Bunter Herbst in der Mitte

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Die Ernte wird eingebracht, und auch wenn im Apfeldorf nur noch wenige Menschen von dem Ertrag der Natur ihren Lebensunterhalt bestreiten, ist die Gemeinde am Sonntag auf den Beinen, wenn es darum geht, Erntedank zu feiern.

So, wie es aussieht, wird das Apfeldorf golden in den Oktober starten, die Aussichten sind jedenfalls vielversprechend. Und viele Wehrheimer werden die Daumen drücken, dass sich an der Wetterlage bis zum kommenden Sonntag nichts ändert. Denn am Wochenende geht es in der Ortsmitte rund – der Erntedankmarkt steht an.

Und nachdem im vergangenen Jahr das Silberjubiläum der Veranstaltung anstand, gibt es auch in diesem Jahr eine Gelegenheit, groß zu feiern – die Landjugend, die als Veranstalter hinter dem Wochenende steht – feiert in diesem Jahr ihr 60-Jähriges. Gefeiert wird bereits am Samstag, wenn um 20 Uhr der Folkloreabend im Bürgerhaus beginnt. Dann treten nicht nur die Volkstanzgruppen der Landjugend auf. Auch die Gäste aus dem ungarischen Werischwar sind zahlreich vertreten.

Am Sonntag steht dann der Erntedankmarkt an. Um 10 Uhr beginnt der ökumenische Gottesdienst, um 11 Uhr serviert die katholische Gemeinde Eintopf. Mit dem Essen sollten sich die Besucher nicht allzu viel Zeit lassen, denn bereits um 11.15 Uhr wird die Erntekrone am Brunnen der Freundschaft aufgehängt. Die dreiviertel Stunde ist für die Auftritte diverser Gruppen reserviert, bevor der Markt mit einer Begrüßung offiziell eröffnet wird. Bis in den späten Nachmittag hinein gibt es Programm rund um den Rathausplatz – außer den Auftritten der Volkstanzgruppen ist um 14.30, 16 und 17.30 Uhr „Kasper der Gaukler“ mit Jonglage und Gaukelei zu sehen, die Gruppe Labsal ist um 13.30, 15.30 und 16.30 Uhr mit zu hören. Um 15 Uhr führt Pfarrer Ulrich Tauber durch die evangelische Kirche und erläutert deren Historie.

Historisch wird es auch in der Dorfborngasse und im Ausstellungsraum der Landjugend. Draußen gibt es Landmaschinen zu sehen, drinnen alte Trachten und Gastgeschenke, die sich im Laufe der Jahrzehnte angesammelt haben.

Auch für die jungen Gäste ist gesorgt: Das JUZ bietet Kinderschminken und Drachenbasteln an, außerdem gibt es ein Kinderkarussell, Spiele, Bastelangebote und einen kleinen Streichelzoo.

Und wenn das Apfeldorf feiert, darf die Apfelblütenkönigin natürlich nicht fehlen. Nach derzeitigem Stand der Dinge kommt Bianca I. in Begleitung des Apfelweinkönigs.

Neben den normalen Spezialitäten, die man auf einem Fest dieser Größe erwarten darf, bieten die Konfirmanden einen besonderen Leckerbissen: Sie backen im Rahmen der Aktion „5000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“.

Kleiner Wermutstropfen: An der Möglichkeit, am verkaufsoffenen Sonntag von 12 bis 18 Uhr die Ladentüren zu öffnen, beteiligen sich nicht viele Einzelhändler. Gerade einmal sieben Geschäfte ziehen mit. „Der verkaufsoffene Sonntag hat für uns nicht die große Bedeutung“, sagt der Vorsitzende des Gewerbevereins, Markus Rühl. Da der Erntedankmarkt auf die Mitte konzentriert sei, lohne es sich für die Händler in der Peripherie nicht, zu verkaufen. „Da kommen die Kunden nicht hin.“ Umso größer ist dafür das Angebot auf dem Herbstmarkt. 26 Stände stehen bereit, das Angebot reicht von Köstlichkeiten bis zur Kunst. So gibt es beispielsweise geräucherte Forellen, Würste, Käse sowie mediterrane Spezialitäten für den Bauch und Holzarbeiten, Kerzen, Schmuck oder Schals als Deko für Heim und Mensch. Ein Teil der Produktpalette, etwa Marmeladen, Obstbrände und Wein verbinden beides: Erst daheim zur Zierde aufstellen und dann verbrauchen.

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