Wie hier auf dem Wirtschaftsweg Auf der Beund ist das Radfahren am Stadtrand ein Genuss - in der Innenstadt ist es hingegen wegen fehlender Radstreifen zum Teil gefährlich.
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Wie hier auf dem Wirtschaftsweg Auf der Beund ist das Radfahren am Stadtrand ein Genuss - in der Innenstadt ist es hingegen wegen fehlender Radstreifen zum Teil gefährlich.

Stadtradeln: Usinger "sammeln" 33 171 Kilometer

Deutschlandweite Aktion findet in der Buchfinkenstadt immer mehr Fans

  • VonMatthias Pieren
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Spitzenplatz im Usinger Land und Platz fünf im Hochtaunuskreis belegt

Usingen - 2172 Kommunen beteiligten sich deutschlandweit in den vergangenen drei Wochen an der Aktion Stadtradeln, die am Samstag zu Ende ging. Auch Usingen war mit von der Partie. Zugegeben, nicht die ganze Stadt saß auf dem Fahrradsattel. Doch immerhin 260 Radler machten mit.

Statt im Auto aufs Gaspedal haben die Aktiven in zusammen 20 Teams lieber kräftig in die Pedale getreten. Am Ende des Aktionszeitraums wurden nun alle mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer addiert - je Team und je Kommune - und die eingesparte CO2-Menge errechnet.

Die jährlich stattfindende Aktion hat sich zu einer Massenbewegung entwickelt, von der junge wie alte Radfreunde fasziniert sind. Schließlich ging es ja um einen guten Zweck, bei dem die aktivsten Pedaleure und Klimaschützer ermittelt wurden. Das Ergebnis steht nun fest:

In Usingen haben die 260 Aktiven in den zurückliegenden drei Wochen beachtliche 33 171 Kilometer gesammelt. Im Hochtaunuskreis bedeutet diese Leistung Platz fünf. Nur die Radler in Oberursel (136 037 Kilometer), Bad Homburg (125 971 Kilometer), Friedrichsdorf (56 494 km) und Kronberg (39 012 km) haben ein größeres Pensum abgespult.

Hinter Saalburg, Sandplacken und Rotem Kreuz waren die Usinger Teams hingegen unter den sechs Städten und Kommunen unangefochtene Spitze. "Die Starter hatten die Möglichkeit, der Stadtverwaltung über die Meldeplattform ,RADar!' Meldungen und Verbesserungsvorschläge für die bestehende Radwegausschilderung sowie die Verkehrsführung mitzuteilen", berichtet Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) auf Anfrage. "Bereits im Rahmen der letztjährigen Teilnahme hat die Stadt viele Anregungen und Hinweise erhalten, die wir auch teilweise bereits kurzfristig umsetzen konnten."

Schlechte Noten bei ADFC-Test

Tatsächlich wird die Verkehrssituation und Fahrradpolitik in Usingen von Radfahrern alles andere als gut bewertet. Die Ergebnisse des ADFC-Fahrradklimatests, die in diesem Frühjahr bundesweit große Beachtung fanden, wurden von der Stadt mit keiner Zeile kommentiert - sie fielen sehr schlecht aus. "Wehrheim ist Primus im gesamten Hochtaunuskreis, und Usingen rangiert ganz unten", lautete die Bilanz des ADFC Hochtaunus. Gewiss: Keine Kommune im Landkreis kam bei der Bilanz auch nur ansatzweise an eine gute Gesamtnote heran.

Dennoch: "Usingen landet ganz weit unten auf Kreis- und Landesebene, die Fahrradförderung in letzter Zeit wird hier mit einer Schulnote von 4,8 mit am schlechtesten im gesamten Hochtaunuskreis bewertet", teilte der ADFC mit. "Beim Fahren im Mischverkehr erreicht Usingen mit 4,9 die vielsagende Schulnote ungenügend."

Auf konkrete TZ-Nachfrage hin teilt die Stadt nun mit, man sei zusätzlich zum aktiven Austausch mit den Bürgern auch aktiv auf den ADFC zugegangen. "Wir wollen uns nach und nach auch in diesem Themenfeld neu aufstellen", sagt der Rathauschef. "Wir werden die im Rahmen des ADFC-Fahrrad-Klimatests für Usingen eingegangenen Rückmeldungen betrachten."

Die Stadt sei sich bewusst, dass man wie auch nahezu alle anderen Kommunen Nachholbedarf beim Thema Radwege habe. Ein Meilenstein werde dabei sicher die Beauftragung eines Nahmobilitätskonzeptes sein. Die Ausschreibung dafür sei in Vorbereitung und man warte auf den Bewilligungsbescheid des Landes Hessen. Ergänzend oder auch vorbereitend - je nach Perspektive - sei dabei auch die Erarbeitung des Radverkehrskonzeptes durch den Hochtaunuskreis. "Gerade in der Kernstadt in Usingen sind die zwei Bundesstraßen B 456 und B275 eine große Schwierigkeit", sagt Wernard. "Deshalb sollten wir alle dafür werben, die Planung der Nord-Ost-Umgehung zu unterstützen. Denn erst nach der Realisierung der Nord-Ost-Umgehung können in der Kernstadt ganz andere Zeiten für Fahrradfahrer angestoßen werden."

Matthias Pieren

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