Da linst der Opa (Jörg Aigner) frech in die Karten des Mesners (Franziska Wagner), der mit Vertreter Giuseppe (Michael Frank), Viehhändler Pius (Jörg Madlung) und dem Wirt Gustl (Christian Staehr) am Stammtisch hockt (von rechts).
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Da linst der Opa (Jörg Aigner) frech in die Karten des Mesners (Franziska Wagner), der mit Vertreter Giuseppe (Michael Frank), Viehhändler Pius (Jörg Madlung) und dem Wirt Gustl (Christian Staehr) am Stammtisch hockt (von rechts).

Comedy-Theater

Es darf herzhaft gelacht werden

  • VonDorit Lohrmann
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„So viel Krach in einer Nacht“? Zum Lachen komisch fanden das jene, die schon die Generalprobe sehen durften. Da kann man sich wohl auf ein besonders krachendes Wochenende gefasst machen.

Fleisch ist ungesund. Mit der Nachricht, die aufmerksame Leser, Hörer und Zuschauer gerade erst aus den Medien erfahren haben, zieht ein einzelner die Damenwelt an seine Seite: Herr Joschka, der liebenswürdige Wuschelkopf und einzige Gast im Wehrheimer Gasthaus „Zum goldischen Löwen“.

Mit der medialen Hiobsbotschaft indes hat Herr Joschka nichts am Hut und nichts zu tun. Vielmehr predigt der junge Mann von ganz anderem Schrot und Korn hauptsächlich deshalb seine Weisheiten zu ernährungsrelevanten Fragen, um sein Topf- und Pfannenset an den Mann respektive an die Frau zu bringen. Was dem Charmeur durchaus gelingt.

Denn die Wehrheimer Damenwelt – von der rundlichen Turnerfrau bis zu der dem Alkohol abgeneigten Mesnersgattin – hängen dem Jüngling bei seiner Predigt über Schrot und Korn und Bewegungstherapien quasi an den Lippen. Allen voran Wirtin Agnes, die sich von dem Gast so richtig gebauchpinselt fühlt und ihre Gaststätte gleich in einen Gesundheitstempel verwandeln will.

Nun gibt es Bürger, die die Wehrheimer Gaststätte „Zum goldenen Löwen“ zu schätzen wissen. Mit der darf der eben beschriebene Ort des Geschehens natürlich keinesfalls verwechselt werden. Denn der „goldische Löwe“ gastiert zur Zeit im Bürgerhaus, die Wirtin und alle anderen, die dort zugange sind, gehören dem Laientheater der Landjugend an. Und wie seit vielen Jahren gewohnt, hat das Ensemble mal wieder gehörig in die Kostüm- und Maskenkiste gegriffen, um sein Publikum zu begeistern.

Ein bisschen getricktst

Das fängt mit dem „Hausmeister“ an, den Franziska Wagner mit Kittel und Schnurrbart auf die Bühne stellt, um die Generalprobe zu eröffnen. Und setzt sich mit „Opa Alfons“ fort, den Jörg Aigner so überzeugend spielt, dass aus den Reihen des Publikums während der Probe ständiges Gekicher zu vernehmen war. Nicht nur er sorgt indes für die Lacher, das schaffen auch die übrigen Darsteller spielend: Alfons Spross, der Wirt (Christian Staehr), dessen Frau (Andrea Hartmann), die sich von ihrem Übernachtungsgast regelrecht einwickeln lässt, ihren Freundinnen (Jutta Heinzel und Claudia Velte) und all den anderen Laienspielern.

Patricia Harff glänzt als Hausmagd, Sebastian Seewald als ihr männliches Pendant, dem Knecht. Nico Sackschewski schlüpft in die Rolle des Herrn Joschka, und Alexandra Best in die einer Bardame. Jörg Madlung präsentiert sich als Viehhändler, während Michael Frank mit dem besten italienischen Akzent daher kam.

Franziska Wagner, die übrigens neben ihren eigenen Rollen – sie spielt auch den Mesner – gemeinsam mit Romana Kreuz Regie führt, darf zurecht stolz auf ihr Team sein. Auf die Darsteller ebenso wie auf ihre Helfer hinter der Kulisse, Katja Aigner, Bernd Wagner und Gaby Strohmann.

Mona Brinkmann verkaufte am Mittwoch Eintrittskarten zu einem ermäßigten Preis. Schließlich war es „nur“ die Generalprobe, die da schon der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Da durfte Opa Alfons auch schon mal seinen Text vergessen, Romana Kreuz soufflierte ihm halt und half ihm auf die Sprünge.

Am heutigen Freitag und morgen gibt’s „So viel Krach in einer Nacht“ im Bürgerhaus jeweils um 20 Uhr, am Sonntag, 1. November, um 18 Uhr. Der Eintritt kostet jeweils 8 Euro.

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