Bürgermeister Steffen Wernard dankt Dorothea Baumgarten für 42 Jahre Berufsleben als Erzieherin in der städtischen Kita Am Schlappmühler Pfad. Auch Sandra Engelmann, Ute Harmel und Inka Klaner (von rechts) verabschieden die dienstälteste Erzieherin.
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Bürgermeister Steffen Wernard dankt Dorothea Baumgarten für 42 Jahre Berufsleben als Erzieherin in der städtischen Kita Am Schlappmühler Pfad. Auch Sandra Engelmann, Ute Harmel und Inka Klaner (von rechts) verabschieden die dienstälteste Erzieherin.

Usinger Erzieherin geht nach 42 Jahren im Job in Ruhestand

Dorothea Baumgarten hat Generationen betreut

  • VonMatthias Pieren
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Der große Abschied musste wegen der Pandemie ausfallen

Beim Einkauf begegnet Dorothea Baumgarten schon seit Jahren jungen Eltern, die als Kinder bereits bei der beliebten Erzieherin im Kindergarten waren. Heute sind es zudem auch deren Kinder, die sich freuen, die in den Ruhestand gegangene Erzieherin wieder einmal zu sehen.

Generationen von Usinger Kindern kannten und liebten Dorothea Baumgarten, die einfach immer für sie da war, sie vormittags und auch nachmittags im Gruppendienst begleitet und gefördert hat. Im März dieses Jahres ist die 63-Jährige nach 42 Jahren Dienstzeit in die sogenannte Freistellungsphase ihrer Altersteilzeit gewechselt.

Für eine langjährige und verdiente Erzieherin in den städtischen Kindertagesstätten war das während des Lockdowns eine wahrlich nicht einfache Erfahrung. Von einem auf den anderen Tag musste sie zu Hause bleiben. Offensichtlich war es das dann mit dem Berufsleben. Ein jahrzehntelanges Engagement endete einfach so, ohne Verabschiedung auf - Feiern und Ehrungen mussten wie so vieles andere ausfallen.

"Ich war wirklich traurig, dass es keinen richtigen Abschied gab", sagte die Usingerin. "Umso glücklicher war ich, als ich vor den Sommerferien zur Verabschiedung der Vorschulkinder in die Kita Schlappmühler Pfad eingeladen wurde und in diesem Rahmen verabschiedet wurde."

Nun, kurz vor dem Ende der Sommerferien, wurde der wohlverdiente Dank ihres Arbeitgebers im Rathaus nachgeholt. "Sie haben sich während Ihres gesamten Berufslebens für das Wohl und die Förderung von Usinger Kindern engagiert. Sie haben mit Ihrer Arbeit den Kindern dabei geholfen, eine Brücke in deren Grundschulzeit zu schlagen", würdigte Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) ihre Arbeit und dankte auch im Namen von weit über 1000 Eltern.

Mit Herz und Tatkraft

"Sie haben sich mit Herzen und Tatkraft für das Wohl und die Entwicklung der Kinder in der Kita Schlappmühler Pfad eingesetzt", dankte die Gleichstellungsbeauftragte Ute Harmel. "Sie waren der ruhende Pol im Kita-Alltag." Als ehemaliges engagiertes Mitglied im städtischen Personalrat nahm die nun ausgeschiedene Erzieherin ebenso gerne den Dank von Personalrätin Sandra Engelmann entgegen, die einst selber Dorothea Baumgarten als Erzieherin erlebt hatte.

Nach ihrer Ausbildung in den Jahren 1975 bis 1977 in der Fachschule für Sozialpädagogik begann die Erzieherin in der Kita St. Ursula in Oberursel ihr Berufsleben. Im Oktober 1979 wechselte sie dann als Erzieherin und Gruppenleiterin zur Stadt Usingen. In den Jahren 1981 bis 2010 war sie stellvertretende Leiterin der Kita Schlappmühler Pfad.

"Erzieherin ist eigentlich der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann", sagte die 63-Jährige rückblickend. "Ich konnte die allermeisten Tage mit den Kindern aufs Neue genießen. Es ist ein Beruf, der mich jung gehalten hat. Heute bin ich froh und dankbar für den Kontakt zu den Kindern und meine Kolleginnen."

Stets reflektiert und auch unabhängig denkend, beschrieb Baumgarten im Gespräch aber auch eine fatale gesellschaftliche Entwicklung, mit der sie ganz und gar nicht glücklich sei: "Viele Eltern sehen die Kitas leider immer mehr nur noch als Dienstleister, der in ihrem Sinne die Erziehungsaufgaben zu übernehmen habe. Eine gedeihliche Zusammenarbeit im Sinne der bestmöglichen Entwicklung der Kinder ist leider nicht mehr selbstverständlich."

Die Leiterin der Kita Am Schlappmühler Pfad, Inka Klaner, zeigte sich am Ende der kleinen Feierstunde froh, dass der Fachkräfteschlüssel und die personelle Ausstattungen der städtischen Kitas stimmen. "Überhaupt bietet die Stadt Usingen ihren Erzieherinnen gute Rahmenbedingungen. Davon profitieren gerade auch die Kinder", so Klaner. "Wir werden alle permanent durch Weiterbildungen unterstützt."

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