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Mit einem speziellen Käsemesser rückte Yolanda Gebauer den Laiben zu Leibe.

Da capo: Das Käsefest muss bleiben

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Möglicherweise hat Usingen eine neue Attraktion. Zumindest konnte sich das Hessische Käsefest in der Kulisse der Buchfinkenstadt bestens sehen lassen – und der Stadt stand das Event ebenso gut zu Gesicht.

„Sieht das nicht toll aus!“, strahlte Helmut Müller (SPD). Der Mann war von Wernborn nach Usingen geradelt, um sich dort auf dem Käsefest umzuschauen. Inmitten des Trubels stellte er sodann fest: „Die Ausstattung vermittelt Kompetenz und Sauberkeit. Das alles hier regt dazu an, hier bleiben und essen und trinken zu wollen“, lobte der Wernborner.

Offensichtlich war er nicht der einzige, der das Ambiente auf dem Alten Marktplatz vor der Hugenottenkirche zu schätzen wusste. Vielmehr ließ der Zulauf an geschätzten 3000 Besuchern den Schluss zu, dass sowohl der Käse an sich als auch der Platz inmitten der Buchfinkenstadt durchaus lohnenswerte Ziele sein müssen.

Nun hatte Manfred Seuss, der den Umzug dieser Veranstaltung vom früheren Standort Hessenpark nach Usingen initiierte, wohl hauptsächlich nach einem Ort von hinreichender Größe gesucht, um alle teilnehmenden Käsereien und dazugehörigen Partnerbetriebe der Fuchshöfe unterzubringen. Dass die gefällige Aufmachung des Marktes auf dem Platz rund um den Sandsteinbrunnen, der Kindern ausgelassenes Plantschen gestattete, das Ambiente des Festes zusätzlich steigerte, dürfte der Veranstaltung nicht geschadet haben.

Um Leib und Seel zusammen zu halten, fanden sich allerhand Gäste in geselligen Runden zum Essen und Trinken an den Tischen ein. Allein der Radfahrclub ADFC Bad Homburg/Friedrichsdorf hatte zu einer Tour mit dem Fest als Ziel aufgerufen. Unterhaltung gab es auch, wenngleich Musik, Klamauk und Kinderbelustigung neben den Informationen und der Suche nach Rezepturen eher in den Hintergrund zu rückten schienen.

Richtig interessant wurde es nämlich an den Käseständen direkt. Denn man durfte nicht nur allerhand womöglich noch wenig bekannte Molkereiprodukte kosten, um vielleicht die neueste Lieblingskäsesorte für sich zu entdecken. Es gab etwa auch die Möglichkeit, sich an einem Geschmackstest zu beteiligen: Am Informationsstand der Hessischen Milch- und Käsestraße konnte man nämlich testen, wie verschieden Milch und Joghurt von diversen Kühen schmeckt.

„Der Fettgehalt unterscheidet sich je nach Rasse der Kuh tatsächlich“, bestätigte Sarah Knaust. Die junge Frau aus Gudensberg wurde gerade vergangene Woche zur hessischen Milchkönigin gekrönt. Das Käsefest galt quasi als der Antrittsbesuch ihrer Amtsperiode.

Usingens Ziegenkäsehersteller Jörg George war als einziger Lokalmatador anzutreffen. Zwischen Heumilchkäse von Hohenloher Bauern, Käse- und Backwaren des Bildungsprojekts „die Fleckenbühler“ und all den anderen Käseproduzenten bot der Talhofbetreiber seine Milchprodukte ebenfalls zum Kosten an. Alles in Bio-Qualität natürlich, mit hohen Anforderungen an Rohstoffe und Verarbeitung.

Übrigens, über die Theke im Zelt des Wehrheimer Käsehaus gingen diesmal keine Molkereiprodukte. Vielmehr versorgte das Team des Käsefest-Initiators Manfred Seuss die Besucher mit edlen Weinen.

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