Sven Ostroga (2. von rechts) ist der neue Hüttenwirt auf dem Waldzeltplatz in Eschbach. Er stellte dem Vorstand des Waldzeltplatzvereins am Sonntag sein Konzept vor.
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Sven Ostroga (2. von rechts) ist der neue Hüttenwirt auf dem Waldzeltplatz in Eschbach. Er stellte dem Vorstand des Waldzeltplatzvereins am Sonntag sein Konzept vor.

Usingen

Camperklause in Eschbach unter neuer Leitung

  • VonAlexander Schneider
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Der Wirt Sven Ostroga will neuen Schwung ins Angebot bringen und deutsch-polnisch kochen - vorher steht aber eine Grundsanierung an.

Eschbach -Ernst Knies war lange Jahre Wirt der Camperklause am Eschbacher Waldzeltplatz und zugleich Platzwart. Bei seinem Tod im Frühjahr 2020 hat er große Fußstapfen hinterlassen. Für seine riesigen Schnitzel war er bei Wandergruppen, die bei ihm einkehrten, geradezu berühmt. Und auch der von ihm bewirtschaftete Biergarten vor der Klause war bei gutem Wetter eine beliebte Adresse für Zecher, darunter oft auch Bergsteiger, die sich an den fast nebenan liegenden Eschbacher Klippen versucht haben.

Sven Ostroga, Gastronom aus dem gut 90 Kilometer entfernten Siegburg, will in Knies' Fußstapfen treten. Durch Zufall war er auf die Klause gestoßen, "eigentlich hatte ich nur nach Campingplätzen im Taunus gegoogelt, fand die Location aber sehr reizvoll, auch wegen ihrer langen Tradition", erzählt er.

Im Frühjahr hat er die auf Pachtgelände stehende Klause dann von Knies' Erben gekauft und sich mit einem Pachtvertrag an den Waldzeltplatzverein Eschbach gebunden. Der wartet nun ungeduldig darauf, dass es endlich losgeht. "Uns ging es vor allem darum, die Camperklause, die noch aus den Zeiten des ehemaligen Eschbacher Schwimmbades stammt und ursprünglich als Kiosk gedient hat, wieder zum Leben zu erwecken", sagt Achim Saltenberger, Geschäftsführer des aus 25 Mitgliedern, alles Eigentümer und Pächter der insgesamt rund 500 Parzellen bestehenden Vereins.

"Wir und auch viele Pächter hatten gehofft, dass nach dem Besitzerwechsel die Gastronomie bereits früher wieder ein gastronomisches Angebot machen würde, deshalb haben wir den neuen Besitzer auch zur Vorstandssitzung gebeten, damit er uns seine Planung erläutert; dazu gehört auch der Minigolfplatz, dessen Betrieb ebenfalls Teil des Pachtertrags ist", erklärt Saltenberger.

Küche muss erneuert werden

Sein Konzept hat Sven Ostroga dem Vorstand letzten Sonntag erläutert: Er hoffe, dass er im Frühjahr 2022 öffnen kann, sagte er. Es sei sehr viel zu tun, der Vorgänger habe zuletzt nicht mehr viel zur Erhaltung von Klause und Minigolfplatz getan: "Die Küche muss komplett erneuert werden, die Elektrik muss ausgetauscht werden, das Dach ist undicht, ich brauche den Sommer, den Herbst und auch den Winter - das hier ist eine Grundsanierung."

Was auf den Teller kommen soll, weiß Ostroga, der polnische Wurzeln hat, auch schon: "Wir werden eine deutsch-polnische Küche haben, also Schnitzel ebenso wie Bigos, unser polnisches Nationalgericht aus gedünstetem Sauerkraut mit verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten."

Im kommenden Frühjahr soll dann aber alles fertig sein, auch das neue Schild über dem Eingang: "Es wird nicht mehr Camperklause heißen sondern Sven's Waldschänke", kündigt Ostroga an. Die Gaststätte mit ihren rund 30 Sitzplätzen, sei dann selbstverständlich für jedermann offen und werde "ganz normale" Öffnungszeiten haben, täglich, schon ab Mittag.

Auch der Biergarten werde wieder zum zwanglosen Aufenthalt einladen. Hier sei Platz für 50 bis 60 Besucher. Entsprechend der Verpflichtung, die er mit dem Pachtvertrag eingegangen ist, sei aber auch jetzt schon der Kiosk geöffnet, allerdings nur von Freitag bis Sonntag, jeweils ab 12 bis mindestens 20 Uhr, je nach Wetterlage. Viele Camper nutzten das Angebot bereits und versorgten sich auch mit Getränken. Der Verein hat Ostroga in dem Pachtertrag verpflichtet, die Gastronomie mindestens von Freitag bis Sonntag offen zu halten, in den Ferien wochentäglich.

Bis zum nächsten Frühjahr will Sven Ostroga auch den Minigolfplatz saniert haben. Die Hindernisse seien nach dem etwa zweijährigen Stillstand zwar noch einigermaßen brauchbar, die Bahnen müssten aber grundsaniert werden. Der Platz, übrigens der einzige in ganz Usingen, wird dann während der Öffnungszeiten der Gastronomie allen Besuchern gegen Entgelt zur Verfügung stehen. Schläger und Bälle gibt es dann an der Theke. Von Alexander Schneider

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