitet worden, denn auch der Eingang an der Straße war bei der Baumfällung eingestürzt. „Vor über 30 Jahren wurde der Eingang von der Straße aus zugemauert, und das Mauerwerk ist beim Baumfällen ebenfalls in sich zusammengefallen.“ Der Bauhof habe deshalb eine stabile Gittertür eingebaut. Zwischen den massiven Gitterstäben gebe es aber genug Zwischenspalten, damit sich Fledermäuse im Lauf der Zeit einen neuen Lebensraum erobern können. Ob das möglich sei, sollen weitere Untersuchungen, eventuell Probebohrungen, in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde klären. Falls hier ein Fledermausprojekt entsteht, hofft Kaduk auf die Unterstützung der örtlichen Naturschutzverbände, den Schmittener BUND und den Nabu.

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