Eigentlich eine unpolitische Veranstaltung

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Traditionen wie der Jazz-Brunch der Schmittener FDP mögen mit zunehmendem Alter besser werden. In der eigentlich unpolitischen Kulturveranstaltung ließ der neue Vorsitzende Dr. Uwe Ewerdwalbesloh aber durchblicken, dass der Ortsverband auf Verjüngung setzt.

In der Gunst von Jazzfans und Liebhabern guter Küche steht der Jazz-Brunch der FDP ganz weit oben. Ob es der auf zwei Gemeindevertreter geschrumpften Schmittener FDP gelingen wird, bei der Kommunalwahl im März nächsten Jahres wieder zuzulegen, muss man abwarten. Thematisiert wurde das aber nicht wirklich, denn Dr. Uwe Ewerdwalbesloh, der erst im Mai an die Spitze des Ortsverbandes gewählt worden war, betonte in der Begrüßung, dass die traditionelle Kulturveranstaltung unpolitisch ist.

Einen Bezug zur anstehenden Wahl konnte er sich im gemütlichen Ambiente von Taunatours in Oberreifenberg aber nicht verkneifen: „Je älter Traditionen werden, desto besser werden sie“, meinte er und ergänzte: „Wir werden auch nicht jünger, aber wir haben junge Leute auf unserer Wahlliste.“ Das sollte es auch schon an offiziellen politischen Reden gewesen sein. Die noch folgende Ehrung des langjährigen Vorsitzenden Albrecht Dommes war mehr eine Würdigung dessen persönlichen Engagements (Lesen Sie dazu auch den weiteren Text). Dass in lockerer Atmosphäre politische Gespräche mit dem Kreisvorsitzenden Jochen Kilp oder Mitgliedern benachbarter Ortsverbände stattfanden, lag auf der Hand.

Die Freiheit der individuellen Interpretation im Jazz passt offensichtlich besonders gut zu den Liberalen. Es waren aber auch Besucher – wie Mitglieder der Kolpingfamilie Wernborn – gekommen, die einfach Spaß am Jazz haben. Vorher angemeldet hatten sich 60 Besucher, zum Schluss waren es 75 Gäste, die „Sir Henry’s Jazz Band“ hören wollten.

„Es sind zwar Amateurmusiker, aber sie spielen auf hohem Niveau“, schien sich Ewerdwalbesloh im Gespräch mit der Taunus Zeitung beinahe entschuldigen zu wollen. Wie sich dann herausstellte, war das völlig unbegründet. Das Sextett spielte traditionellen New Orleans Jazz genauso sicher wie moderne Swing-Kompositionen. Die Musiker an der Trompete, an Klarinette/Saxofon, Posaune, Banjo, Bass und Klavier servierten einen musikalischen Leckerbissen nach dem anderen.

Zusammen mit dem abwechslungsreichen Büfett, auf dem von leckeren Vorspeisen über warme Hauptgerichte bis zum Dessert für jeden Geschmack etwas dabei war, war der Sonntagvormittag schon einmal gerettet. Ewerdwalbesloh sieht diese gelungene Veranstaltung als Verpflichtung, auch im nächsten Jahr zum dann 28. Jazz-Brunch einzuladen.

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