1. Startseite
  2. Region
  3. Hochtaunus
  4. Usingen

Die Stadt hat ihr Gesicht verändert

Erstellt:

Von: Matthias Pieren

Kommentare

Der Blick aus der Türmer-Wohnung der evangelischen Laurentiuskirche zeigt das veränderte Gesicht von Usingens Innenstadt.
Der Blick aus der Türmer-Wohnung der evangelischen Laurentiuskirche zeigt das veränderte Gesicht von Usingens Innenstadt. © MATTHIAS PIEREN

Durch neue Wohnquartiere sind es nun über 15 100 Einwohner

Usingen -Seit Jahresbeginn reichen sich Usingens Neubürger im Rathaus die Klinke in die Hand: Die Mitarbeiterinnen im Bürgerbüro haben eine solch geballte Meldung neu Zugezogener beim Einwohnermeldeamt schon lange nicht mehr erlebt. Wer abends nach Einbruch der Dunkelheit dort, wo einst das alte Krankenhaus und die Gebäude der einstigen Konrad-Lorenz-Schule standen, vorbeikommt, sieht den Grund.

In bald der Hälfte aller Wohnungen in den mehrgeschossigen Neubauten in der Hattsteiner Allee sowie Pestalozzi-Straße brennt Licht. Die Eigentumswohnungen und auch die Mietwohnungen wurden sukzessive fertiggestellt und bezogen. Usingen hat ein ganz neues Stadtquartier erhalten. Dessen Name: „Stadtgärten“.

Offizielle Zahlen in zweiter Jahreshälfte

Vom Fenster der Türmer-Wohnung der evangelischen Laurentiuskirche aus zeigt sich die Dimension der mehrgeschossigen Wohneinheiten. Beim Blick über den Alten Marktplatz und die Hugenottenkirche hinweg nach Nordosten in Richtung Hoher Berg schiebt sich ein strahlend weißer Riegel quer durch die Stadt.

Dahinter verläuft die Hattsteiner Allee, und man sieht die am Stadtrand gelegenen Blocks der Heinrich-Müller-Siedlung. Sie wirken geradezu klein im Vergleich zu den strahlend schönen Neubauten. Schon deren schiere Größe lässt vermuten, dass Usingens Einwohnerzahl - sind die neuen Wohnungen erst einmal alle bezogen - einen gewaltigen Schub bekommt.

Wir haben konkret nachgefragt: Die beim Einwohnermeldeamt geführte Statistik der in Usingen und seinen sechs Stadtteilen lebenden Bürger, weist seit vergangenem Jahr tatsächlich einen sprunghaften Anstieg der Einwohnerzahl aus.

„Die letzte offizielle Zahl des Statistischen Landesamtes vom 30. Juni 2022 weist noch 14 882 Einwohner für Usingen aus“, teilt Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) auf Anfrage mit. „Aktuell sind in unserem Einwohnermeldeamt aber bereits über 15 100 Einwohner mit Erstwohnsitz geführt.“

Der Rathauschef weist aber ausdrücklich darauf hin, dass die nächsten offiziell vom Statistischen Landesamt ausgewiesenen Zahlen zum Stichtag Ende Juni erst in der zweiten Jahreshälfte veröffentlicht werden. „Da kann sich immer noch etwas ändern oder verschieben.“

Interessant wird die aktuelle Einwohnerzahl Usingens, wenn man deren Entwicklung im Laufe der vergangenen gut 30 Jahre betrachtet. Dafür hat der Bürgermeister - auf unsere Bitte hin - die intern im Einwohnermeldeamt erfassten Zahlen aller mit Erstwohnsitz in der Innenstadt und den Stadtteilen erfassten Bürger zum Jahresende seit 1991 zur Verfügung gestellt (Quelle: Ekom21).

Auf und Ab über die Jahre

Demnach waren am 31. Dezember 1991 noch 12 703 Menschen in Usingen gemeldet. Diese Zahl stieg dann kontinuierlich an. Bereits ein Jahr später war die 13 000er-Grenze überschritten. Zum Jahresende 1992 lebten 13 040 Menschen in Usingen. Es dauerte dann jedoch über 20 Jahre, bis Anfang 2015 die 14 000er-Marke überschritten wurde.

Ende 2014 waren exakt 13 989 Menschen gemeldet, und ein Jahr später am 31. Dezember 2015 waren es bereits 14 216. Von Ende 2019, als die Einwohnerzahl mit 14 961 im Meldesystem angegeben war, nahm diese durch Sterbefälle und Umzüge bei gleichzeitigen Geburten und Zuzüge nicht wesentlich zu. Vielmehr dümpelte die Einwohnerzahl knapp unter der magischen Grenze von 15 000.

Kurzzeitig waren zum Stichtag am 30. Juni 2020 bereits 15 018 Einwohner mit Hauptwohnsitz in Usingen gemeldet (Statistisches Landesamt). Doch zum Stichtag 31. Dezember 2021 waren es wieder nur noch 14 969 Menschen. Die Schallmauer von 15.000 Einwohnern dürfte seit diesem Jahr aber endgültig durch die vielen neuen Wohnungen in der Pestalozzistraße (altes KLS-Gelände) und in der Hattsteiner Allee (altes Krankenhaus) dauerhaft geknackt sein. VON MATTHIAS PIEREN

Auch interessant

Kommentare