Umzugsaktivitäten und ein Polizeieinsatz

Ehemaliges Waldhotel in Oberreifenberg: Hier brodelt die Gerüchteküche

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Der Umbau des ehemaligen Waldhotels in Oberreifenberg und der Einzug von jungen Flüchtlingen beunruhigen die Nachbarn. Die Öffentlichkeitsarbeit des Hochtaunuskreises ist dabei ziemlich zurückhaltend. Der Kreis hat allerdings seine Gründe dafür: Er will die Jugendlichen dadurch schützen. Derzeit leben 16 unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge im ehemaligen Hotel.

Nachbarn des ehemaligen Waldhotels haben die Umbauarbeiten des Gebäudes beobachtet und dann den Einzug junger Flüchtlinge. „Manche Anwohner fragen sich, warum man die Flüchtlinge nicht in den vorher schon teuer angemieteten Häusern, die zum Teil leer stehen, unterbringt“, sagt Fred Kickhefel. Außerdem seien einige Nachbarn im Zusammenhang mit häufiger Polizeipräsenz dadurch verunsichert, dass von außen eine Feuertreppe angebaut wurde. „Das sieht aus wie ein Hochsicherheitstrakt“, sagt Kickhefel.

Der ehemalige Redakteur wohnt abwechselnd in Frankfurt und in Oberreifenberg. Seine Recherchen waren vergeblich. „Das Bauamt der Gemeinde Schmitten hat keine Auskunft geben wollen oder dürfen, genauso wie die für Schmitten zuständige Sachbearbeiterin der Bauberatung des Hochtaunuskreises.“

Zur Erinnerung: Unklar war damals, ob im ehemaligen Waldhotel erwachsene Flüchtlinge und Familien oder unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht werden.

„Das Gebäude des ehemaligen Waldhotels wird inzwischen als Jugendhilfeeinrichtung mit Namen „Jugendwohngruppe Oberreifenberg“ genutzt“, teilte jetzt Pressesprecherin Andrea Herzig mit (lesen Sie dazu bitte auch INFO). Im Gebäude sei über mehrere Monate umgebaut worden um das Haus für seinen jetzigen Zweck als Jugendhilfeeinrichtung vorzubereiten. Die Kosten für den Umbau trage der Kreis, so die Pressesprecherin. Die Feuertreppe entspreche den gesetzlichen Vorschriften und finde sich in gleicher Bauart auch an anderen Gebäuden. „Der Brandschutz ist für Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen gesetzlich sehr streng geregelt“, machte die Pressesprecherin deutlich.

In der Wohngruppe in Oberreifenberg wohnen Jugendliche, die Hilfe und Unterstützung nach dem SGB VIII erhalten. „Derzeit leben vor allem unbegleitete Flüchtlinge in dem ehemaligen Hotel“, so Herzig.

Ausgelegt sei die Einrichtung für 20 Personen. Aktuell leben dort 16 junge Menschen. „Belegt wird das Waldhotel über das Jugendamt, unter dessen Obhut stehen laut Gesetz auch Flüchtlinge unter 18 Jahren“, erläuterte Herzig. Träger der Einrichtung ist der Verein Jugendberatung und Jugendhilfe e.V., der auch die stationäre Jugendhilfe im Haus der Sieben Brüder in Hunoldstal betreibt.

Leiterin Gertrud von Werthern stand für ein Gespräch nicht zur Verfügung und verwies auf die Pressestelle des Hochtaunuskreises. Auf der Internetseite der Jugendhilfe ist nachzulesen, dass diese Einrichtung am 21. April von Weilrod nach Oberreifenberg umgezogen ist.

Der Kreis habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er im ehemaligen Hotel Flüchtlinge unterbringen wolle, antwortete die Pressesprecherin darauf, warum die Informationen nur spärlich fließen. Sie schreibt: „Um die Jugendlichen zu schützen, ist Öffentlichkeitsarbeit hier nur eingeschränkt möglich, dafür bitten wir um Verständnis.“Herzig versicherte: „Der Hochtaunuskreis und der Träger der Jugendhilfeeinrichtung werden alles tun, dass ein gutes, gedeihliches nachbarschaftliches Verhältnis am Waldhotel entsteht.“

Der von Anwohnern beobachtete Polizeieinsatz habe übrigens keinem Flüchtling gegolten. Grund war ein im Haus ebenfalls untergebrachter Jugendlicher. Die Polizei habe dessen Aussage gebraucht und mehrfach zu der Unterkunft kommen müssen, weil sie den jungen Mann nicht sofort angetroffen habe.

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