Die große Gala hatte in den vergangenen Jahren immer viele Zuschauer - und vor allem Einnahmen, damit der Verein hilfsbedürftige Menschen unterstützen konnte.
+
Die große Gala hatte in den vergangenen Jahren immer viele Zuschauer - und vor allem Einnahmen, damit der Verein hilfsbedürftige Menschen unterstützen konnte.

Der Verein "Wir helfen" im Usinger Land plant mit aller Vorsicht

Die große Wir-Helfen-Gala ist wegen Gagen und Verträgen ein großes finanzielle Risiko

  • vonTatjana Seibt
    schließen

Hilfsverein erhält weiterhin Spenden, jedoch fällt die Höhe geringer aus

Die alljährliche Wir Helfen-Gala gehört in Usingen seit vielen Jahren zu den kulturellen Höhepunkten im Usinger Land. Hunderte von Menschen kommen dann stets zu einem ganz besonderen Abend zusammen, um das Programm zu genießen, ein leckeres Essen und mit dem guten Gefühl, auch für andere etwas Gutes getan zu haben. Auch in 2020 war eine solche Gala vom Verein Wir Helfen geplant, damals noch für den November. "Wir hatten darauf gehofft, die Gala vielleicht doch noch durchführen zu können", sagte Heike Anders, Vorsitzende des Vereins im Gespräch mit dieser Zeitung. Doch Corona hat im vergangenen Jahr vielen Vereinen und ihren Planungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und eben auch dem Hilfeverein aus dem Usinger Land. Die Homepage weist zwar noch auf die Gala hin, "aber da arbeiten wir dran", sagte Anders.

Auch wenn es nach außen hin etwas stiller um den Verein geworden ist, "unsere Arbeit läuft dennoch weiter", betont die Vorsitzende. Stille Hilfen hat es im vergangenen Jahr gegeben und insgesamt 17000 Euro hat der Verein an bedürftige Institutionen weiter gegeben. "Der Betrag war ungefähr der der letzten Jahre", sagte Anders. Die Spender der vergangenen Jahre seien zwar in 2020 grundsätzlich mit an Bord geblieben, "aber man merkt schon, dass die Beträge insgesamt etwas rückläufig sind." Das wiederum sei sicherlich der Zeit mit Corona geschuldet und die Tatsache, dass das Geld insgesamt nicht mehr besonders locker sitzt. Die Spenden werden nach wie vor auch als stille Hilfe an die Menschen in Not verteilt. Allerdings arbeite die stille Hilfe ohne großes Aufsehen. "Das ist nicht mehr geworden im vergangenen Jahr, aber auch nicht weniger", so Anders weiter.

Ein bisschen schwieriger sei es aber überhaupt von diesen Menschen zu erfahren, da der direkte Kontakt zu den Menschen fehlt. Zwar gebe es nach wie vor Wege, wie man von den Notleidenden erfahre, doch es funktioniere eben nicht ganz so einfach wie zu den Zeiten, als man sich normal treffen konnte.

Treffen gab es auch nicht mehr mit dem Vorstand, um für dieses Jahr zu planen. "Wir denken ganz vorsichtig über eine Gala in diesem Jahr nach", sagt Anders. Das man noch nicht ganz konkret in die Planungen eingestiegen sei, hänge vor allem noch an den hohen Corona-Infektionszahlen. "Wir brauchen etwa drei Monate Vorlaufzeit", schilderte die Vorsitzende.

Künstler engagieren, Essen und Manpower, all das sei sicherlich kein Problem auch noch kurzfristig umzusetzen. "Die Räume haben wir schon blockiert", sagte sie. Doch das Hygienekonzept den entsprechenden Anforderungen zu erarbeiten, das sei sicherlich eine der größten Herausforderungen. Und dann bleibe am Ende immer noch die Frage offen, wer denn überhaupt komme?

Aufwand ist zu groß

Ältere hätten da sicherlich mehr Bedenken, je nach Stand der Pandemie, selbst wenn die Vorfreude auf Begegnungen sicherlich riesig sei. Je größer der Abstand zwischen den Menschen, desto weniger Charme habe aber auch eine solche Veranstaltung, die sich auch, gemessen an dem großen Aufwand, nicht für einen kleinen Personenkreis lohne. Auf die rund 200 Helfer, da ist sich Anders sicher, werde sie auch in Zukunft bauen können. Und ab März werde man sich hoffentlich zusammen setzten können, um eine Entscheidung zu treffen. "Der gute Wille es zu machen, ist da", betont sie. Doch am Ende hänge alles von der Vernunft oder Unvernunft der Leute ab. Denn eines soll die Gala auf keinen Fall werden: Ein Hotspot an dem sich Menschen infizieren können.

Egal wie die Entscheidung am Ende ausfallen wird, Spenden braucht der Verein nach wie vor, um anderen helfen zu können. Austritte habe man nicht verzeichnet, aber eben leider auch keinen Zuwachs, da die Präsenz fehle. Wer aber etwas Gutes tun möchte, der kann der Verein mit einer einmaligen oder regelmäßigen Spende auf das Konto Volksbank Usinger Land, IBAN: DE57 5019 0000 0000 2676 00, BIC: FFVBDEFFXXX unterstützen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare