Silke Moses hat für die Stadt die Wahl bis gestern gestemmt. Denn sie musste für die erkrankte Sylvia Kunz einspringen, die eigentlich Wahlleiterin der Stadt ist. Für den kurzfristigen Einsatz und die saubere Leistung gab's von Bürgermeister Steffen Wernard Sonderlob.
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Silke Moses hat für die Stadt die Wahl bis gestern gestemmt. Denn sie musste für die erkrankte Sylvia Kunz einspringen, die eigentlich Wahlleiterin der Stadt ist. Für den kurzfristigen Einsatz und die saubere Leistung gab's von Bürgermeister Steffen Wernard Sonderlob.

Usinger Wähler-Votum sorgt für Spannung

CDU muss sich einen neuen Partner suchen

  • vonAndreas Burger
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Union als stärkste Fraktion stellt Parlamentschef - alter Opposition reicht es nicht zur Mehrheit

Die Aussagen der Parteien sind noch äußerst vorsichtig, auch wenn aus dem Trend nun Gewissheit wurde. Dass es überhaupt bis gestern am späten Abend belastbare Ergebnisse gab, dafür dankte der Bürgermeister ganz besonders seinem Rathaus-Team: "Gerade durch den Unfall von Sylvia Kunz und dem damit kurzfristigen Einsatz von Silke Moses als Wahlleiterin war die ganze Aufgabe noch erschwert. Aber sowohl Frau Moses als auch das ganze Team hier in der Verwaltung haben eine tolle Arbeit geleistet", sagte Wernard.

Soviel zu B-Note der Wahl. Immerhin waren um 17 Uhr die Zahlen fürs Stadtparlament fertig. Kommen wir zur A-Bewertung, also dem Votum der Wähler.

Und hier wurde gewirbelt. Denn für die CDU-FWG-Mehrheit reicht es nicht mehr. Die Union muss sich als stärkste Fraktion also einen neuen Partner ins Boot holen. Aber auch für die Opposition reicht es nicht, denn SPD und Grüne hätten 14, plus FDP drei, wären 17. 19 ist die magische Zahl, die eine Mehrheit darstellt.

Zu früh für Koalitionen

Koaltionsaussagen gibt es keine, jeder will, wie immer, (fast) mit jedem reden. Die CDU wird am Wochenende in einer Klausurtagung die neue Lage besprechen.

Das Kumulieren und Panaschieren hat kaum überraschendes hervorgebracht - nur dass der ehemalige Bürgermeister Usingens auf Platz eins der CDU steht, obwohl der den Partei- und Fraktionsvorsitz längst abgegeben hatte. Bekanntheit macht eben Stimmen. Das gilt aber nur für die Personenwahl.

Für den Bürgermeister Steffen Wernard dürfte sich kaum etwas ändern, seine CDU blieb die stärkste Kraft, muss sich eben neue Partner suchen. "Der Wähler hat so entschieden, wir werden nun entsprechend diskutieren und die Partei am Ende eine Entscheidung treffen", sagte er. Er sei sich aber sicher, dass es eine Lösung gebe, damit auch die wichtigen Zukunftsprojekte der Stadt gestemmt werden könnten.

Eine Wahlbeteiligung von 51,9 Prozent ist nicht gerade rühmlich. Die Hälfte der Usinger interessiert sich also dafür, was mit ihrer Stadt geschieht. Die andere Hälfte nicht.

Wer wird Parlamentschef

Die Liste der Parlamentarier, die nun in die Stadtverordnetenversammlung einziehen, birgt keine großen Überraschungen. Nur bei den Grünen werden neue Namen auftauchen. Drei Sitze mehr ist schon ein Pfund und ist auch dem Bundestrend geschuldet.

Völlig offen ist noch die Frage nach dem neuen Stadtverordnetenvorsteher, nachdem sich Gerhard Liese nach über 40 Jahren Kommunalpolitik vergangenen Montag verabschiedet hatte. Da das Vorschlagsrecht bei der stärksten Fraktion liegt, sind derzeit unter der Hand Matthias Drexelius oder Dr. Christoph Holzbach im Gespräch. Aber auch Maria Roth-Peters oder Claudia Bertz kommen in Gesprächen über diese Frage als Vorschläge auf. Damit stünde dem Stadtparlament mal eine Frau vor. Die Frage wird aber sicher CDU-intern geklärt.

Drei Unbekannte ergänzen künftig die Stadtverordnetensitzung. Mit Dr. Clemens Hauk, Dr. Ileana Vogel und Michele Ciarlo hält die AfD Einzug. Drei Sitze hat die Partei geholt, für die anderen Parteien nach ersten Aussagen eine eher nicht positive Begleiterscheinung der Wahl. Andreas Burger

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