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Die das Rampenlicht scheuen

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Vizeparlamentschefin Claudia Bertz und Bürgermeister Steffen Wernard (rechts) überreichen die Ehrenbriefe des Landes Hessen an Ortwin Ruß (Zweiter von links) und Reiner Fritz. FOTO: BURGER © Red

Usingen. Es gibt Menschen, die haben eine Ehrung allemal verdient. Und am Montag im Stadtparlament war es dann auch der würdige Rahmen, zwei Männer ins Rampenlicht zu stellen, die sich dort eigentlich gar nicht so wohlfühlen - die vor allem von der Überraschung auch nichts geahnt hatten. Denn Ortwin Ruß und Reiner Fritz erhielten den Ehrenbrief des Landes Hessen.

Fritz ist ein Hansdampf in allen Gassen und steht, wo Hilfe benötigt wird, parat. Seit 2005 bis heute ist er Chef des Fischereivereins, war von 2006 bis 2011 im Ortsbeirat Usingen, von 2011 bis heute für die CDU im Magistrat ehrenamtlich tätig.

Er engagiert sich im Vereinsring und war auch Gründungsmitglied, ist Stadtverordneter und auch bei der Usinger TSG kein Unbekannter - vor allem, weil er vom Verein bereits die goldene Ehrennadel erhalten hat. 50 Jahre ist er bereits dabei und hatte auch dort Funktionen. Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) hat unter ihm bereits Fußball trainiert. »Und egal, wo man hinschaut, er ist bei Planungen, Auf- und Abbau und hinter der Theke immer dabei. Er hat Usingen mitgeprägt und hat großen Anteil am sozialen Leben hier«, lobte der Rathauschef.

Ein echtes Urgestein

Ortwin Ruß ist eine Art Eschbacher Urgestein. Seit 1965 singt er in der Sängervereinigung Eschbach und war ab 1967 Jugendwart und lange Vorsitzender. »Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass der Verein - trotz sinkender Mitgliederzahl - singfähig blieb und ist stets die treibende Kraft, den Chor zu präsentieren und ihn zu bewerben«, sagte der Bürgermeister.

Ruß hatte 2008 die Verdienstnadel der Stadt Usingen bekommen, denn in Zusammenarbeit mit ihr hatte er von Beginn an die Eschbacher Klippenkonzerte organisiert, förderte das Vereinsleben und ist aktives Mitglied in der Interessengemeinschaft Eschbacher Karneval. Außerdem organisiert er die deutschlandweiten Eschbach-Treffen. Und ist im neuen Geschichtsverein aktiv. Und ist Ortsvorsteher. Und sitzt im Stadtparlament. »Wir ehren hier zwei Männer, die anpacken, aber das Rampenlicht scheuen«, lobte Wernard.

Zisternensatzung ist durch

Beschlossen wurde, nicht ohne Debatten die neue Zisternensatzung der Stadt. Was bedeutet: Wer künftig in Usingen baut, muss eine Zisterne von mindestens fünf Kubikmetern Fassungsvermögen einplanen, um Regenwasser aufzufangen und so Trinkwasserressourcen zu schonen.

Damit kann der Garten gegossen, gewaschen oder die Klospülung bedient werden. Die FDP, namentlich Ulrich Keth, sah rechtliche Probleme. Denn wer für die Versiegelung von Flächen zahlt, würde nun doppelt belastet. Und: Bei ausbleibendem Regen werde die Zisterne mit Frischwasser gefüllt - auch hier zahlen die Bürger beim Abwasser dann doppelt.

Matthias Drexelius für die CDU und Joachim Brötz für die FWG versuchten, solche Vorwürfe zu entkräften. Es sei wenig sinnvoll, Trinkwasser in eine Zisterne zu leiten und es von dort aus zu benutzen. Die Technik erlaube längst, die Zuleitung fürs Haus mit einem Hebel von Zisterne auf Trinkwasser umzustellen. Zudem würden Wasserzähler das Problem beheben.

Ziel dieser Satzung ist die Errichtung von Anlagen für das Sammeln und Verwenden des von Dachflächen ablaufenden Niederschlagswassers. Der Bau derartiger Anlagen soll die Abwasseranlagen entlasten, Überschwemmungsgefahren vermeiden und den Wasserhaushalt schonen.

Ausgenommen werden Grundstücke, die so klein sind, dass sie mit ihrer geringen Fläche die Zisterne nicht voll bekommen. Diese Satzung gilt mit der kommenden Bekanntmachung im gesamten Gebiet der Stadt Usingen.

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