Der Rotmilan war nur ein Sommergast in der Falknerei. Jetzt verbringt er die nächsten Monate in seiner Winterresidenz.
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Der Rotmilan war nur ein Sommergast in der Falknerei. Jetzt verbringt er die nächsten Monate in seiner Winterresidenz.

Greifvögel im Winterquartier

Drohnen sind Falknerei Dorn im Auge

  • vonDorit Lohrmann
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In der Nacht auf Montag hat es auf der Kuppe des Großen Feldbergs bereits geschneit. Die Vögel, die den Sommer im Falkenhof auf dem Feldbergplateau verbracht hatten, sind zum Glück schon in ihre Winterquartiere umgezogen, so dass ihnen die Kaltfront nichts anhaben kann.

Es war ein ruhiges Jahr. Ruhig, weil keines der Brutpaare unter den Greifvögeln im Falkenhof Nachwuchs zustande gebracht hatte. Ruhig auch im Hinblick auf den Besucherstrom, weniger ruhig indes für den Betreiber der Falknerei, Burkhard Dinger, und Falknerin Ursula Zieten. „Die Vögel müssen ja versorgt werden, ob Besucher kommen oder nicht“, sagte sie im Gespräch mit der Taunus Zeitung.

Also harrte Dinger wie gewohnt in seinem Kassenhäuschen aus, um dem ein oder anderen neugierigen Besucher Einlass zu gewähren, während die Vögel in ihren Volieren diesmal eher gelangweilt dreinschauten.

„Vögel müssen fliegen, um ihre Kondition zu bewahren“, sagte Falknerin Zieten. Dazu bekamen sie aber im vergangenen Sommer eher wenig Gelegenheit. Einer der Gründe waren wohl die Hubschrauberflüge, die an einigen Wochenenden vom Feldbergplateau aus zu Rundflügen starteten und landeten. „Der Rotorenlärm macht die Vögel nervös.“

Schlimmer noch sei das seit zwei Jahren verstärkte Aufkommen an Drohnen gewesen, ärgerte sich die Falknerin. Das war ihren Worten nach in der diesjährigen Saison besonders schlimm gewesen. „Die Vögel hauen ab, wenn sie auf ihrem Flug so einer Drohne begegnen.“ Zweimal schon sei das geschehen. „Diesmal haben wir die Polizei eingeschaltet“, sagte sie.

Keine Vogelflüge, um den Tieren ihre Kondition zu erhalten, bedeute zudem, keine Schauflüge an Wochenenden anbieten zu können. Besucher bekommen weniger zu sehen und verzichten letztlich auf eine Visite des Falkenhofs, dessen Betreiber natürlich nach wie vor ihre geflügelten Bewohner betreuen und versorgen müssen.

Nun ist vorerst Ruhe eingekehrt. Der Falkenhof beendete die Saison und schloss Anfang November seine Pforten. Burkhard Dinger und Ursula Zieten haben die Vögel mitgenommen. Die sind nun in vor Wind und Wetter geschützten Volieren untergebracht und werden von ihren Haltern weiter gefüttert und betreut. Der Falkenhof öffnet erst wieder im April nächsten Jahres.

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